Mehrere Haftbefehle vollstreckt

Zwei Bremer Polizisten unter Verdacht

Am Donnerstag gab es einen Großeinsatz in Bremen: Es geht um Ermittlungen im Clan- und Drogenmilieu. Unter den Beschuldigten sind auch zwei Beamte der Bremer Polizei.
18.03.2021, 08:39
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Zwei Bremer Polizisten unter Verdacht
Von Patrick Reichelt
Zwei Bremer Polizisten unter Verdacht

Bei einem Großeinsatz im kriminellen Milieu in Bremen sind vier Menschen festgenommen worden.

Sina Schuldt

In Bremen und Umland wurden am frühen Donnerstagmorgen von rund 300 Ermittlerinnen und Ermittlern des Bundeskriminalamts und der Polizei Bremen im Zusammenhang mit Drogenhandel und Geldwäsche Durchsuchungsbeschlüsse an 23 Wohn- und Geschäftsanschriften durchgeführt. Dabei wurden vier Männer festgenommen. Unter Verdacht, in die kriminellen Machenschaften verwickelt zu sein, stehen auch zwei Bremer Polizeibeamte.

Bei der Razzia wurden vier Männer, zwei deutsche und zwei deutsch-türkische Staatsangehörige im Alter von 29 bis 40 Jahren, aufgrund bestehender Haftbefehle wegen Verdachts des bandenmäßigen Handels mit Betäubungsmitteln durch Spezialkräfte der Bundespolizei und der Polizei Bremen festgenommen.

Verdacht der Geldwäsche

Insgesamt richten sich die Ermittlungen gegen zwölf Beschuldigte im Alter zwischen 29 und 59 Jahren, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei. Gegen einige von ihnen besteht außerdem der Verdacht der Geldwäsche durch die Anlage von Geldern in Immobilien. Bei den Durchsuchungen wurden Bargeld, Mobiltelefone, diverse Schusswaffen mit Munition und Magazinen, verschiedene Speichermedien und weitere schriftliche Aufzeichnungen als Beweismittel sichergestellt. Darüber hinaus wurden Vermögensarreste für fünf Beschuldigte in einer Höhe von insgesamt rund 500.000 Euro beantragt. Die beantragten Arreste beziehen sich auf den Verkaufserlös von insgesamt fünf Kilogramm Cannabis und rund 14 Kilogramm Kokain.

Der Einsatz geht laut Polizei auf die Arbeit einer gemeinsamen Ermittlungsgruppe zurück, die Mitte 2019 eingerichtet wurde. Unter Leitung der Staatsanwaltschaft Bremen ermitteln das Bundeskriminalamt und die Kriminalpolizei Bremen mittlerweile in mehreren eigenständigen Verfahren wegen des Verdachts des Betäubungsmittelhandels und der Geldwäsche, sowie weiterer Taten gegen Angehörige krimineller Clanstrukturen und weitere Personen. Die Ermittlungen in Teilkomplexen der gemeinsamen Ermittlungsgruppe durch die Kriminalpolizei Bremen führten schon im Februar 2021 zu operativen Maßnahmen. Auch hier konnten Bargeld, Drogen und Waffen beschlagnahmt werden.

Zwei Beamte unter den Beschuldigten

Unter den Beschuldigten befinden sich auch zwei Polizeibeamte im Alter von 36 und 40 Jahren. Gegen den 36-jährigen Beamten besteht der Verdacht der Bestechlichkeit, der Verletzung von Dienstgeheimnissen, der Geldwäsche und des Betruges. Gegen die 40-jährige Polizeibeamtin laufen die Ermittlungen wegen des Verdachts der Verletzung von Dienstgeheimnissen. Der 36-jährige Beamte wird suspendiert, die 40-jährige Beamtin vom Dienst entbunden.

Zuerst hatte am Donnerstagmorgen das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ über den Fall berichtet. Demnach handelt es sich bei dem 36-jährigen Beamten um einen Mitarbeiter des Landeskriminalamtes. Er soll unter anderem sensible Informationen an zwielichtige Bekannte weitergegeben haben. Auch seine Wohnung soll durchsucht worden sein.

Laut Spiegel ist der Fall Teil eines Ermittlungskomplexes der Staatsanwaltschaft Bremen mit dem Codenamen „Zirkel“. Vor allem soll es dabei um eine türkeistämmige, jesidische Großfamilie gehen, die mit Drogen handeln soll.

Der „Spiegel“ berichtet auch von einem anonymen Hinweisgeber, der einen Brief an das Landeskriminalamt Bremen geschickt haben soll. In diesem soll auch der Hinweis auf den Maulwurf in Reihen der Kripo gestanden haben.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+