Epidemiologe bemängelt Corona-Strategie

„Uns fehlen die langfristigen Ziele“

Was kommt nach dem harten Lockdown im Januar? Bundesweit werden die Rufe nach einer zukunftsgerichteten Corona-Strategie lauter. Auch ein Bremer Epidemiologe fordert, langfristige Ziele in den Blick zu nehmen.
16.12.2020, 12:00
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Von Nico Schnurr

Seit Mittwoch gilt angesichts anhaltend hoher Neuinfektionen bundesweit ein harter Lockdown. Die verschärften Maßnahmen sind bis zum 10. Januar in Kraft. Doch wie geht es danach weiter? Seit der Ankündigung der neuen Einschränkungen werden die Forderungen nach einer langfristigen Strategie in der Corona-Pandemie wieder lauter. Auch der Bremer Epidemiologe Hajo Zeeb fordert ein Umdenken in der Corona-Bekämpfung. „Es ist wichtig, nicht nur auf das Infektionsgeschehen zu reagieren, sondern Ziele im Umgang mit der Pandemie festzulegen“, sagt Zeeb, „uns fehlen diese langfristigen Ziele bislang.“

Ein langfristiger Plan müsste aus Sicht von Zeeb auch dazu dienen, die Risikogruppen besser zu schützen. „Was die Pflegeheime betrifft, hat die Politik kaum aus der ersten Welle gelernt“, sagt Zeeb, „man kann die Risikogruppen gleichzeitig vor Vereinsamung und vor dem Virus schützen, doch derzeit schaffen wir das nicht.“ Der Professor vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie betont, FFP2-Masken und regelmäßige Schnelltests für Pflegekräfte und Bewohner müssten zum Standard in Pflegeheimen werden: „Wir müssen Pflegeheime endlich zu sicheren Orten machen.“

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