Auf der Bremer Bürgerweide 300 Menschen demonstrieren gegen Corona-Einschränkungen

Rund 300 Demonstranten haben am Sonnabend auf der Bürgerweide unter anderem die Gefährlichkeit von Corona angezweifelt. Gegendemonstranten verwiesen auf eine Allianz von Esoterikern und Rechtsextremen.
16.05.2020, 19:26
Lesedauer: 3 Min
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Von Timo Thalmann und Michael Rabba

Etwa 300 Demonstranten haben sich am Sonnabendnachmittag unter dem Motto „Grundrechte“ auf der Bürgerweide versammelt. Sie protestierten mit ihrer Kundgebung gegen die ihrer Meinung überzogenen Maßnahmen zur Corona-Pandemie. Die Behörden hatten die Demonstration genehmigt.

Auch die nach Angaben der Polizei unangemeldet erschienenen rund 150 Gegendemonstranten wurden vor Ort als erlaubte Versammlung bewertet. Die Versuche der Polizei, beide Gruppen durch entsprechende mehrfache Aufforderungen räumlich deutlich voneinander zu trennen, gelangen indes nicht. So blieb es bei einer Barriere aus zahlreichen Polizeibeamten zwischen den beiden Versammlungen.

Auf der Grundrechte-Demonstration zweifelten verschiedene Redner unter anderem die Gefährlichkeit des Sars-CoV-2 Virus an. Den Lockdown bezeichneten sie als unverhältnismäßig und undemokratisch. Ihre Befürchtung: Die Einschränkung der im Grundgesetz garantierten Grundrechte auf Dauer. Während einzelne Teilnehmer auf Plakaten auch Verschwörungstheorien andeuteten, in denen wahlweise Bill Gates oder die Pharmaindustrie als Strippenzieher der Pandemie angeprangert wurden, distanzierten sich die Organisatoren unter lautem Beifall von rassistischen und diskriminierenden Ideologien und Äußerungen. Die Gegendemonstranten skandierten demgegenüber Sprechchöre wie „Esoterik und Nazis Hand in Hand, unsere Antwort lautet Widerstand.“

Einige Teilnehmer der Kundgebung hielten sich nach Polizeiangaben nicht an die Aufforderung per Lautsprecherdurchsage, sich an die Abstandsregeln zu halten und einen Mund-Nase-Schutz zu tragen. Deshalb habe es einige Ordnungswidrigkeitsanzeigen gegeben.

Gegen 17 Uhr wurde die Versammlung vom Veranstalter beendet, die Gegenkundgebung löste sich ebenfalls auf. Im Nachlauf "kam es zu einer wechselseitigen Körperverletzung zwischen zwei Teilnehmern der vorangegangenen Versammlungen", teilte die Polizei am Abend mit. Die Polizei stellte die Beteiligten und leitete entsprechende Ermittlungen ein.

Im Gustav-Detjen-Tunnel nahmen die Beamten zudem am Rande der Versammlung einen Mann in Gewahrsam. Der Mann hatte Polizisten bedroht und beleidigt. Zu weiteren nennenswerten Störungen kam es bei beiden Veranstaltungen nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei nicht.

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