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Peter K.F. Krüger lädt zur Ausstellung „Marokko“ ein – in seine neue Wirkungsstätte in Wätjens Schloss Zurück in Bremen-Nord

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Nicht nur das Schloss in Wätjens Park, sondern auch die Umgebung inspiriert den Künstler. Mit seinem russischen Terrierh
Nicht nur das Schloss in Wätjens Park, sondern auch die Umgebung inspiriert den Künstler. Mit seinem russischen Terrierhund Anton nutzt Peter K.F. Krüger die Zeit, um während täglicher Spaziergänge die schöne Natur rund um seinen neuen Wohnraum zu genießen.

Blumenthal. Jetzt geht sie wieder – die Klingel zum neuen Reich von Peter K.F. Krüger im Schloss in Wätjens Park. Gerade waren erst die Handwerker da, um sie zu richteten. Das ist auch gut so, denn morgen wird seine neue Ausstellung zum Thema "Marokko" eröffnet. Rund 35 Bilder, die eine Reflexion einer 50-tägigen Reise durch das nordafrikanische Land in 2009 darstellen. "Ein Tagebuch über Marokko", gesteht der bekannte Künstler, der seinen neuen Wohnraum gerne auch als "halböffentlich" bezeichnet. Künftig soll nämlich auch Spaziergängern ein Blick in sein Leben und Werken gestattet sein.

Seit knapp einem Jahr wohnt und arbeitet er hier – auf rund 200 Quadratmetern in der unteren Etage des Schlosses in Wätjens Park. Noch vor rund 12 Monaten sah das Leben des Künstlers allerdings nicht gerade rosig aus. Insolvenz, kurz nacheinander erzwungene Umzüge – zum Schluss ein viel zu kleines Atelier und Werke, die nach fast vier Jahrzehnten Malerei in Containern zwischengelagert waren. Dabei ist es für den Vollblutkünstler so wichtig, seine Bilder um sich zu haben. Täglich zu sehen, was vier Jahrzehnte seines 67-jährigen Lebens ausmachen.

In seinem Atelier in den neuen Räumen in Wätjens Schloss hat sich Peter K.F. Krüger mittlerweile eingerichtet. Hier hat
In seinem Atelier in den neuen Räumen in Wätjens Schloss hat sich Peter K.F. Krüger mittlerweile eingerichtet. Hier hat er genügend Freiraum für die kreative Arbeit.

Auch wenn es Zeiten gab, in denen, wie er sagt, "der Kopf auf dem Tisch lag", die unangenehmen Dinge, die habe er hinter sich gelassen. "Es ist wie beim Segeln von A nach B. Da gibt es zwischendurch auch Tiefpunkte und heftige Böen, am Ende bleiben aber die schönen Erinnerungen und der Sonnenschein." So erfüllt Peter K.F. Krüger nach 40 Jahren als Künstler eine Zufriedenheit, er ist dankbar und überzeugt: "Es ist ein Privileg, Künstler zu sein."

Den Umzug ins Schloss in Wätjens Park, den verdanken Peter K.F. Krüger und seine Frau Hanne Riebau ein bisschen ihrem russischen Terrier Anton, ein bisschen der schönen Natur in Wätjens Park und ein bisschen dem Zufall. Der führte Hanne Riebau nämlich vor gut einem Jahr samt Vierbeiner zum Sparziergang in den Blumenthaler Park. Kurzer Halt am Schloss, ein Blick durch die Fenster, immer noch leere Räume – und Hanne Riebau fiel ein, dass sie und ihr Mann schon gut zwei Jahre zuvor die Wohnung hatten anmieten wollen, dass jedoch der Kontakt zum Eigentümer nicht zustande kam. Das sollte sich ändern, denn einige Frauen hatten dieses Interesse der Spaziergängerin beobachtet und wussten den Namen des Eigentümers.

Krüger kannte den Namen. Nach einer schlaflosen Nacht konnte er ihn endlich auch einordnen: zwischen seinen Bildern fand er ein Foto wieder, das der Eigentümer einst für ein Doppel-Portrait (gemeinsam mit seiner Ehefrau) beim Künstler abgegeben hatte. Das anschließende Telefonat führte zwei Menschen zusammen, die sich darüber einig waren, dass die zuvor Jahre lang leer stehende Wohnung im Schloss wieder ein Ort der Begegnung, ein kultureller, ein wohnlicher Ort voller Leben werden sollte.

Ornamente und hohe Deckengewölbe

"Mit sehr viel Entgegenkommen vom Eigentümer, mit ebenso viel Arbeit und Einsatz von uns", gesteht Peter K.F. Krüger. Der Eigentümer übernahm zwar die Grundsanierung der Wohnung, ließ das Parkett abschleifen, Sanitäreinrichtungen erneuern und einiges mehr – den verwitterten Tapeten, überstrichenen Säulen und Ornamenten rückte allerdings der Künstler höchstselbst zu Leibe: "Das war so scheußlich, die Farbe ein dunkler Ockerton, nicht mal lasiert, sondern deckend gestrichen. Dabei leben diese Ornamente vom Schattenfall", ist der Künstler empört.

Nach einem Jahr allerdings erstrahlen jetzt Decken und Wände in hellem Weiß, sind die Ornamente deutlich erkennbar, wird im geschwungenen, hohen Deckengewölbe Weite und Baukunst sichtbar, fällt der Blick vom einladenden dunklen Holztisch im Wohnzimmer durch den neuen Durchbruch erst auf die gemütliche Küchenzeile, dann durch die gotischen Bögen der Fenster in einen zur Entspannung vorbereiteten Innenhof, begleitet vom satten Grün der Vegetation in Wätjens Park. "Es inspiriert gewaltig", gesteht der Künstler während eines Momentes gemeinsamen Innehaltens. Der währt nur kurz, denn es gibt unendlich viel zu entdecken.

Die lange Halle, deren weiße Wände mit den Werken von Peter K.F. Krüger einen Galeriecharakter erhalten. Bilder, die Lebensabschnitte eines Künstlers wiedergeben und sich durch die gesamte Wohnung ziehen, das integrierte Atelier mit buntem Sammelsurium an Pinseln, Farben, Leinwänden und halb fertigen Bildern. Die Portraitecke – ein Projekt, an dem Peter K.F. Krüger schon länger arbeitet und weiter arbeiten wird.

Hinter all dem steckt viel Liebe zum Detail – aber auch ein buntes Künstlerleben voll interessanter Geschichten. Wer mehr davon erfahren möchte, der ist bei Peter K.F. Krüger in seinem "halböffentlichen" Wohnraum im Schloss in Wätjens Park willkommen. "Wenn ich da bin, öffne ich auch die Türe", gibt er freimütig zu. Auf jeden Fall antreffen werden ihn die Gäste am morgigen Sonntag, 13. Mai. Dann findet von 15 bis 19 Uhr die Vernissage der Ausstellung "Marokko" statt.



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