Sommerbad Grambker See

Finanzielle Einbuße schon vor der Saison

Die Betreiberinitiative des Sommerbads Grambker See muss schon vor der Saison auf eine wichtige Einnahme verzichten. Trotz weiterer Probleme blicken die Akteure optimistisch in die Zukunft.
09.04.2021, 07:00
Lesedauer: 4 Min
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Finanzielle Einbuße schon vor der Saison
Von Julia Ladebeck

Grambke. Schon bevor die Saison überhaupt begonnen hat, muss die Betreiberinitiative des Sommerbads Grambker See eine erhebliche finanzielle Einbuße verzeichnen. 2000 bis 2500 Euro erwirtschaftete die Sparte des 1. FC Burg sonst alljährlich mit dem großen Osterfeuer. Wegen der Corona-Pandemie musste das allerdings wie bereits im Vorjahr ausfallen. Nun planen die Seebad-Betreiber stattdessen ein Oktoberfest. Für dieses Jahr ist der Betrieb des Naturwasser-Bads aber auf jeden Fall gesichert, betont Sprecher Reimer Kanje. Wie es 2022 weitergeht, hängt auch von Verhandlungen mit Immobilien Bremen ab, die in diesem Jahr anstehen. Trotz aller Probleme bleiben die Akteure optimistisch.

Rund 13.000 Euro muss die Vereinssparte laut Kanje jährlich an Kosten stemmen. 6500 Euro beträgt die Miete. Weitere Fixkosten in Höhe von rund 2500 Euro entstehen durch Strom- und Wasserverbrauch. Und schließlich kommen etwa 4000 Euro pro Jahr für anfallende Arbeiten hinzu. „Die Spielgeräte müssen kontrolliert und instand gehalten werden, wir brauchen Farbe und Material für kleinere Reparaturen“, nennt Kanje einige Beispiele. Geld für Personal gibt der Verein nicht aus: Fast alle laufenden Arbeiten auf dem Gelände, der Betrieb des Kiosks, der Kasse und die Badeaufsicht werden von ehrenamtlichen Helfern übernommen.

Fünf Jahre lang, bis einschließlich 2020, hatte die Spende eines anonymen Geldgebers die Miete und die Nebenkosten abgedeckt. Lediglich in den vergangenen beiden Jahren musste die Badinitiative etwas dazulegen, weil die Nebenkosten gestiegen waren. Ende dieses Jahres endet nun der Sportnutzungsvertrag für das Gelände samt Gebäude. Für dieses Jahr werden die finanziellen Mittel auf jeden Fall reichen, betont Kanje. Der Verein habe gespart und könne dadurch die Fixkosten auf jeden Fall decken.

Obwohl es finanziell nun erheblich enger wird, bleiben die Betreiber optimistisch. „Rechnerisch wird das eine knappe Kiste, es dürfen möglichst keine Feiern mehr ausfallen und die Saison sollte gut laufen“, sagt der Sprecher. Kanje betont aber auch: „Die Bilanzen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass wir etwas erwirtschaften können – wenn nicht gerade Corona dazwischen kommt. Wir sind optimistisch.“

Die Hoffnung auf einen festen Etat aus dem Sport- oder Sozialressort hat die Badinitiative inzwischen zwar beinahe aufgegeben. Die Akteure setzen aber auf die anstehenden Verhandlungen mit der Liegenschaftsverwaltung der Stadt über die künftige Höhe der Miete. „Immobilien Bremen argumentiert, dass mit der Miete die Instandhaltung des Gebäudes abgedeckt sein muss. Wir stecken hier aber sehr viel Eigenleistung rein und halten das Gebäude selbst instand.“ Selbst bei größeren Arbeiten wie der Erneuerung des Dachs habe der Verein dafür gesorgt, dass sowohl Material als auch Handwerkerleistungen günstig blieben. „Wir hoffen, dass man uns mit der Miete entgegenkommt.“

Eine Förderung aus dem Sporthaushalt 2020 in Höhe von 15.000 Euro ermöglichte einige Investitionen auf dem Areal des Sees. So wurden beispielsweise die Rasenfläche mit einer Wasserverteilungsanlage samt Anschlüssen für Rasensprenger, der Strand mit einer Beleuchtung am See sowie Toiletten und Kiosk mit Belüftungsanlagen ausgestattet. Wege wurden gepflastert, neuer Fußboden im Gemeinschaftsraum verlegt und die Küche modernisiert. Die jungen Badegäste können sich über Neuerungen im Spielbereich freuen. Bereits im vergangenen Jahr wurde der Spielbereich, der unter anderem von Volleyballern des TSV Lesum, aber auch für Fußballspiele genutzt wird, mit Toren und Fangnetzen versehen. Außerdem wurden eine Nestschaukel und Reckstangen aufgestellt.

In diesem Jahr soll noch ein kleines Kletterhaus direkt am See mit einer Rutsche ins flache Wasser hinzukommen und auch der Kletterturm auf dem Spielplatz bekommt eine Rutsche. „Derzeit bereiten wir den Bau eines Holzhauses vor. Es soll ein Abstellschuppen für Spielgeräte werden. Eventuell könnte es auch als weiterer Kiosk und Ausschankmöglichkeit bei Feiern dienen“, sagt Kanje. Das Fundament ist bereits gelegt und das Material schon vor Ort. Sobald das Bauamt grünes Licht gibt, wollen die Ehrenamtlichen mit dem Bau beginnen.

Nun hoffen alle, dass die Badesaison trotz Pandemie wie geplant am 15. Mai starten kann – mit einer ausreichenden Zahl an Rettungsschwimmern für die Badeaufsicht. Denn es gibt eine Hürde: Das Rettungsschwimmabzeichen in Silber muss alle zwei Jahre erneuert werden; bedingt durch die Corona-Pandemie kann die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) derzeit aber nicht ausbilden. „Wir sind momentan dabei, das zu klären“, sagt Kanje. Er ist überzeugt, dass sich auch dieses Problem lösen wird.

Die Saison beginnt regulär am 15. Mai und geht bis zum 15. September. Die Eintrittspreise sollen stabil bleiben: Tageskarten kosten für Kinder einen Euro, für Erwachsene 2,50 Euro und für Familien sechs Euro. Saisonkarten kosten für Kinder 15 Euro, für Erwachsene 25 Euro und für Familien 45 Euro.

Info

Zur Sache

Die Geschichte des Sommerbads Grambker See

Das Sommerbad Grambker See wurde 1926 eröffnet und war das einzige Bad, das den Krieg unbeschadet überstanden hat, heißt es auf der Internetseite der Betreiber. 1933 wurden die Gebäude errichtet. Das Naturwasserfreibad wurde von 1987 bis 2014 vom TV Grambke und dann vom Sportverein Grambke-Oslebshausen (SVGO) ohne staatliche Zuschüsse betrieben. 2014 wurde das Bad geschlossen. Grambker und Burger Bürger gründeten eine Interessengemeinschaft zum Erhalt des Bades. Unterstützung bekam die Initiative unter anderem von Beirat Burglesum. Mittlerweile ist die Betreiberinitiative eine Sparte des 1. FC Burg. 2016 öffnete das Naturwasserfreibad wieder. Ehrenamtliche kümmern sich um den Betrieb des Bades und die Instandhaltung von Gelände und Gebäuden.

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