Busse und Bahnen in Bremen Das Sozialticket heißt jetzt Stadtticket

Bremen. Lange wurde debattiert und gestritten, seit Anfang Januar gilt es: das neue Sozialticket - beziehungsweise das Stadtticket, wie der Fahrschein für sozial Schwache neuerdings heißt. 1600 dieser Tickets sind nach Angaben der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) bislang verkauft worden.
05.01.2010, 01:51
Lesedauer: 2 Min
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Von Arno Schupp

Bremen. Lange wurde debattiert und gestritten, seit Anfang Januar gilt es: das neue Sozialticket - beziehungsweise das Stadtticket, wie der Fahrschein für sozial Schwache neuerdings heißt. 1600 dieser Tickets sind nach Angaben der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) bislang verkauft worden. Bis zu 85.000 könnten es theoretisch werden, hatte der Senat errechnet, als er im Sommer vorigen Jahres die Einführung des neuen Fahrscheins beschloss.

Der Sondertarif ist nicht gerade unumstritten: 'Dieses Sozialticket verdient seinen Namen nicht', hatte die Linke moniert. Sie sah das Ticket vor allem als zu teuer an, außerdem kritisierten die Linken, dass der neue Monats-Fahrschein nicht übertragbar ist. Deshalb könnte er sich gerade für Familien als teure Variante entpuppen, denn wenn alle Familienmitglieder einen eigenen Fahrschein benötigen, lohne sich ein Blick auf die regulären BSAG-Tarife.

Zum Vergleich: Das Stadtticket kostet 29,25 Euro, Kinder und Jugendliche zahlen 24,50 Euro. Der Sondertarif gilt nur in den Bussen und Straßenbahnen der BSAG im Gebiet der Stadtgemeinde Bremen. Er ist personengebunden, beim Erwachsenenticket kann von Montag bis Freitag ab 19 Uhr und ganztägig an Wochenenden und Feiertagen ein weiterer erwachsener Fahrgast sowie bis zu vier Kinder bis 14 Jahren mitfahren. Das bekannte Monatsticket gibt es zum Preis von 47 Euro. Die Mitnahmeregelung ist ähnlich, gleichwohl ist die Monatskarte übertragbar, sie kann also auch von Familienmitgliedern genutzt werden.

Nach seiner Einführung sorgt das Stadtticket zwar nicht mehr für Diskussionen, aber immer noch für Verwirrung. Denn der Weg zum neuen Fahrschein ist lang - und nicht unkompliziert, wie selbst die BSAG einräumt. Wer das Ticket haben will, muss sich erst einmal auf den Weg zur Bagis oder zu einem Sozialzentrum machen. Dort erhalten alle Berechtigten eine sogenannte 'grüne Karte'. Mit dieser Karte, einem Ausweis und einem Passfoto geht es dann weiter zum 'Service Point', wo die Kundenkarten der BSAG ausgestellt werden. Verwirrenderweise haben diese 'Service Points' nichts mit der BSAG zu tun, sie sind vielmehr bei der Bagis und einzelnen Sozialzentren zu finden (siehe Servicezeile unten).

Stadtticket gilt nur 'im Doppel'

Die Kundenkarte wiederum ist die Berechtigung, um später mit dem Stadtticket fahren zu können. Schüler ab 15 Jahren und Auszubildende benötigen darüber hinaus eine Bescheinigung der Schule beziehungsweise des Ausbildungsbetriebes. Die entsprechenden Vordrucke müssen sie sich übers Internet oder in einem Kundencenter des Verkehrsunternehmens besorgen. Das Stadtticket selbst gibt es dann in den Kundenzentren der BSAG, es gilt jedoch nur in Verbindung mit der Kundenkarte. 'Das Verfahren ist nicht unkompliziert', räumt BSAG-Sprecher Jürgen Lemmermann ein. 'Aber es geht nicht anders', denn irgendwie müsse ja kontrolliert werden, wer ein Sozialticket kaufen darf und wer nicht.

Die BSAG geht davon aus, dass in Bremen rund 850.00 Menschen Anspruch auf den neuen Fahrschein-Typ haben. Gleichwohl rechnet das Unternehmen, dass mehr als drei Viertel der Sozialticket-Kunden ohnehin schon mit der BSAG unterwegs waren.

An diesen 'Service-Centern' sind die BSAG-Kundenkarten zu haben:Bremen-Mitte: Doventorscontrescarpe 172 D. Bremen-Nord: Sozialzentrum, Sedanplatz 7. Bremen-West: BAgIS, Schiffbauerweg 22. Bremen-Ost: Sozialzentrum, Wilhelm-Leuschner-Straße 27a. Bremen Süd: Sozialzentrum, Große Sortillienstraße 2-18. Weitere Infos zum StadtTicket gibt es unter Telefon 01805826826 (14 Cent/Minute aus dem deutschen Festnetz; Preise vom Mobilfunknetz können davon abweichen) sowie unter www.BSAG.de.

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