Umbau der Bremer Innenstadt

City-Händler spornen Zech an

Die Einzelhändler in der Bremer City begegnen den Verzögerungen bei den Innenstadt-Plänen von Kurt Zech mit Gelassenheit. Durch die mögliche Fusion von Karstadt und Kaufhof könnte sich eine neue Lage ergeben.
11.07.2018, 19:54
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City-Händler spornen Zech an
Von Jürgen Hinrichs

Dass es entgegen der Ankündigungen bisher nicht vorangegangen ist mit den Plänen von Kurt Zech, einen Teil der Innenstadt umzukrempeln, löst bei den Einzelhändlern in der City keine Sorgen aus. "Es bleibt dabei, dass das Zech-Projekt der wichtigste Impuls ist, um die Innenstadt neu aufzustellen", sagt Jan-Peter Halves, Geschäftsführer der City-Initiative, in der sich die Kaufleute zusammengeschlossen haben.

Er sei unverändert zuversichtlich und glaube sogar an eine besondere Chance. Der Grund: Karstadt und Kaufhof könnten nach aktuellen Medienberichten zu einer Fusion bereit sein – eine neue Ausgangslage für die Verhandlungen über die Zukunft der beiden Warenhäuser in Bremen, die mit ihren Immobilien zusammen mit dem Parkhaus-Mitte die Bausteine für den Zech-Plan sind.

Der WESER-KURIER hatte am Mittwoch berichtet, dass Zech bei dem geplanten Kauf und Abriss des Parkhauses-Mitte noch keinen entscheidenden Schritt weiter ist. Zwar hatte der Senat dem Bremer Unternehmer im Dezember zugesagt, das Parkhaus ohne ein gesondertes Verfahren direkt an ihn zu vergeben.

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Dem Erwerb stehen aber nach wie vor rechtliche Hindernisse entgegen. So muss von Zech unter anderem geklärt werden, wie er mit den sogenannten Grunddienstbarkeiten des benachbarten Kaufhofs umgeht. Die Autostellplätze dort können nur über das Parkhaus-Mitte erreicht werden, dieses Recht ist im Grundbuch verbrieft.

"Ich habe den Eindruck, dass die Stadt und der Investor gut zusammenarbeiten", erklärt Halves. Es habe selten ein Projekt in der Stadt gegeben, das so einhellig begrüßt werde. Für den neuen Bebauungsplan, der dafür notwendig wird, verspricht sich der City-Manager sehr viel von einem Symposium, das im September stattfindet. An der einwöchigen Tagung werden neben den Investoren, Eigentümern und Planern auch Senatsmitglieder teilnehmen.

Es sind Fachleute aus dem In- und Ausland eingeladen, die unter dem Titel "Ideenmeisterschaft Bremer Innenstadt" ihren Beitrag leisten sollen. Halves selbst wird nach eigenen Angaben auch dabei sein. "Ein neues, sehr gutes Format, das genau zum richtigen Zeitpunkt kommt", sagt der Geschäftsführer. Er hofft darauf, dass sich die Akteure auf ein gemeinsames Verständnis von Innenstadt einigen und die Erkenntnisse Eingang in den Bebauungsplan finden.

Neben dem Zech-Projekt gibt es weitere Vorhaben in der Innenstadt, die teilweise bereits angelaufen sind. Das ehemalige Stammhaus der Bremer Kaffee-Familie Jacobs ist abgerissen worden, zusammen mit der Stadtwaage wird an der Stelle der Jacobs-Hof entwickelt. Investor ist Christian Jacobs, er hat in der Langenstraße auch das Kontorhaus gekauft. Im Bremer Carree an der Obernstraße haben sich mit den neuen Eigentümern Mieter angekündigt, die den Leerstand füllen. Nach Plan läuft auch der geplante Umbau des Lloydhofes am Ansgarikirchhof.

Bis zum Herbst soll für den Lloydhof nach Auskunft der Firma Denkmalneu, die das Objekt von der Stadt erworben hat, für die Fassadengestaltung ein städtebaulicher Wettbewerb abgeschlossen sein. Erst danach könne über die Belegung des Gebäudes entschieden werden. Verhandlungen mit Interessenten gebe es bereits. Mit dem Umbau des Gebäudes werde im zweiten Quartal des kommenden Jahres begonnen.

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