Sportgipfel des WESER-KURIER 300 Gäste aus Sport und Wirtschaft tauschen sich aus

Die Prominenz aus Sport, Wirtschaft und Politik kam beim Sportgipfel des WESER-KURIER an der Galopprennbahn zusammen. Es gab spannende Themen - und auch einen besonderen Schwur von Werder-Trainer Ole Werner.
17.08.2022, 13:46
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300 Gäste aus Sport und Wirtschaft tauschen sich aus
Von Jean-Julien Beer

Die emotionalen Spiele der deutschen Frauen bei der Fußball-Europameisterschaft wirkten auch auf dem Sportgipfel des WESER-KURIER noch nach. „Ich hoffe, dass auch wir bei Werder Bremen von dieser Begeisterung rund um den Frauenfußball profitieren werden. Ich wünsche uns mehr Zuschauer bei den Heimspielen“, sagte die Bremer Bundesligaspielerin Ricarda Walkling vor rund 300 geladenen Gästen aus dem Sport, der Politik und der Wirtschaft.

Der zustimmende Applaus des Publikums zauberte Walkling ein Lächeln ins Gesicht. Prominente Unterstützung bekam sie prompt auch aus dem eigenen Verein, von Werders Aufstiegs-Trainer Ole Werner. „Ich schwöre, dass ich mir ein Spiel der Werder-Frauen ansehen werde“, betonte der Cheftrainer der Männer. Schon bei der Europameisterschaft habe er viele Spiele im Fernsehen gesehen und wolle nun auch vor Ort in Bremen unterstützen.

Nach einer pandemiebedingten Pause konnte der WK-Sportgipfel erstmals wieder stattfinden, diesmal im „Atlantic Hotel Galopprennbahn“, wo die Gäste nicht nur einen geselligen Sommerabend erlebten, sondern auch einen wahrlich erstklassigen Sport-Talk.

Denn neben Ole Werner mit Werder Bremen schaffte auch Hockey-Trainer Martin Schultze mit den Damen des Bremer HC die Rückkehr in die Bundesliga. Weil sich die Fischtown Pinguins mit ihrem Chefcoach Thomas Popiesch inzwischen fest in der Deutschen Eishockey-Liga etabliert haben und auch Ricarda Walkling mit den Werder-Frauen den Klassenerhalt in der Bundesliga schaffte, stand beim Sportgipfel nun ein erstklassiges Quartett auf der Bühne und stellte sich den Fragen von Moderator Christian Stoll und WK-Sportchef Mathias Sonnenberg.

Sie alle eint die Vorfreude auf viele spannende Spiele, aber auch der Respekt vor der Aufgabe. „In den vergangenen 15 bis 20 Jahren ist es in allen Sportarten sehr viel athletischer geworden“, erklärte Popiesch, der seine Eishockey-Stars in der Saisonvorbereitung entsprechend schwitzen lässt. Denn er weiß: „Ohne harte Arbeit geht es nicht.“ Nach Jahren mit vielen Geisterspielen hoffen sie auch in Bremerhaven wieder auf eine tolle Kulisse bei den Heimspielen, gerne auch mit vielen Zuschauern aus Bremen, wie Popiesch sagte: „Wer einmal bei uns in der Eisarena war, der kommt gerne wieder. Wenn der Funke vom Eis auf Publikum überspringt, ist das Fanerlebnis bei uns gigantisch.“

Popiesch fühlt sich nach sechs Jahren bei den Pinguins längst pudelwohl an der Küste, er schätzt neben der Arbeiter-Mentalität in der Hafenstadt die kurzen und vertrauensvollen Wege im Verein, wie er erklärte: „Ich wollte immer im Eishockey arbeiten, es macht mich glücklich. Es dann in so einer familiären Atmosphäre tun zu dürfen, ist etwas Besonderes.“ Diesen Punkt griff auch Ole Werner auf, der Gemeinsamkeiten zwischen seiner langjährigen Tätigkeit daheim in Kiel und der neuen Aufgabe in Bremen festgestellt hat: „Nicht nur das Naturell der Leute ist ähnlich, sondern auch diese ehrliche Art und Weise. In Kiel und Bremen muss nicht viel geredet werden, aber wenn etwas gesagt wird, dann kann man sich darauf verlassen.“ Das hörte auch Werders Sportchef Frank Baumann gerne, der ebenfalls zu den Gästen zählte.

Vor der Herausforderung, sich nun in der Erstklassigkeit zu etablieren, steht wie Ole Werner auch sein Hockey-Kollege Martin Schultze. „Wir freuen uns natürlich, dass wir jetzt zum zweiten Mal zur Spitze in Deutschland gehören“, sagte Bremens Hockey-Experte, „jetzt wollen wir mit unserer neu formierten Mannschaft beweisen, dass wir dort auch hingehören.“

Auch Ricarda Walkling hofft auf den nächsten Entwicklungsschritt ihrer Mannschaft, um nach den Jahren im Abstiegskampf etwas näher an die anderen Klubs heranzurücken und auch dann mithalten zu können, wenn übermächtig erscheinende Gegner wie Bayern München auf dem Rasen stehen. Die bundesweite Debatte über gleiche Prämien wie bei den Männern, an der sich sogar Bundeskanzler Olaf Scholz beteiligte, spiele dagegen eine untergeordnete Rolle, erklärte sie: „Darum geht es bei uns nicht. Wir wünschen uns einfach, dass wir top Trainingsbedingungen bekommen. Das ist schon im Kommen und wird besser, das spüren wir. Das sind Kleinigkeiten wie eine anständige Kabine oder ein anständiger Kraftraum – damit wir uns einfach so gut vorbereiten können, dass wir auch wirklich in der Lage sind, im Training und am Spieltag an unser Leistungsniveau zu kommen.“ Mit Vorfreude blickt sie auf den November, wenn Werders Frauen erstmals im Weserstadion spielen sollen, im Bundesliga-Heimspiel gegen den SC Freiburg.

Auch darüber wurde am Abend unter den Gästen natürlich noch viel gesprochen, wie auch über die Rolle des Bremer SV in der Regionalliga, den Neustart des FC Oberneuland, die Turbulenzen in der Führung des Landessportbundes oder die bevorstehende Winter-WM in Katar. Der Gesprächsstoff ging beim Sportgipfel nicht aus.

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