Bund unterstützt die Sanierung der Wümme

Naturschutzbehörde gibt grünes Licht

Mit Bundesmitteln die Wümme retten, das wollen Naturschutzverbände aus der Region. Unterstützung erhalten Sie dabei von der Bremer Umweltsenatorin Maike Schaefer. Und auch der Bund signalisiert Entgegenkommen.
01.03.2021, 20:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Naturschutzbehörde gibt grünes Licht
Von Petra Scheller

Borgfeld/Blockland/Landkreis Osterholz. Die Sanierung der Unteren Wümme könnte in wenigen Monaten beginnen. Die Weichen dafür werden gerade gestellt. Und es sieht gut aus. „Wir haben der Antragstellung im Förderprogramm Auen zugestimmt“, berichtet Bernd Neukirchen vom Bundesamt für Naturschutz in Bonn auf Nachfrage. Wie berichtet, hatte der Landschaftsplaner Gunnar Oertel von der Stiftung Nord-West-Natur mit Unterstützung der Bremischen Umweltsenatorin und dem Deichverband am rechten Weserufer eine erste Skizze beim Bund eingereicht, um Fördermittel für die Sanierung der Wümme zu generieren. Der Bund ist von dem Vorhaben überzeugt. Nun soll ein offizieller Projektantrag gestellt werden. Nicht nur die Auenlandschaft und der Biotopverbund an der Unteren Wümme würden profitieren, sondern auch die Menschen vor Ort, heißt es aus der Bundesbehörde.

Wie berichtet, ist die Wümme ein Sanierungsfall. Das sagen Experten aus zwölf Naturschutz- und Wasserverbänden, darunter die Biologische Station Osterholz (Bios) sowie der Bremische Deichverband am rechten Weserufer. Unterstützung erhalten die Fachleute mit ihrer These von Bremens Umweltsenatorin Maike Schaefer. Der untere Teil der Wümme drohe „wegen der wegbrechenden Ufer zu einem hydrologischen und biologischen Sanierungsfall zu werden“, erklärte die Senatorin. Mit Hilfe des Bundesförderprogramms Blaues Band Deutschland (BBD) soll Abhilfe geschaffen werden. Dazu sei die erste Hürde nun genommen.

Im Detail gehe es darum, dass die ursprünglich naturnahe Wümme wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt werde, berichtet der Biologe Hans-Gerhard Kulp von der Biologischen Station Osterholz (Bios). Seit dem 12. Jahrhundert werde der Fluss eingedeicht. „Bei Ebbe läuft er viel zu stark ab. Es fehlen Flachwasserbereiche, die kontinuierlich benetzt werden“, erklärt Kulp. Es müsse gleitende Übergänge am Flussufer geben.

„Es geht um Feuchtwiesen und -weiden, Röhrichte, Tümpel, Gräben und Stillgewässer, Quappe, Flussneunauge und viele Vogel- und Insektenarten“, ergänzt Bernd Neukirchen vom Naturschutzamt in Bonn. „Aber auch die Menschen vor Ort würden sich sicher über eine noch schönere Landschaft, in der sie sich erholen können, freuen“, vermutet der Bundesbeamte. Für seine Behörde sei eine breite Unterstützung für das Projekt sehr wichtig, denn die Ziele des Bundesprogramms Blaues Band Deutschland ließen sich nur gemeinsam erreichen. „Wir hoffen, dass uns der Antrag bald vorgelegt werden kann, damit wir zügig in die Prüfung einsteigen können“, berichtet Neukirchen weiter.

Wie es in der Sache weiter geht, entscheiden zurzeit unterschiedliche Akteure aus Naturschutzverbänden und bei der Bremischen Wasserbehörde. Sie wollen gemeinsam einen Plan entwickeln. Wie dieser genau aussehen soll, dazu gibt es bislang noch keine offiziellen Aussagen. Dem Vernehmen nach handelt es sich aber wohl um ein Projekt in Millionenhöhe. Bis zu 75 Prozent der Kosten könnten dabei vom Bund finanziert werden.

Die erste Etappe in dem mehrstufigen Verfahren sei erfolgreich verlaufen und auch für die Fortsetzung des Projektes zeigt sich die Bonner Behörde optimistisch. „Die Chancen stehen derzeit gut“, teilt der Fachgebietsleiter für Binnengewässer und Auenökosysteme mit. Die Projektbewerbung gehe in die nächste Runde, sobald ein Antrag vorliegt. Für einen Teil des Förderprogramms sollen im Haushalt des Bundesumweltministeriums für die Jahre 2021 bis 2023 25 Millionen Euro eingestellt werden. Wenn alles klappt, wird auch Bremen davon profitieren.

Info

Zur Sache

Ziel: Die Wümme im Biotopverbund

Unter der Schirmherrschaft von Bundesumweltministerin Svenja Schulze ging das Renaturierungsprogramm für Auenlandschaften im vergangenen Jahr an den Start. Flusslandschaften in ganz Deutschland sollen sich bis 2050 zu einem riesigen Biotopverbund zusammenschließen. So der Plan. Auch die Wümme könnte davon profitieren.

Zu den Antragstellern für Bremen gehört der Bremische Deichverband. „Wir haben ein großes Interesse, an der Wümme ökologische Verbesserungen zu schaffen“, erklärt Deichverbandschef Michael Schirmer. „Die geplanten Maßnahmen sollen vor allem dazu beitragen, die negativen Folgen der Weservertiefungen zu vermindern“, berichtet der promovierte Hydrologe. Starke Höhenunterschiede von Ebbe und Flut führten zur Erosion der Ufer. Das Bundesprogramm Blaues Band habe eben solche Verbesserungen zum Ziel.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+