Grundschule in der Schmidtstraße wird umgebaut und der Schulhof vergrößert Das Provisorium kommt weg

Steintor. Lange wurde auf das Problem aufmerksam gemacht, lange wurde geprüft und geplant. Jetzt ist es endlich losgegangen.
18.01.2017, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Liane Janz

Steintor. Lange wurde auf das Problem aufmerksam gemacht, lange wurde geprüft und geplant. Jetzt ist es endlich losgegangen. Auf dem Schulhof der Grundschule an der Schmidtstraße steht ein Mobilbau, der deutlich in die Jahre gekommen ist. Schon lange steht das Provisorium in der Kritik, unter anderem weil es ein unbeschreiblicher Energiefresser ist. Mit dem Umbau der Villa in der Schmidtstraße, Ecke Im krummen Arm, hat jetzt die erste Etappe auf dem Weg zu neuen Räumen begonnen. Wegen der Bauarbeiten ist die Straße für rund ein Jahr gesperrt.

„Das Ganze läuft Zug um Zug“, sagt Immobilien-Bremen-Sprecher Peter Schulz über die Bauarbeiten in der Schule. Zunächst entstehen im Erdgeschoss des Eckhauses neue Räume für den Hort und die Ganztagsbetreuung der Schülerinnen und Schüler. Derzeit werden die Hortkinder in zwei der vier Klassenräumen im Mobilbau betreut. Nachdem das Obergeschoss der Villa umgebaut ist, zieht dort die Schulverwaltung ein, und auch das neue Lehrerzimmer wird dort angesiedelt. Zeitgleich bekommt die Turnhalle der Schule, die bereits mit einer besseren Akustik ausgestattet wurde, einen Anprallschutz. Diese erste Etappe der Bauarbeiten soll etwa im Frühjahr 2018 abgeschlossen sein und 2,4 Millionen der insgesamt veranschlagten drei Millionen Euro kosten. Der Löwenanteil des Geldes kommt aus dem Sondervermögen Immobilien und Technik, das Immobilien Bremen verwaltet. Mit rund fünf Prozent beteiligt sich die Bildungsbehörde an den Gesamtkosten.

Sind die Räume fertig und ist die Schulverwaltung umgezogen, beginnen die Umbauarbeiten im Altbau der Schule an der Schmidtstraße. Die Fassade wird saniert und gedämmt, und auf der Innenhofseite wird ein Fahrstuhl angebaut. Im ehemaligen Sekretariat, dem Büro der Schulleiterin und dem Lehrerzimmer entstehen je zwei Klassen- und Differenzierungsräume für 300 000 Euro. Wie die Räume dann eingerichtet und gestaltet werden, dabei sollen auch die Schülerinnen und Schüler ein Wort mitzureden haben. Fertig sein sollen alles im Frühsommer 2018. Danach ziehen die Kinder aus dem Mobilbau, der am Zaun in der Straße Im krummen Arm steht, aus – und der wird abgerissen.

An seiner Stelle werde auch nichts Neues gebaut, sagt der Immobilien-Bremen-Sprecher. Der frei werdende Platz werde dem Schulhof zugeschlagen, der dadurch ein Stückchen größer wird. Die neue Aufteilung der Schule soll eine dauerhafte Lösung sein. Der Abriss des Mobilbaus koste ebenfalls 300 000 Euro, sagt Peter Schulz.

Gebaut wurde er damals für rund eine halbe Million Mark. In den Sommerferien 1973 waren gleich elf Bremen Grund-, Haupt- und Realschulen um Mobilbauten erweitert worden, darunter auch die in der Schmidtstraße. Schon damals galten die Bauten nur als Provisorien, um kurzfristig dem erhöhten Platzbedarf gerecht zu werden. Nun hat es zumindest in der Schmidtstraße doch über 40 Jahre gedauert, bis das Provisorium durch etwas Dauerhaftes ersetzt wird.

Die Schule an der Schmidtstraße ist eine mit Historie: 1854 wurde sie als erste staatliche Bremer Schule gegründet, an der kein Schulgeld gezahlt werden musste. Der Beiname „Klünkengymnasium“ stammt aus der Zeit der Schulgründung. Die Familien der Schulkinder waren zu arm, um ihren Kindern Lederschuhe kaufen zu können. Deshalb kamen die Mädchen und Jungen in Holzschuhen, den Klünken, zur Schule. Das Schulwappen erinnert noch heute an diese Zeit. Die Gesamtschülervertretung zieht dem Vernehmen nach aus der Villa an der Ecke Schmidtstraße, Im krummen Arm, aus und kommt am Alten Gymnasium unter. Mehr darüber in einer der nächsten Ausgaben.

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