Neue Höchstmarke im Tourismus Zwei Millionen Übernachtungen in Bremen

Zuletzt hat Bremen mehr Gäste aus Deutschland und den Niederlanden angelockt, die Zahl der Reisenden aus Großbritannien sank dagegen.
02.03.2017, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Zwei Millionen Übernachtungen in Bremen
Von Sara Sundermann

Bremen. Knapp 1,3 Millionen Menschen haben Bremen und Bremerhaven im vergangenen Jahr privat und beruflich besucht. Die große Mehrheit der Touristen – rund 80 Prozent – kam aus Deutschland. Für die Stadt Bremen wurde 2016 nach Angaben des Statistischen Landesamtes erstmals die Marke von zwei Millionen Übernachtungen in einem Jahr überschritten: Mehr als 2 004 600 Übernachtungen in Hotels mit mindestens zehn Betten wurden gezählt. Hinzu kommen Übernachtungen bei Bekannten sowie allein 33 000 Übernachtungen, die in Bremen über den Online-Übernachtungsdienst Airbnb gebucht wurden.

Die Zahl der Übernachtungen stieg in den vergangenen Jahren stetig – 2016 wurde nun ein neuer Höchststand erreicht. Das feierten Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD), Peter Siemering, Chef der Bremer Touristik-Zentrale (BTZ) und Ursula Carl, Vorsitzende des Bremer Verkehrsvereins. „Bremen ist eine wachsende Stadt, dazu hat auch der Tourismus wesentlich beigetragen“, sagte Günthner. Der Tourismus ist für Bremen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor: Im vergangenen Jahr wurden der BTZ zufolge in der Branche knapp 1,8 Milliarden Euro Umsatz erzielt. Rund 33 000 Menschen leben in der Stadt vom Tourismus. Auch die Bremer Staatskasse profitiert kräftig davon: 181 Millionen fließen durch Mehrwert- und Einkommenssteuer an den Fiskus, hinzu kommen die Einnahmen aus der City-Tax.

2016 stieg die Zahl der Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 Prozent. Zuvor war der Tourismus deutlich stärker gewachsen: 2014 um knapp zehn Prozent und 2015 sogar um zwölf Prozent. Der Tourismus ist also weiter im Aufwind, das Wachstum hat sich aber deutlich abgeschwächt. Der Grund: Die Zahl der Übernachtungen aus dem Ausland ging 2016 zurück, dafür stieg die Zahl der Gäste aus Deutschland und aus den Niederlanden umso stärker, sagt Andreas Cors vom Statistischen Landesamt. „Bremen liegt im Trend“, betont der Abteilungsleiter Wirtschaft.

Zuletzt machten sich besonders politische Ereignisse bemerkbar: Der Brexit habe Reisen nach Bremen für Briten etwa 15 Prozent teurer werden lassen, erläutert Peter Siemering, Chef der BTZ. Zudem machten sich bei den Reisezahlen in ganz Deutschland auch Ängste von Reisenden aus dem Ausland bemerkbar. „Es gibt Terrorangst jetzt auch in Bezug auf Deutschland, es gibt Embargos, zum Beispiel für den Handel mit Russland und es gibt Visa-Probleme in einigen Ländern“, sagt Siemering. Die Deutschen dagegen fühlten sich im eigenen Land zuletzt oft sicherer als im Ausland: Noch mehr Menschen als zuvor machten im Inland Urlaub – davon konnte Bremen profitieren.

Klar ist aber: Die privaten Urlauber sind nicht Bremens wichtigstes Standbein im Tourismus. Hoteliers und Gastronomen in der Stadt leben vor allem von Geschäftsreisenden: Zwei Drittel aller Reisen nach Bremen sind der BTZ zufolge beruflich motiviert. Die Gäste bleiben im Schnitt für zwei Nächte und geben pro Tag 186 Euro in Bremen aus. Tagesgäste geben im Schnitt knapp 34 Euro aus. Die größten Besuchermagneten sind laut BTZ der Freimarkt und der Weihnachtsmarkt, aber auch große Messen und Tagungen, die Breminale, die Jazz­ahead oder große Sonderausstellungen von Universum, Überseemuseum und Kunsthalle.

Zuletzt sind viele neue Hotels in Bremen entstanden, denen Andreas Cors bescheinigt, nicht nur auf steigende Besucherzahlen zu reagieren, sondern den Tourismus selbst zu befeuern: „Es sind die Hotelbetriebe, die dieses Wachstum mit schaffen und der Stadt ein großes Plus bringen.“ In zehn Jahren wuchs die Zahl der Betten in Bremen um 40 Prozent, das entspricht über 3000 zusätzlichen Betten, sagt Ursula Carl vom Verkehrsverein. Zehn neue Hotels wurden eröffnet. Und die zusätzlichen Betten wurden auch genutzt, betont sie: Die Auslastung stieg seit 2006 auf zuletzt 46 Prozent.

In Bremen entstanden Hotels in verschiedenen Preissegmenten, doch vor allem sind der BTZ zufolge viele Hotels entstanden, die zugleich auf Budget – also relativ niedrige Preise – und Design setzen. Neuere Hotels in der Stadt sind laut BTZ zum Beispiel das Motel 1 am Brill, das Feng-Shui Hotel Elements Pure in der Innenstadt, das Designhotel 7 Things in der Bahnhofsvorstadt und das B & B Hotel in Findorff. Und das Wachstum in der Hotelbranche geht weiter, kündigt Carl an. Im November soll das Familienhotel A & O am Breitenweg eröffnen, zudem ein Hotel der Baum-Gruppe in der Überseestadt, und 2018 soll die geplante Erweiterung des Atlantic Hotels in der Innenstadt abgeschlossen sein.

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