Erste Bilanz der Sondereinsatzgruppe

Bremer Polizei schnappt Autoposer

Speziell ausgebildete Kräfte der Bremer Polizei gehen seit Juni gezielt gegen Autoposer und illegale Autorennen vor. Ein erstes Fazit ergab jede Menge Verwarn- und Bußgelder sowie 15 Strafanzeigen.
04.11.2019, 17:07
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Bremer Polizei schnappt Autoposer
Von Ralf Michel

Seit Juni dieses Jahres gibt es bei der Bremer Polizei die Kontrollgruppe Autoposer/Motorradposer - vier speziell ausgebildete Mitarbeiter der Abteilung Verkehrspolizei, die gezielt gegen illegale Straßenrennen, das als Posing bezeichnete Zurschaustellen PS-starker Fahrzeuge sowie gegen aggressives Verhalten im Straßenverkehr vorgehen. Jetzt hat die Kontrollgruppe ein erstes Fazit ihrer Tätigkeit vorgelegt.

Demnach wurden von Mitte Juni bis Ende September 135 Kraftfahrzeuge genauer begutachtet. Unter anderem wegen Posings (46 Fälle), zu hoher Geschwindigkeit (42), übermäßigem Beschleunigen (24), unnötiger Lärmbelästigung (21) oder auch illegalem Tuning und technischen Manipulationen (9).

Lesen Sie auch

15 Strafanzeigen, 54 Verwarngelder und 46 Bußgelder standen dabei am Ende zu Buche. Die Strafanzeigen gab es für illegale Autorennen (drei Fälle), gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr (vier), Fahrens ohne Fahrerlaubnis (sechs) sowie Nötigung (zwei). In zwei Fällen wurde die Weiterfahrt wegen technischer Manipulationen am Fahrzeug untersagt, in neun Fällen ein Mängelbericht an die zuständige Zulassungsbehörde geschickt. Bei weiteren vier Überprüfungen konnten die festgestellten Mängel noch am Kontrollort behoben werden, in 21 Fällen lagen lediglich geringfügige Übertretungen vor, bei denen man es laut Innenbehörde bei einem „normenverdeutlichenden Gespräch“ belassen konnte.

Schwerpunkt der durchgeführten Kontrollen war laut Innenbehörde der gesamte Innenstadtbereich, wobei am Breitenweg/Rembertiring die meisten auffälligen Fahrzeuge angetroffen wurden. Bei ihren Kontrollen bemerkte die Einsatzgruppe der Polizei, dass sich ihre Aktivitäten tagesaktuell in den einschlägigen Kreisen der Poser über die sozialen Medien schnell herumsprach. „Mit zunehmender Dauer der Maßnahme konnte festgestellt werden, dass die Anzahl der kontrollwürdigen Ereignisse abnahm“, heißt es in einer Sitzungsvorlage, die am Donnerstag in der Innendeputation diskutiert werden soll. Ob dies tatsächlich auf die Kontrollgruppe zurückzuführen ist, könne allerdings wegen der relativ kurzen Periode ihrer Tätigkeit nicht gesagt werden.

Lesen Sie auch

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+