Nach Sturmtief "Eberhard" Einzelne Zugausfälle in Niedersachsen und Bremen

Nachdem Sturmtief "Eberhard" Deutschland ordentlich durchgepustet hat, müssen Pendler zu Wochenbeginn teilweise noch mit unangenehmen Folgen rechnen. In Bremen und Niedersachsen fallen einzelne Züge aus.
11.03.2019, 05:47
Lesedauer: 3 Min
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Nach den heftigen Sturmböen am Sonntag wird sich die Lage im Bahnverkehr am Montagmorgen wohl erst allmählich normalisieren. Es werde "immer noch starke Einschränkungen" sowohl im Fern- als auch im Regionalverkehr geben, sagte eine Bahnsprecherin am frühen Montagmorgen. Auch Bahnfahrer in Niedersachsen und Bremen müssen am Montag Geduld mitbringen. Es könne weiter zu Verspätungen und Zugausfällen kommen. "Die Lage hat sich aber deutlich entspannt", erklärte die Bahnsprecherin weiter.

Besonders Langstreckenverbindungen von Süden nach Norden könnten noch vereinzelt ausfallen – beispielsweise ab Bremen zum Beispiel nach Hamburg und München. Wie viele Verbindungen aktuell betroffen sind, sei unklar. Reisende sollten sich vorab informieren, ob ihr Zug wie angekündigt fahre.

Im Regionalverkehr fahren alle Züge weitgehend planmäßig, einzelne Züge – zum Beispiel von Bremen nach Hamburg – fallen aber auch hier aus. Die Nordwestbahn-Linien von Paderborn nach Kreiensen sowie von Ottbergen nach Göttingen waren am Sonntagabend ausgefallen. In Osnabrück hatte die Bahn für gestrandete Reisende Züge zum Schlafen bereit gestellt. Diese Schlafzüge seien mittlerweile wieder im regulären Einsatz, sagte die Sprecherin.

Zugausfälle auf der Schnellstrecke Köln-Frankfurt

In Nordrhein-Westfalen sind erste Züge im Fern- und Regionalverkehr zum Wochenbeginn wieder gefahren. Die Schnellfahrstrecke zwischen Köln und München sei wieder frei und könne eingeschränkt wieder befahren werden, hieß es von Seiten der Bahn weiter.

Lediglich einzelne Züge sollten noch ausfallen, etwa auf der Schnellstrecke zwischen Köln und Frankfurt am Main. Einschränkungen gebe es noch auf den Strecken zwischen Köln - Dortmund, Altenbeken - Hamm (Westfalen) sowie zwischen Rosenheim und Kufstein. Auch S-Bahnen und Regionalzüge seien in weiten Teilen Nordrhein-Westfalens wieder in Betrieb, auf einzelnen Strecken sei ein Ersatzverkehr mit Taxis oder Bussen eingerichtet.

Weil etliche Bäume auf die Gleise geweht waren und für einen Stromausfall im wichtigen Stellwerk Essen gesorgt hatten, war der Zugverkehr in NRW am Sonntagnachmittag komplett gestoppt worden. Zahlreiche Reisende strandeten an den Bahnhöfen. In Städten wie Dortmund, Duisburg, Köln oder auch in Berlin hatte die Bahn Aufenthaltszüge bereitgestellt, in denen gestrandete Fahrgäste auch die Nacht verbringen konnten.

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Sturm "Eberhard" war am Sonntag mit Böen bis Windstärke 11 und 12 erst über NRW und Teile von Niedersachsen hinweggefegt, bevor es am Abend Thüringen und Sachsen erreichte. In Bestwig im Hochsauerlandkreis starb ein Autofahrer, als ein entwurzelter Baum während der Fahrt auf sein Auto fiel. In Chemnitz wurde ein Mann schwer verletzt, als sein Kleintransporter umgeweht wurde.

Einsatzkräfte kämpften landesweit bei Tausenden von Einsätzen mit umgestürzten Bäumen und abgedeckten Hausdächern. In Thüringen wurde ein Dorf durch quer liegende Bäume vollständig von der Außenwelt abgeschnitten. Da die versuchte Räumung am Sonntag weitere Bäume zum Einsturz brachte, vertagte man die Arbeit aus Sicherheitsgründen. Auch in Bayern und Baden-Württemberg kam es zu mehreren hundert Einsätzen wegen des Sturms, während die nördlichen Bundesländer weitestgehend von "Eberhard" verschont blieben.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hob seine Unwetterwarnungen in der Nacht zum Montag auf. Die Experten warnten lediglich noch vor orkanartigen Böen, insbesondere in Hochlagen. "Es ist noch ein bisschen windig, aber weitgehend vorbei", sagte ein DWD-Sprecher am frühen Morgen.

Hunderte Einsätze in Niedersachsen

"Eberhard" hat in Niedersachsen auch für Hunderte Einsätze bei Polizei und Feuerwehr gesorgt. Besonders betroffen war der Landkreis Göttingen, dort rückten die Einsatzkräfte mehr als 220-mal aus, wie die Polizei am Montag mitteilte. Verletzt wurde bei dem Sturm niemand.

Zwanzig Straßen waren am Montagmorgen im Landkreis Göttingen gesperrt, weil Bäume umgestürzt waren. "Alles was nicht niet- und nagelfest war, ist hier durch die Luft geflogen", sagte ein Sprecher.

14 Einsätze in Braunschweig

Die Autobahn 7 musste am Sonntagabend für rund drei Stunden bei Hann. Münden gesperrt werden, nachdem ein Baum auf die Fahrbahn gestürzt war. Der Verkehr habe sich in Richtung Süden auf zeitweise acht Kilometer gestaut, teilte der Sprecher mit.

Im restlichen Niedersachsen ist es in der Nacht ruhiger geblieben. In Braunschweig habe es 14 Einsätze gegeben. Im Landkreis Osnabrück wurde die Feuerwehr elf Mal alarmiert: Autos waren wegen Glätte von der Straße abgekommen. Auch dort wurde niemand verletzt

(dpa/mmi)

+++Dieser Artikel wurde um 8.27 Uhr aktualisiert+++

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