Eigentümer des Brinkmann-Geländes

"Es reizt uns, eine Schule zu bauen"

Clemens Paul, geschäftsführender Gesellschafter der Justus Grosse Projektentwicklung GmbH, erklärt im Interview den Masterplan für die Baupläne auf dem ehemaligen Tabakquartier in Woltmershausen.
23.06.2018, 16:51
Lesedauer: 2 Min
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Von Karin Mörtel
"Es reizt uns, eine Schule zu bauen"

Clemens Paul (l.) und Joachim Linnemann, Geschäftsführer der Justus Grosse GmbH, wollen das Tabakquartier wie­der­be­le­ben.

Koch

Welche Erwartungen haben Sie an den städtebaulichen Rundumschlag, der von der Stadt in Auftrag gegeben wurde?

Wir haben die Erwartung an den Masterplan, dass die großen Hoffnungen, die in dieses Gesamtareal gelegt werden, sich auch als erfüllbar erweisen. Wir wollen dort Wohnen ermöglichen, aber auch den Anteil an neuem Gewerbe erhöhen. Uns schwebt beispielsweise eine Art Innovationszentrum für Start-Up-Unternehmen vor. Wir wollen am Ende ein quirliges, durchmischtes und buntes Areal haben. Das ist meinem Empfinden nach das gemeinsame Interesse der Eigentümer, der Stadt und des Beirates.

Haben Sie das Brinkmann-Grundstück gekauft, weil Sie erfahren haben, dass die Stadt einen Masterplan entwickeln lassen will?

Wir fanden das Grundstück so oder so spannend. Aber wir waren erfreut, dass die Stadt schon so weit mit ihren Vorbereitungen vorangeschritten war. Das hat uns ermutigt, unseren Beitrag an dieser Stelle zu leisten, um den Bereich zu entwickeln.

Sehen Sie sich denn als Investor in der Pflicht, mit an Lösungen zu arbeiten, wie man einen Verkehrskollaps an den beiden Nadelöhren zum Stadtteil verhindern kann?

In erster Linie ist es Aufgabe der Stadt, dafür zu sorgen, dass der Verkehr ordentlich fließen kann. Aber wir können uns intensiv darüber austauschen, wie man mit den Verkehrsteilnehmern umgeht, die durch das neue Quartier hinzukommen werden. Meine große Hoffnung ist, dass die Menschen, die dort wohnen und arbeiten werden, feststellen, dass sie nicht länger auf das Auto angewiesen sind.

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Wie wollen Sie das erreichen?

Als ich kürzlich vor Ort war, bin ich zum Spaß zurück in die Innenstadt gelaufen und war begeistert, wie schnell das ging. Wir haben bald bis zum Pusdorfer Tunnel einen voll ausgebauten Fahrradschnellweg in die Innenstadt. Und außerdem könnte man darüber nachdenken, die Taktfrequenz der Busse zu erhöhen. Im Endeffekt sollen die Menschen das Auto eher stehenlassen, weil sie merken, dass sie mit anderen Verkehrsmitteln schneller am Ziel sind.

Gibt es bereits einen Zeitplan für den Baubeginn?

Realistisch rechne ich nicht vor Anfang 2021 mit Baubeginn. Vorher könnte ich mir lediglich vorstellen, dass man auf Basis des Masterplans bereits einzelne Gebäude errichtet, an denen ein gemeinschaftliches Interesse besteht.

Könnte das auf Ihrem Grundstück auch eine Schule oder Kita sein? Denn diese sind zwar geplant, müssen aber noch einen Platz finden.

Natürlich können wir uns vorstellen, dafür Grundstücke zur Verfügung zu stellen oder auch selber zu bauen. Wir haben in den letzten Jahren bereits mit Partnern wie der Gewoba Kitas errichtet. Und warum nicht auch gemeinsam mit der Bildungsbehörde eine Schule? Das wäre für uns das erste Mal, aber es reizt uns sehr. Schließlich ist Bildung unsere Zukunft.

Das Gespräch führte Karin Mörtel.

Info

Zur Person

Clemens Paul ist geschäftsführender Gesellschafter der Justus Grosse Projektentwicklung GmbH. Die Firma Justus Grosse ist seit Mai Eigentümerin des ehemaligen Brinkmann-Geländes.

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