Mehr Berufsgruppen aufgenommen

Notbetreuung für Kinder wird in Bremen ausgeweitet

Bisher wurden in Zeiten von Corona nur Kinder von Ärzten, Feuerwehrleuten, Polizisten und Krankenpflegern betreut, nun soll es auch eine Notbetreuung für weitere Berufsgruppen in Bremen geben.
17.03.2020, 19:45
Lesedauer: 2 Min
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Notbetreuung für Kinder wird in Bremen ausgeweitet
Von Sara Sundermann

Zahlreiche neue Berufsgruppen sollen in Bremen nun auch eine Notbetreuung für ihre Kinder bekommen - allerdings nicht alle Beschäftigten dieser Berufe, sondern nur diejenigen, deren Arbeit dringend gebraucht wird, damit der Betrieb aufrechterhalten wird. Einen Anspruch darauf haben nach einem neuen Senatsbeschluss vom Dienstag Eltern, die in den Bereichen Ver- und Entsorgung (Strom, Wasser, Energie, Abfall) arbeiten, im Justizwesen, in stationären Pflege- und Betreuungseinrichtungen, im Bereich Informationstechnik und Telekommunikation, Ernährung, Transport und Verkehr, Finanzen, Behörden, Sozialversicherungen und Medien.

Diese Berufe werden definiert als Teil sogenannter "Kritischer Infrastrukturen" (KRITIS). Dazu gehören laut Bremer Senat Organisationen oder Einrichtungen mit wichtiger Bedeutung für das staatliche Gemeinwesen, die zum Beispiel für die Versorgung oder die Sicherheit gebraucht werden.

Allerdings setzt der Anspruch auf Betreuung der Kinder laut Senatsbeschluss voraus, dass die Tätigkeit zur Aufrechterhaltung des Betriebes zwingend notwendig ist. "Dazu gehören nur wenige", sagt Behördensprecherin Annette Kemp. Bei der Anmeldung werde der Arbeitgeber registriert. "Wir setzen auf die Vernunft der Menschen, dass nicht überbordend angemeldet wird. Das hilft niemandem."

Dabei gilt wie auch schon bisher, dass die Notbetreuung für Kinder greift, deren Eltern entweder beide in den sogenannten kritischen Infrastrukturen arbeiten oder einen alleinerziehenden Elternteil haben, der in einem dieser kritischen Berufe arbeitet. Eltern müssen zudem darlegen, dass eine anderweitige Betreuung nicht möglich ist.

Betreut werden können Kinder im Alter von einem Jahr bis zur 8. Klasse, heißt es in dem Senatsbeschluss vom Dienstag. Jedes Kind werde grundsätzlich an dem Standort seiner jeweils zuständigen Kita oder Schule betreut.

Weitere Informationen dazu gibt es auf der Webseite der Bildungsbehörde unter www.bildung.bremen.de

Zudem wird ab diesem Mittwochvormittag eine Hotline zu Corona-Fragen rund um Kitas und Schulen geschaltet, teilte die Bildungsbehörde mit. Die Nummer der Hotline lautet: 0421-361 10 100.

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Anmerkung der Redaktion: Wir haben um 07:35 den Zusatz "Der Anspruch auf Betreuung der Kinder setzt auch voraus, dass die Tätigkeit zur Aufrechterhaltung des Betriebes zwingend notwendig ist. Dazu gehören nur wenige. Bei der Anmeldung wird der Arbeitgeber registriert." eingefügt.

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