Kommentar über die Polizei in Bremen

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Die Personalstärke der Bremer Polizei wurde zu lange vom Haushalt her gedacht, nicht von den Anforderungen. Das muss sich ändern, meint Jürgen Theiner.
11.05.2017, 20:09
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Von Jürgen Theiner
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Immer mehr Anforderungen für Polizisten.

dpa

Die Personalstärke der Bremer Polizei wurde zu lange vom Haushalt her gedacht, nicht von den Anforderungen. Das muss sich ändern, meint Jürgen Theiner.

Wer Polizist wird, ist sich darüber im Klaren, dass er keinen normalen Acht-Stunden-Job antritt. Ein Beamter bricht nicht die Observation eines Straftäters oder die Begleitung einer Demonstration ab, weil die Uhr gerade die volle Stunde anzeigt. Gegen gelegentliche Mehrarbeit ist also nichts zu sagen. Wenn die Überstunden aber strukturelle Gründe haben, und das ist bei der Bremer Polizei der Fall, liegt etwas im Argen.

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Jahrelang wurde viel zu wenig Nachwuchs eingestellt, weil sich wechselnde Innensenatoren nicht gegen die Sparvorgaben der Finanzbehörde durchsetzen konnten. Die Anforderungen an die Polizei entwickelten sich genau gegenläufig. Die aktuell rund 2500 Beamten können das Einsatzgeschehen kaum noch bewältigen, spätestens bei unvorhergesehenen Sonderlagen offenbaren sich riesige Löcher in der Personaldecke.

Ein solches Problem, das sich über lange Zeit aufgebaut hat, löst man nicht ad hoc. Es muss jetzt darum gehen, in den Haushalten der nächsten Jahre genügend Geld für eine spürbare Aufstockung der Polizei einzuplanen. Eine ausgelaugte Truppe, die einen riesigen Überstundenberg vor sich her schiebt, gefährdet die innere Sicherheit.

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