Zugelassen in der EU Das wissen wir über den Impfstoff von Johnson & Johnson

In der EU ist der vierte Corona-Impfstoff zugelassen worden. Die Wirksamkeit von Johnson & Johnson wird als gut eingestuft, auch gegen Mutationen. Die Anwendung weist eine Besonderheit auf.
11.03.2021, 14:56
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Maurice Arndt mit dpa

Derzeit stauen sich hierzulande die Impfdosen, mit Johnson & Johnson steht nun jedoch der nächste Impfstoffkandidat bereit, der in der EU im Kampf gegen das Coronavirus angewendet werden darf. Die Wirksamkeit des neuen Impfstoffes liegt unter jener der bereits verfügbaren Alternativen. In Lagerung und Anwendung bietet er hingegen Vorteile. Ein Überblick.

Wie wirksam ist der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson?

Das Johnson-&-Johnson-Vakzin bietet vier Wochen nach der Verabreichung einen 66-prozentigen Schutz vor mittleren und schweren Krankheitsverläufen und einen 85-prozentigen Schutz gegen schwerere Erkrankungen. Das geht aus einer Ende Januar veröffentlichten Phase-III-Studie mit rund 44.000 Testpersonen hervor. Die Prozentzahlen bedeuten, dass es in der geimpften Probandengruppe entsprechend weniger Fälle gab als in der Placebo-Probandengruppe. Die Wirksamkeit liegt damit nach heutigem Wissensstand unter jener von Moderna oder Biontech, gilt aber auch als gut.

Wann ist der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson verfügbar?

Anfang Februar hatte Johnson & Johnson die Notfallzulassung für den von seiner Pharmasparte entwickelten Corona-Impfstoff bei der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA beantragt. Mitte Februar folgte der Antrag bei der EU-Arzneimittelbehörde EMA, die nun die Empfehlung für eine bedingte Zulassung abgab. Die endgültige Entscheidung über die Zulassung muss nun die EU-Kommission treffen – das gilt als Formsache und könnte ebenfalls noch am selben Tag erfolgen. Die EU rechnet mit ersten Lieferungen im April.

Wie viele Dosen werden geliefert?

Die EU-Kommission hatte bereits Impfdosen für 200 Millionen Menschen bestellt. Davon würde Deutschland 36,7 Millionen erhalten. Allerdings gibt es Befürchtungen, dass das Unternehmen nicht rechtzeitig liefern könne. Der Hersteller sicherte zu, dass er sich an die Absprachen halten und ab April liefern werde. In der EU sind bisher die Impfstoffe der Hersteller Pfizer/Biontech, Moderna und AstraZeneca zugelassen.

Lesen Sie auch

Was macht Johnson & Johnson besonders?

Der Impfstoff von Johnson & Johnson bietet den Vorteil, dass er bereits nach einer Dosis voll wirksam sein soll. Die bisher zugelassenen Impfstoffe von Biontech, Moderna und Astra-Zeneca müssen zweimal verimpft werden. Zudem muss das Johnson-&-Johnson-Präparat nicht tiefgefroren gelagert werden. Nach Unternehmensangaben ist der Impfstoff von Johnson & Johnson mindestens drei Monate lang bei Temperaturen zwischen zwei und acht Grad haltbar.

Bei dem Vakzin handelt es sich wie bei Astra-Zeneca um einen Vektorimpfstoff. Daten zur Dauer des Impfschutzes lägen noch nicht vor, erklärte die FDA. Auch gebe es noch keine belastbaren Erkenntnisse dazu, ob Geimpfte das Virus übertragen.

Hilft Johnson & Johnson auch gegen Mutationen des Virus?

In Studien in Südafrika und Brasilien lag die Wirksamkeit gegen schwere Krankheitsverläufe laut der FDA bei 81,7 und 87,6 Prozent. Ein hoher Schutz gegen die zuerst in Südafrika und Brasilien entdeckten Virus-Varianten, die als deutlich ansteckender gelten, scheint damit wahrscheinlich.

Für welche Altersspanne wird der Impfstoff freigegeben?

In den USA ist der Impfstoff ab 18 Jahren freigegeben, ohne eine Altersbegrenzung nach oben.

Wo ist das Vakzin bereits zugelassen?

In den Vereinigten Staaten ist der neue Impfstoff seit Samstag, 27. Februar, per Notfallzulassung nutzbar. Auch in Südafrika ist das amerikanische Serum bereits zugelassen. Die erste 80.000 Dosen trafen dort am Dienstag, 16. Februar, ein.

Wer hat den Impfstoff entwickelt?

Entwickelt wurde der Impfstoff von dem US-amerikanischen Hersteller Johnson & Johnson. In Europa will das französische Unternehmen Sanofi, den Amerikanern bei der Abfüllung helfen. Ab dem dritten Quartal sollen in einem Werk nahe Lyon rund zwölf Millionen Dosen pro Monat abgefüllt werden.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+