Handball "Haben mehr Qualität im Team"

Karlo Oroz (33) spielt seit 2018 bei der HSG Schwanewede/Neuenkirchen in der Handball-Oberliga. Der Linksaußen warf in dieser Saison in 18 Spielen 80 Tore
27.05.2022, 17:14
Lesedauer: 3 Min
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Von Olaf Kowalzik

Herr Oroz, Sie haben an diesem Sonnabend noch das finale Heimspiel gegen den SV Beckdorf vor sich, dann legen Sie den Handball für immer beiseite. Was passiert mit Ihnen direkt nach dem Abpfiff: Wird es sentimental, fließen Tränen oder bleiben Sie der coole Typ? Karlo Oroz: Eigentlich bin ich einer, der auf dem Spielfeld ruhig ist, der nie Emotionen zeigt. Das dürfte auch nach dem Spiel so sein. Aber wer weiß schon, wie es am Sonnabend tatsächlich werden wird. Einfach Aufhören, geht das so Knall auf Fall nach 20 Jahren stets unter Volldampf spielend ? Sei es auf höchstem Niveau in der ersten kroatischen Liga, international im EHF-Cup, in der 3. Liga in Aurich oder jetzt in der Oberliga bei Schwanewede/Neuenkirchen. Mein Plan war eigentlich, noch länger zu spielen. Aber wenn wir in der Saison erst zwei Monate spielen und dann wieder drei Monate Pause haben, da verliert man die Motivation. Da habe ich mich schon gefragt, ob das noch Sinn macht. Außerdem ruft mein Körper nach den vielen intensiven Jahren nach Entlastung. Durch die Corona-Pausen konnte ich schon einmal sehen, wie es so ohne den Handball ist. Also gehen Sie demnächst Ihrer Frau auf die Nerven, wenn Sie häufiger zu Hause sein werden als gewohnt und dabei nicht ausgelastet sind? (Lacht) Einen genauen Plan habe ich nicht, aber ich möchte mich zwei bis vier Tage die Woche unter anderem mit Squash, Fitness und Laufen fithalten. Durch die wegfallenden Punktspiele werden wir am Wochenende viel Zeit miteinander verbringen können, darauf freut sich meine Frau. Sie haben mit den „Schwänen“ die jüngsten acht Spiele in Folge verloren, wie konnte es dazu kommen? Es ist eine Mischung aus vielen Faktoren: Zum einen haben wir in dieser Saison zu wenig in die Fitness investiert, Verletzungen und Corona-Ausfälle kamen hinzu. Außerdem haben wir nach der Unterbrechung im März nicht mehr zu unserem Rhythmus gefunden. Gegen einige Topteams haben wir dann zwar eine starke Leistung gezeigt, aber leider nicht gepunktet – nur das zählt. Was macht solch eine Niederlagenserie mit Ihnen und der Mannschaft? Meine Frau hat mir gesagt, dass ich in den letzten Wochen die ganze Zeit unruhig und leicht genervt war. Die Stimmung im Team selbst ist gut, ich habe noch nie in so einer harmonischen Mannschaft, in solch einer coolen Truppe gespielt. Aber wenn wir mit zwei, drei Toren zurückliegen, dann kommt eben auch schneller die Nervosität rein. Der Erfolgsdruck gegen Beckdorf ist jetzt noch größer, und bei einer Niederlage droht der Abstieg. Ich bin einmal mit Aurich in der Relegation aus der 3. Liga abgestiegen, das will ich nicht noch einmal erleben! Mir persönlich liegt Beckdorf als Gegner gut, wir haben mehr Qualität im Team, für uns geht es um mehr als für die Gäste und wir spielen vor einer hoffentlich voll besetzten Heimkulisse – das spornt zusätzlich an. Und wir werden alles dafür geben, dass diese Negativserie reißt und wir den Klassenerhalt schaffen. Für Ihr Trikot werden zurzeit bei der Versteigerung auf den Social Media-Kanälen der HSG über 50 Euro geboten. Bieten Sie mit, um es als Souvenir mit nach Hause zu nehmen? (Lacht erneut) Nein, ich habe schon welche aus den vergangenen Serien, das reicht mir. Es ist eine tolle Aktion der HSG und es soll derjenige bekommen, der es unbedingt gerne haben möchte. An Angeboten anderer Klubs mangelt es Ihnen zurzeit bestimmt nicht? Ich habe allein schon zwei Anfragen aus der 3. Liga bekommen, aber die reizt mich nicht mehr, weil ich in der Klasse ja schon gespielt hatte. Und wenn Sie doch noch einmal Lust auf Handball bekommen? Dann weiß ich ja, welche Telefonnummer ich anrufen muss. Ich habe ohnehin die Zusage, dass ich gerne zum Training kommen darf, wenn mir danach ist. Dann könnte ich in der Halle ein bisschen zocken, die Jungs wiedersehen und Henning Schomann’s Training auch personell aufstocken. Das Gespräch führte Olaf Kowalzik.

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