Kommentar zur Homeoffice-Steuer

Heimnachteil

Bitte kein Heimnachteil, meint Redakteurin Lisa Boekhoff zum Vorschlag, dass es nach der Pandemie eine Steuer für die Tage im Homeoffice geben soll. Umverteilung sollte auf Basis der Einkommenshöhe passieren.
14.11.2020, 05:00
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Heimnachteil
Von Lisa Boekhoff
Heimnachteil

Die Arbeit im Homeoffice hilft gerade Familien. Für die Tage daheim sollten keine neuen Steuern fällig werden.

Sebastian Gollnow / dpa

Wie bitte? Wer in Zukunft freiwillig von zu Hause arbeitet, soll dafür mehr Steuern zahlen? Der Vorschlag der Experten der Deutschen Bank irritiert. Das Argument: Menschen im Homeoffice sparen sich das Mittagessen, die Reinigung des Blazers oder das Zugticket. Und das bringt in der Masse Restaurants, Reinigungen und die Infrastruktur in Bredouille. Für das Privileg Homeoffice solle gezahlt werden. Ist das gerecht?

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Der Umverteilungsgedanke hat Charme, wenn mit den Milliardeneinnahmen etwa Geringverdiener unterstützt werden. Sicher stellt sich im Moment sowieso die Frage: Wie schaffen wir es als Gesellschaft, die Last der Krise gemeinsam fair zu tragen? Die Strafe fürs Homeoffice macht aber nicht wirklich Sinn. Viel besser wäre eine Belastung abhängig vom Einkommen. Die Option Homeoffice hilft derweil gerade jungen Familien.

Zudem dürfte bei vielen Menschen die Sehnsucht nach dem Büro ohnehin zurückkehren. Das Homeoffice ist auf Dauer anstrengend. Der Kaffee in der Mittagspause fehlt, der Schnack mit den Kollegen. Also für die Tage daheim: bitte keine Strafe, keinen Heimnachteil.

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