Bremerin Kim Behrens holt EM-Silber

Der Beachvolleyball-Coup von Jurmala

Kim Behrens, aufgewachsen in Bremen, holt bei der Beachvolleyball-Europameisterschaft in Lettland überraschend Silber - und verpasst an der Seite ihrer Partnerin Cinja Tillmann Gold nur denkbar knapp.
20.09.2020, 18:51
Lesedauer: 2 Min
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Von Alexander Welscher und Olaf Dorow

Der EM-Triumph war für Kim Behrens zum Greifen nah. Die Beachvolleyballerin, die in Bremen geboren wurde, hier aufwuchs und bei der BTS Neustadt ihren sportlichen Weg begann, verpasste bei der EM im lettischen Jurmala zusammen mit Cinja Tillmann nur denkbar knapp eine kleine Sensation. Zunächst gar nicht nominiert, stand das Duo plötzlich im Finale. In einer engen und spannenden Partie musste sich das deutsche Beach-Duo am Sonntag Joana Heidrich und Anouk Vergé-Dépré aus der Schweiz mit 1:2 (21:18, 14:21, 16:18) geschlagen geben.

„Wir hatten es auf der Hand, die letzten zwei Prozent dann am Ende haben wir irgendwie nicht abgerufen - und das ist einfach total ärgerlich“, sagte Kim Behrens nach der 54 Minuten dauernden Partie. „Wir haben so gekämpft, wir haben alles gegeben. Ich bin stehend K.o.“ Im eigens für das Turnier errichteten Stadion am Ostseestrand zeigten Behrens/Tillmann vor etwa 1000 Zuschauern eine starke Leistung, die am Ende nicht ganz zum großen Coup reichte. Die Entscheidung fiel im Entscheidungssatz, in dem das deutsche Duo gegen die an Nummer drei gesetzten Schweizerinnen zu viele Fehler machte und selbst einen Matchball vergab.

Dennoch war die EM für Kim Behrens, die inzwischen für den Blaubär TV Flacht startet und am Dienstag 28 Jahre alt wird, und ihre um knapp zwei Jahre ältere Teamkollegin eine Erfolgsgeschichte. Sie waren als Ersatzspielerinnen eingeplant und rückten erst nach dem Verzicht des Nationalteams Karla Borger und Julia Sude nach. Im Turnier steigerte sich das Duo von Partie zu Partie - und darf als Überraschungs-Vizeeuropameister nun die Silbermedaille und 15 000 Euro Preisgeld mitnehmen. Eine besondere Note gewinnt die Behrens-Tillmann-Story dadurch, dass mit dem zunächst nicht nominierten Duo in Jurmala genau das deutsche Team am weitesten kam, das mit dem Verband wegen dessen Nominierungskriterien für internationale Turniere im Rechtsstreit liegt.

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Das Frankfurter Landgericht hatte im August die Klage für zulässig erklärt und hinsichtlich einer Schadensersatz-Forderung einen Vergleich vorgeschlagen. Kim Behrens und Cinja Tillmann wollten die Bevorzugung der Nationalteams trotz teilweise besserer sportlicher Platzierungen nicht akzeptieren.

Im Halbfinale von Jurmala hatte sich die beiden mit 2:0 gegen die favorisierten Nadeschda Makrogusowa und Swetlana Cholomina durchgesetzt. Die Russinnen sicherten sich den dritten Platz. Sie besiegten im kleinen Finale Barbora Hermannova und Marketa Slukova aus Tschechien mit 2:0 (25:23, 21:18). Für die anderen deutschen Damen-Duos war die EM bereits am Sonnabend im Viertelfinale beendet. Olympiasiegerin Laura Ludwig musste wegen einer Rückenverletzung mit ihrer Partnerin Margareta Kozuch gegen die neuen Europameisterinnnen Heidrich/ Vergé-Dépré beim Stand von 1:1 (21:17, 16:21) und 4:11 im entscheidenden dritten Satz aufgeben.

Zuvor hatten sie noch im Achtelfinale in einem deutschen Duell die nationalen Meisterinnen Sandra Ittlinger und Chantal Laboureur aus dem Turnier geworfen. Das Nationalteam Victoria Bieneck und Isabel Schneider schied durch eine 1:2-Niederlage gegen Barbora/Slukova aus Tschechien aus.

Die Medaillen-Entscheidung bei den Männern fiel ohne deutsche Beteiligung. Alle vier Teams waren bereits nach der Vorrunde ausgeschieden, darunter auch die WM-Zweiten Julius Thole und Clemens Wickler.

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