Betriebsrat Reusche kritisiert Kompromiss zwischen Stiftungsrat und Kulturbehörde zur Weserburg „Zuwendung reicht vorne und hinten nicht“

Bremen. Der Betriebsrat der Weserburg ist keinesfalls mit dem gefundenen Kompromiss zwischen Stiftungsrat und Kulturbehörde einverstanden und hält den vereinbarten jährlichen Zuschuss in Höhe von rund 1,3 Millionen für nicht ausreichend, um den laufenden Betrieb im Museum für moderne Kunst zu gewährleisten.
27.11.2015, 00:00
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„Zuwendung reicht vorne und hinten nicht“
Von Uwe Dammann

Der Betriebsrat der Weserburg ist keinesfalls mit dem gefundenen Kompromiss zwischen Stiftungsrat und Kulturbehörde einverstanden und hält den vereinbarten jährlichen Zuschuss in Höhe von rund 1,3 Millionen für nicht ausreichend, um den laufenden Betrieb im Museum für moderne Kunst zu gewährleisten.

Der Betriebsrat verweist darauf, dass der Stiftungsrat gemeinsam in Übereinstimmung mit der Museumsleitung im Sommer den Beschluss gefasst hatte, mit der Kulturbehörde über einen jährlichen Bedarf von 1,8 Millionen Euro zu verhandeln. Dass nun Stiftungsrat wie Museumsleitung, wie berichtet, offenbar einer Zuwendung von 1,3 Millionen Euro zugestimmt haben und von ihrer 1,8 Millionen-Euro-Forderung überraschend abgerückt sind, findet der Betriebsrat „rätselhaft“. Zumal seitens der kaufmännischen Geschäftsleitung immer wieder betont worden sei, dass bei dem von der Kulturstaatsrätin angebotenen Betrag das Museum ab Mai 2016 die Mittel für die eigene Kulturarbeit aufgebraucht haben müsste. „Am Arbeitsplatz sind Licht und Strom vorhanden und die Heizungen funktionieren, darüber hinaus geht dann aber nichts mehr, wurde uns sinngemäß immer wieder vermittelt“, sagt Betriebsrat Dietrich Reusche und verweist darauf, dass die 1,3 Millionen Euro in etwa der Zuschuss von vor sieben Jahren ist.

Reusche hatte noch im April 2015 ein Gutachten der Wirtschaftskanzlei Taylor Wessing vorgelegt, das die Zahlungsverpflichtungen der Stadtgemeinde Bremen in angemessener Höhe an die Weserburg außer Frage stellte. Die Expertise stellte zugleich Versäumnisse des Stiftungsrates fest. Demnach wäre die Stiftung in der Pflicht gewesen, die für den Museumsbetrieb notwendigen Mittel einzufordern. Der Betriebsrat hatte auch deswegen im April 2015 den Vorsitzenden Klaus Sondergeld zum Rücktritt aufgefordert.

Diese Forderung wiederholt der Betriebsrat zwar jetzt nicht offiziell, dafür fordert Reusche aber die Museumsleitung zu „wirksamen Handeln“ auf. Der Betriebsrat erwarte, dass die Museumsleitung den Betrag von 1,8 Millionen Euro als Grundlage für Verhandlungen mit der Kulturbehörde aufrecht erhalte und im Falle eines Scheiterns ihre Ansprüche auf dem juristischen Weg durchsetzt. Nur so könne das Museum als eine Institution für Kunstsammler satzungsgemäß fortgeführt werden.

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