vor 50 jahren

Schiffsverkehr zwischen Leningrad, Bremerhaven und Montreal

In Bremen sind etwa 350 Ausländer arbeitslos. Weit größer ist die Zahl der Gastarbeiter, die seit Mitte vergangenen Jahres schon in ihre Heimatländer zurückgekehrt sind, weil in der Hansestadt wie im übrigen Bundesgebiet die Beschäftigungslage schlechter geworden ist.
16.04.2017, 00:00
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Schiffsverkehr zwischen Leningrad, Bremerhaven und Montreal
Von Kathrin Aldenhoff
Schiffsverkehr zwischen Leningrad, Bremerhaven und Montreal

Die „Alexander Puschkin“ (19 860 BRT) in Bremerhaven zu ihrer ersten Atlantikreise ab.

KLAUS SANDER

In Bremen sind etwa 350 Ausländer arbeitslos. Weit größer ist die Zahl der Gastarbeiter, die seit Mitte vergangenen Jahres schon in ihre Heimatländer zurückgekehrt sind, weil in der Hansestadt wie im übrigen Bundesgebiet die Beschäftigungslage schlechter geworden ist. Allerdings: Die Konjunkturflaute, in der sich die Bundesrepublik seit einiger Zeit befindet, hat nicht nur für viele der angeworbenen Ausländer Härten und Enttäuschungen gebracht. Im März gab es im gesamten Bundesgebiet fast 700 000 Arbeitslose, während gleichzeitig immer noch rund eine Million Gastarbeiter beschäftigt wurden. Recht häufig ist daher wieder die Frage gestellt worden, ob der großzügige ,Import‘ von Ausländern überhaupt sinnvoll gewesen ist und ob man vor allem die versicherungsrechtlichen Konsequenzen gründlich genug überlegt hat…“ (14. April 1967)

„Auf drei seiner sechs deutschen Nationalspieler muß der SV Werder in einem der wichtigsten Treffen dieser Bundesliga-Saison verzichten: Gegen den Tabellenletzten Karlsruher SC, der morgen um 16 Uhr antritt, fehlen den Bremern Torwart Bernard, Piontek und Lorenz. ,Bernard wird nach seiner Trainingsverletzung frühestens in 14 Tagen wieder einsatzfähig sein, Piontek hat den Trainingsrückstand noch nicht ganz aufgeholt, und Lorenz leidet an einer Darminfektion und einer Bauchmuskelzerrung‘, berichtete Trainer Brocker. Höttges, Schimeczek und Steinmann, die ebenfalls während dieser Woche nicht voll trainieren konnten, werden jedoch voraussichtlich dabeisein, denn – so Trainer Brocker – ,wir haben nun mal keine anderen‘…“ (14. April 1967)

„Die Berufstätigkeit der Frau werde in der öffentlichen Meinung noch zu sehr als eine vorübergehende Erscheinung angesehen, während die Wirtschaft heute ohne die Mitarbeit der Frau überhaupt nicht auskommen könne. Das stellte Frau Christa Schroeder, Detmold, am Freitagabend im Festsaal des Rathauses bei einem Podiumsgespräch während der DAG-Bundesfrauenkonferenz fest. In dieser mit der Wirklichkeit nicht übereinstimmenden Auffassung der Öffentlichkeit sah Frau Schroeder die Wurzel für die unzureichende Ausbildung und Besoldung der Frauen. Auch Professor Dr. Peter R. Hofstätter vom Psychologischen Institut der Universität Hamburg bezeichnete die Klischeevorstellungen von der Frau als überholungsbedürftig. Mit 10 Millionen stellen die werktätigen Frauen ein Drittel der arbeitenden Bevölkerung in der Bundesrepublik dar…“ (17. April 1967)

„Mit der Abfahrt des sowjetischen Passagierschiffes ,Alexander Puschkin‘ gestern um 15.20 Uhr von der Columbuskaje besteht wieder eine Kanada-Linie zwischen Bremerhaven und den Häfen Quebec und Montreal am St.-Lorenz-Strom. Damit hat zum erstenmal in der Passagierschiffahrt ein sowjetisches Fahrgastschiff auch Bremerhaven in seinen Fahrplan aufgenommen. Die ermutigenden Worte, die der sowjetische Botschafter in der Bundesrepublik, Semjon Konstantinowitsch Zarapkin, und der Bremer Senator für Wirtschaft und Außenhandel, Karl Eggers, während eines Empfangs an Bord der ,Alexander Puschkin‘ zum Auftakt des neuen Linienverkehrs zwischen Leningrad, Bremerhaven und Montreal sagten, lassen auf einen erfolgreichen Passagierverkehr auf dieser Route hoffen. Die Firma Transocean Passagierdienst D. Oltmann & Co., Bremen, Deutschlandagent der Baltic Steamship Company in Leningrad, konnte den Zustieg von 221 Fahrgästen in Bremerhaven in die ,Alexander Puschkin‘ melden, eine Zahl, die höher liegt als die durchschnittliche Zahl der Zusteigepassagiere des früher bedienten Hafens Kopenhagen…“ (18. April 1967)

„,Bei Ihrer Putzfrau kauft man ja billiger als bei Ihnen‘, hatten Kunden einem Hemelinger Textilhändler eröffnet. Als der Kaufmann sein Lager überprüfte, fehlten nach seiner Schätzung Waren im Wert von 2000 Mark. Vor Gericht gestand die 27jährige Putzfrau jetzt, daß sie ihrem Arbeitgeber zwischen Februar und November 1966 laufend Textilien entwendet hatte. Sie wurde wegen fortgesetzten Diebstahls zu einer Bewährungsstrafe von drei Monaten Gefängnis verurteilt. Als die Polizei die Wohnung der Angeklagten durchsuchte, fanden sich dort noch gestohlene Textilien im Wert von 500 Mark. Die Putzfrau, die mit der Beute in ihrem Bekanntenkreis einen schwunghaften Handel betrieb, hatte nach und nach rund 100 Paar Damenstrümpfe, 17 Garnituren Bettwäsche sowie Stapel von Kinderbekleidung, Unterwäsche und Wollsachen mitgehen lassen.“ (19. April 1967)

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