Aktionswoche

Kirchenfrauen setzen Protest fort

Die Frauen in der Katholischen Kirche setzen ihren Protest gegen die herrschenden Verhältnisse fort. Am Sonntag, 21. Juli, startet die Aktion „Maria, schweige nicht“ in Bremen.
19.07.2019, 16:00
Lesedauer: 2 Min
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Kirchenfrauen setzen Protest fort
Von Marc Hagedorn
Kirchenfrauen setzen Protest fort

Maria Wedewer-Steffen, Bremer Vorsitzende des Katholischen Deutschen Frauenbundes, wird ab jetzt immer etwas Weißes tragen, wenn sie Gottesdienste besucht.

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Einen weißen Schal wird sie beim Gottesdienst tragen. Dafür hat sich Maria Wedewer-Steffen schon entschieden. Und dazu ein zartgrünes T-Shirt. Wenn Wedewer-Steffen am Sonntag in St. Johann um 11 Uhr zum Hochamt geht, gibt sie mit ihrer Kleidung ein Statement ab. Weiß steht für Neuanfang, grün für den Heiligen Geist. Wie Wedewer-Steffen wollen es in den kommenden Wochen auch andere Frauen machen. Am Sonntag ist der Startschuss zur bundesweiten Aktion „Maria, schweige nicht!“.

„Ich fühle mich in meinem Engagement durch die Kraft des Heiligen Geistes berufen und bevollmächtigt, diese Aktion in Bremen zu starten“, sagt Wedewer-Steffen, Vorsitzende des Katholischen Deutschen Frauenbundes in Bremen. „Maria, schweige nicht!“ ist sozusagen die Fortsetzung von Maria 2.0, einer Aktionswoche, die in Münster ihren Ausgang genommen und im Mai bundesweit für Aufsehen gesorgt hatte. Auch im Bremer Umland hatten sich Gemeinden beteiligt.

Eine Woche lang waren tausende Frauen damals in den Streik getreten. Sie waren sieben Tage lang nicht zu den Gottesdiensten in ihren Gemeinden erschienen, in denen sie sonst tagein, tagaus Lektoren- und Kommuniondienste sowie andere ehrenamtliche Aufgaben übernehmen. Sie haben es satt. Satt, wie die katholische Kirche mit den Missbrauchsfällen in ihren Reihen umgegangen ist und umgeht. Satt, dass sie als Frauen kein Priesteramt ausüben dürfen. Satt, dass die kirchliche Sexualmoral an der Lebenswirklichkeit der Menschen im Jahr 2019 vorbei geht.

Streiken wollen sie diesmal nicht, stattdessen sprechen, und zwar im Atrium Kirche. Und beten, und zwar donnerstags für die Erneuerung der Kirche. Und tragen, nämlich besagtes weißes Accessoire. „Wir schweigen nicht mehr!“, heißt es in einem Flugblatt, das in diesen Tagen verteilt wird.

Nach dem Auftakt am Sonntag geht es am Montag, 22. Juli, sofort weiter. Dann dürfte die Aktion erst richtig Fahrt aufnehmen, denn es werden nun auch viele Frauen aus den benachbarten Gemeinden erwartet. Die Gläubigen feiern den Festtag von Maria Magdalena, neben der Gottesmutter Maria eine weitere starke Frau in der katholischen Kirche.

Für Maria Wedewer-Steffen ist der Festgottesdienst um 18 Uhr in St. Johann aus einem weiteren Grund besonders: Zum ersten Mal darf sie dann predigen. Es wird um die Gleichberechtigung von Frauen im Amt gehen. Anschließend sind alle Besucher herzlich in den Franziskussaal eingeladen. Die Bremer Frauen sind sich sicher, dass es nach dieser Gottesdienstfeier viel zu bereden geben wird.

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