Verdacht der sexuellen Nötigung

Ermittlungen gegen Bremer Polizeibeamten

Wegen des Verdachts der sexuellen Nötigung wird in Bremen gegen einen 57-jährigen Polizeibeamten ermittelt. Bereits 2017 hatte es eine Anzeige gegen den Betreffenden gegeben, teilt die Polizei mit.
26.07.2021, 15:31
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Von Sabine Doll Nina Willborn
Ermittlungen gegen Bremer Polizeibeamten

Gegen einen Bremer Polizisten wird ermittelt.

dpa/Archiv

Am Donnerstagmorgen ist laut der Bremer Polizei ein Polizeibeamter wegen des Verdachts der sexuellen Nötigung vorläufig festgenommen worden. Die Polizei schließt nicht aus, dass es weitere Fälle im Zusammenhang mit diesem Beamten geben könnte und ruft Betroffene dazu auf, sich zu melden.

Dienstausweis und Waffe abgenommen

Dem 57-Jährigen wird vorgeworfen, bei seiner Amtsausübung eine Frau vergewaltigt zu haben. Eine Zeugin habe dies der Polizei gemeldet, wie es in einer Mitteilung heißt. Der Mann ist daraufhin von Einsatzkräften vorläufig festgenommen worden, wie die Polizei mitteilt. "Die Behördenleitung hat dem Polizisten mit sofortiger Wirkung die Dienstgeschäfte verboten, ihm Dienstausweis und Waffe abgenommen sowie ein Verbot des Betretens der Diensträume ausgesprochen", sagt Polizeisprecherin Jana Schmidt. Darüber hinaus soll der Mann suspendiert werden.

Laut Frank Passade, Sprecher der Staatsanwaltschaft, soll der Beamte die Tat in der vergangenen Woche begangen haben. "Die Ermittlungen laufen, sind aber noch nicht abgeschlossen", sagte Passade. Sollte sich der Vorwurf der Vergewaltigung bewahrheiten und der Mann rechtskräftig verurteilt werden, könnten zudem seitens der Polizei weitere disziplinarrechtliche Schritte erfolgen: Bei "schweren Dienstvergehen" sind Beamte laut dem Bremischen Disziplinargesetz aus dem Dienst zu entfernen.

"Die Vorwürfe machen mich fassungslos. Allein der Vorwurf kann das Vertrauen in die Polizei nachhaltig erschüttern. Das darf nicht passieren: Die Polizei Bremen steht für Vertrauen und Integrität. So ein Verhalten hat keinen Platz in der Polizei Bremen", sagt Polizeipräsident Dirk Fasse zu den Beschuldigungen.

2017 Ermittlungen wegen sexueller Nötigung

Der Polizeibeamte hat eine Vorgeschichte: Bereits 2017 war laut der Polizei gegen ihn Anzeige wegen eines Sexualdeliktes erstattet worden - laut Passade ging es damals um sexuelle Nötigung. Auch in diesem Fall seien die Ermittlungen zum Strafverfahren durch das Referat Interne Ermittlungen und die Staatsanwaltschaft Bremen geführt worden. Außerdem sei ein Disziplinarverfahren durch die Polizei Bremen eingeleitet worden. Wie die Polizei mitteilt, wurde der heute 57-Jährige damals versetzt, aber nicht des Dienstes enthoben. "Die Beweislage war damals nicht ausreichend für eine Suspendierung", sagt Jana Schmidt. Durch die interne Versetzung des Beamten sei dafür gesorgt worden, dass er und die zu diesem Zeitpunkt betroffene Frau nicht mehr hätten aufeinandertreffen können.

Da nicht auszuschließen ist, dass der Beschuldigte für weitere gleich gelagerte Fälle verantwortlich ist, bittet die Polizei Betroffene, sich an das Referat Interne Ermittlungen unter Telefon 0421/361-59366 (werktags zwischen 8 und 16 Uhr) oder schriftlich an office@interneermittlungen.bremen.de zu wenden.

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