Bremen

In prominenter Gesellschaft

Bremen. Wie wird man Reformationsbotschafterin? Maria Esfandiari hört diese Frage und lacht. Da sei Bremen einen ganz eigenen Weg gegangen.
16.04.2017, 00:00
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In prominenter Gesellschaft
Von Kathrin Aldenhoff

Bremen. Wie wird man Reformationsbotschafterin? Maria Esfandiari hört diese Frage und lacht. Da sei Bremen einen ganz eigenen Weg gegangen. Neben ihr haben das Amt nämlich zum Beispiel Gundula Gause, Wolfgang Schäuble oder Jürgen Klopp übernommen. „Also Leute, die man wirklich kennt.“ Doch die Bremische Evangelische Kirche fragte ganz bewusst die junge Medienwissenschaftlerin, ob sie das Amt neben dem ehemaligen Bürgermeister Jens Böhrnsen übernehmen möchte, um andere Menschen zu erreichen.

Die Evangelische Kirche Deutschland sei darüber anfangs nicht begeistert gewesen, sagt Esfandiari. Botschafter im Reformationsjahr sollten Prominente sein. Doch das Feedback der Menschen sei positiv. Viele freuten sich, dass sie als junge Frau über ihren Glauben spreche – frei heraus. „Ich glaube, der Bremer Plan ist aufgegangen. Wir sind ein echt cooles Team. Die Mischung kommt gut an.“

Als man sie gefragt habe, ob sie die Aufgabe übernehmen will, habe sie zunächst gedacht: Gut, wenn sonst keiner möchte. Dann kamen Bedenken: Wie ist es, neben einem ehemaligen Politiker aufzutreten, der routiniert vor Menschen spricht und die Dinge auf den Punkt bringt? Mittlerweile habe sie ihre Rolle aber gefunden und freue sich über Veranstaltungen. „Das hat mir schon viel gebracht.“ Sie habe sich an öffentliche Diskussionen zur Reformation gewöhnt. „Da wäre ich vor ein paar Monaten noch aufgeschmissen gewesen.“ Und mit dem Bürgermeister a. D. sei sie jetzt per Du.

Gelacht habe aber auch ihre Mutter darüber, dass gerade ihre katholische Tochter als Reformationsbotschafterin der Evangelischen Kirche Bremen ausgesucht wurde. Esfandiari findet die Entscheidung gut: „Wir zeigen damit, dass es zusammen funktioniert und wir auch im Christentum im Dialog sind. Die Reformation war schließlich ein Wandel für uns alle.“ Ihr nächster Höhepunkt als Botschafterin ist der Kirchentag im Mai. Am liebsten wäre es ihr, dort die anderen Botschafter zu treffen und Erfahrungen auszutauschen.

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