Geld aus Berlin und Bremen Klima-Managerin für Blumenthal

Ein Reparaturcafé, eine Tauschbörse - das sind zwei Ideen von vielen weiteren, die in Blumenthal verwirklicht werden sollen. Der Stadtteil ist nun Modellquartier für ein Klimaschutz-Projekt.
14.06.2018, 17:01
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Klima-Managerin für Blumenthal
Von Ina Bullwinkel

Blumenthal. In Blumenthal soll sich etwas tun, auch beim Klimaschutz. Umweltsenator Joachim Lohse (Grüne) hat jetzt im Quartierstreff den Start des Projektes „Klimaschutz in Blumenthal – ein Quartier im (Klima-)Wandel“ bekannt gegeben. „Es geht darum, Klimaschutz im Bewusstsein der Menschen zu verankern“, sagte Lohse.

Es sei notwendig, im Bereich Klimaschutz voranzukommen, und dazu brauche es nicht nur die Unterstützung Bremer Unternehmen, sondern auch aus den Stadtteilen. „Ich freue mich, dass wir es geschafft haben, eins der Projekte in Blumenthal zu platzieren.“ Insgesamt laufen elf Klimaprojekte unter dem Titel „Kurze Wege für den Klimaschutz“ in Bremen und 112 bundesweit – alle gefördert vom Bundesumweltministerium.

Zehn Prozent der Kosten trägt die Stadt Bremen, 90 Prozent und damit 170 000 Euro gibt es aus Berlin für Blumenthal, das als Modellquartier gilt: „Wir wollen es so gut machen, dass alle Quartiere in Bremen solch ein Projekt machen wollen“, so Lohse. Zwei Jahre lang läuft das Projekt in Blumenthal.

Auf diese Zeit ist fürs Erste auch die neu geschaffene Stelle von Sonja Pannenbecker begrenzt. Sie untersteht der Umweltbehörde und hat seit Ende April ein Büro im Blumenthaler Quartierstreff. Dort arbeitet sie als „Nachbarschaftsmanagerin für den Klimaschutz“ – eng zusammen mit Quartiersmanagerin Carola Schulz, die das Projekt mit initiiert hat.

Die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde und der Förderverein Bürgerstiftung unterstützen ebenfalls das Vorhaben. „Es ist ein Novum, dass ich als Mitarbeiterin des Senats hier vor Ort sitze“, sagte Sonja Pannenbecker. Ideen für das Klimaprojekt gebe es viele.

Im Sinne einer „Quartiersklimawerkstatt“ möchte Pannenbecker die Blumenthaler zusammenbringen, die sich einbringen wollen. Neben dem Plan, ein Reparaturcafé und Tauschbörsen anzubieten, gehe es auch darum, Gärten in Blumenthal zu vernetzen und Vorträge und Filmabende zu veranstalten.

„Die Leute in Blumenthal haben doch ganz andere Probleme, was soll das?“, nimmt Carola Schulz den erwarteten Vorwurf der Kritiker vorweg, ob es solch eines Projektes im Stadtteil überhaupt bedarf. Aus ihrer Sicht steckt in dem Projekt viel Miteinander, aus dem neue Verbindungen entstehen können. „Wir wollen auch ein Stück weit Vorreiter für andere soziale Bezirke in Bremen sein“, so Schulz.

Auch Umweltsenator Lohse sieht keinen Widerspruch in Klimaschutz und einer sparsamen Lebensweise. „Das sind Themen, die ganz nah an den Leuten sind“, sagte er. Es gehe unter anderem um energiesparendes Heizen, darum, den Bus zu nehmen und eigenes Gemüse anzupflanzen.

„In zwei Jahren wird es sicherlich Projekte geben, die sich an dieses anschließen können“, meint Carola Schulz. Das hofft auch Sonja Pannenbecker. In den vergangenen Wochen habe sie vor allem versucht, Kontakte in Blumenthal zu knüpfen. „Wenn ich sehe, wie viele Gärten es in Blumenthal gibt, sehe ich viel Bedarf, aber auch die Lust der Menschen, etwas gemeinsam zu unternehmen.“ Am Montag, 18. Juni, setzen sich alle Beteiligten im Quartier erstmals zusammen, um die nächsten Schritte des Projekts zu besprechen.

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