Kinderreporter-Festivalbesuch "Wir haben hier den größten Aldi der Welt"

Unser Kinderreporter Nils (zwölf Jahre alt) hat das Musikfestival Deichbrand besucht und Interviews mit dem Festival-Veranstalter Marc Engelke, der Band Tonbandgerät und dem Sänger Bosse geführt.
19.08.2022, 09:00
Lesedauer: 5 Min
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Von Felicitas Schwanemann

Seit wann gibt es das Deichbrand-­Festival und wie hast du damit angefangen?
Marc Engelke: Ich habe vor dem Deichbrand schon ein Festival in Oldenburg veranstaltet, das war 2004. 2005 kam dann das erste Deichbrand. Das habe ich zusammen mit meinem Kollegen ­Daniel Schneider organisiert. Und dieses Jahr findet das Festival bereits zum 17. Mal statt!

Wie viel kosten alle Künstler zusammen?
Marc Engelke: Über zehn Millionen Euro kostet das Festival insgesamt. Das Booking Budget, also das Geld, mit dem die Bands, Künstlerinnen und Künstler bezahlt werden, sind mehrere Millionen Euro, das variiert immer ein bisschen. Meist liegt es zwischen drei und vier Millionen Euro.

Und ist hier wirklich der größte Aldi der Welt aufgebaut?
Marc Engelke: Ja, das stimmt. Hier auf dem Gelände steht für die Festivalzeit die größte Aldi-Filiale der Welt, damit die Festivalbesucher während ihres Aufenthalts günstig einkaufen können. Ein normaler Supermarkt ist nur etwa halb so groß. Dieser Aldi hier hat 2.100 Quadratmeter!

Wie viele Menschen arbeiten hier auf dem Festival?
Marc Engelke: Etwa 3.500 Leute. Davon sind der überwiegende Teil Ordnungsdienstkräfte und ­Johanniter.

Warum sollten alle einmal zum Deichbrand-Festival kommen?
Marc Engelke: Na, weil es an der Nordsee liegt und ein wunderschöner Ort ist! Gleichzeitig kann man das mit toller Musik von super Bands verbinden.

Hallo, woher kommt eigentlich euer Bandname Tonbandgerät?
Ole Specht: Wir sind jetzt in unserem 15. Bandjahr, deswegen müssen wir ein bisschen zurückspulen. Als wir angefangen haben, fanden wir einen Song der Band ­Barcelona total toll. Der hat von einem Tonbandgerät gehandelt – ein Gerät, das Momente aufnimmt, speichert und auch wiederbeleben kann. Das fanden wir cool und irgendwie auch passend.

Wie viele Festivals und Konzerte habt ihr denn schon gespielt?
Ole Specht: Puh, das ist eine gute Frage. Wir haben irgendwann aufgehört zu zählen – 500 auf jeden Fall!

Ihr habt 2008 und 2009 Abitur gemacht. Was waren eure Lieblingsfächer in der Schule und welche mochtet ihr überhaupt nicht?
Ole Specht: Mein Hassfach war auf jeden Fall Chemie, das habe ich nie verstanden und verstehe es bis heute nicht. Und mein Lieblingsfach war Darstellendes Spiel.
Jakob Sudau: Chemie war auf jeden Fall auch ganz unten dabei bei und Deutsch mochte ich auch nicht, ehrlich gesagt. Am liebsten mochte ich immer Sport und Musik.
Sophia Poppensieker: Mein Hassfach war Altgriechisch. Ich habe es einfach nicht eingesehen, warum ich dieses Fach haben musste. Ich war auch echt nicht gut drin. Mein Lieblingsfach war Deutsch.

Habt Ihr eigentlich ein Ritual vor jedem Auftritt?
Ole Specht: Ja, vor jeder Show treffen wir uns hinter der Bühne und singen gemeinsam unser Lied „Ich komm jetzt heim“ mit der Akustikgitarre.
Sophia Poppensieker: Und kurz vor dem Auftritt umarmen wir uns alle noch einmal.

Spielt eure Crew euch manchmal Streiche?
Ole Specht: Ja, sehr viel und oft! (lacht) Eine Sache ist mir besonders im Kopf geblieben: Ich hasse Gurken, die kann ich überhaupt nicht ab. Und mir hat mal bei einer letzten Show jemand mein Wasser gegen Gurkenwasser ausgetauscht. Auf der Bühne hat man eh nicht so viel Zeit zwischen den Songs und da trinke ich auch mal viel. Und da habe ich dann so `nen riesigen Gurkenwasserschluck genommen. Das war ein sehr guter Streich!

Hallo Axel Bosse, du spielst jetzt schon zum vierten Mal auf dem Deichbrand-Festival. Welche Schulnote hattest du in Musik?
Axel Bosse: In Musik hatte ich bis zur 9. Klasse eigentlich wirklich immer Einsen. Denn da ging es noch nicht um Notenlehre. Irgendwann hat dann mein Lehrer gewechselt und ab dann wurde ich immer schlechter. Ich kann bis heute keine Noten lesen.

Wie viele Instrumente spielst du eigentlich?
Axel Bosse: Also, ich habe ungefähr in deinem Alter angefangen, Gitarre zu spielen. Dann sind noch Schlagzeug und Klavier dazugekommen. Ich spiele zwar kein Instrument so richtig gut, aber es reicht für mich, um Songs zu schreiben.

Und wie viel Zeit verbringst du so mit Üben?
Axel Bosse: Üben ist der falsche Begriff. Ich übe eigentlich gar nicht, sondern versuche, wirklich jeden Tag mindestens zehn bis zwölf Stunden Musik zu machen. Es gibt natürlich auch Tage wie heute, da rede ich viel und später trete ich auf. Darauf freue ich mich besonders. Es gibt wirklich nichts Schöneres als aufzutreten und auf der Bühne Musik zu machen! Wenn ich aber zu Hause bin, habe ich feste Studiotage: Die gehen um acht Uhr morgens los und dann meist irgendwann bis 22 oder 23 Uhr mit einer kleinen Pause.

Zur Person

Tonbandgerät

So nennt sich die deutsche Indie-Pop-Band aus Hamburg. Gegründet haben sie die Schwestern Isa und Sophia Poppensieker 2007 zusammen mit Ole Specht, dem Sänger der Band. Sophia Poppensieker spielt Gitarre und Isa Poppensieker Bass. 2010 kam Jakob Sudau als Schlagzeuger dazu, der zusammen mit den Schwestern zur Schule gegangen ist. Seit März diesen Jahres ist Isa Poppensieker aus der Band ausgestiegen. Tonbandgerät hat bisher drei Alben veröffentlicht mit Hits wie „Irgendwie anders“ und „Alles geht“.

Axel Bosse

Axel Bosse wurde am 22. Februar in ­Braunschweig geboren und ist ein deutscher Popmusiker, der zusammen mit seiner Begleitband als Künstler Bosse auftritt. Er lebt mit seiner Frau und Tochter in Hamburg. Du kennst vielleicht einige seiner Lieder aus dem Radio wie „Alles ist jetzt“ oder „Schönste Zeit“.

Zur Sache

Festival-Fazit von Nils:

Ich finde das Festival toll, weil man dort richtig viel machen kann: Konzerte anhören, im Pool schwimmen, Volleyball spielen, klettern, essen und trinken, Spiele spielen und vieles mehr. Dazu sind die Künstler dort sehr gut.

Ich finde es auch großartig, dass ich Marc Engelke, Tonbandgerät und Bosse interviewen durfte. Es hat sehr viel Spaß gemacht, weil alle so freundlich waren und ich vieles über das Deichbrand-Festival und die Musikerinnen und Musiker erfahren habe, was ich vorher nicht wusste.

Es ist auch sehr beeindruckend, den vielen Menschen dort vor und auf den Bühnen zuzusehen. Die Stimmung der Leute auf dem Festival war richtig toll.

Info

Deichbrand-Festival

Das Musikfestival findet seit 2005 jeden Sommer in der Nähe von Cuxhaven statt. Drei Tage lang können die Festival-Besucherinnen und Besucher zahlreichen Konzerten lauschen und zur Musik feiern und tanzen. In den Jahren 2018 und 2019 hatte das Festival etwa 60.000 Besucherinnen und Besucher. Und auch dieses Jahr – nach zwei Jahren Zwangspause wegen der Corona-Pandemie – waren wieder 60.000 Menschen auf dem weitläufigen Gelände. Neben den Campingplätzen, auf denen die Besucher in mitgebrachten Zelten oder Wohnwagen schlafen können, gibt es auch einen riesigen Aldi-Supermarkt: Hier findet man als Festivalgänger alles, was man braucht.
Kinder von acht bis zwölf Jahren zahlen einen ermäßigten Eintritt in Begleitung ihrer Eltern.

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