Bremer Fußball-Verband

Durchweg große Zustimmung

Die Reaktionen der betroffenen Landesliga-Nord-Trainer zeigen durchweg große Zustimmung – bei der Mehrheit ist die Erwartungshaltung sogar so, dass es bei der einwöchigen Unterbrechung nicht bleiben wird.
23.10.2020, 16:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Marc Gogol
Durchweg große Zustimmung

Türkspor-Trainer Kemal Kök.

CARMEN JASPERSEN

Keine Punktspiele an diesem Wochenende, keine Lotto-Pokalspiele der zweiten Runde am kommenden Dienstag und Mittwoch – mit seiner Entscheidung vom Mittwochabend hat der Bremer Fußball-Verband auch den Spielbetrieb der fünf Nordbremer Fußball-Landesligisten vorerst komplett auf Eis gelegt.

Die Reaktionen der betroffenen Trainer zeigen durchweg große Zustimmung zu der getroffenen Maßnahme – bei der Mehrheit ist die Erwartungshaltung sogar so, dass es bei der jetzt beschlossenen einwöchigen Unterbrechung bei Weitem nicht bleiben wird.

SV Türkspor: „Ich glaube, dass die Pause ein bisschen länger dauern wird“, schwant Türkspors Trainer Kemal Kök nichts Gutes. Die Burgwall-Elf war nach dem Heimsieg über Hasenbüren gerade wieder auf dem Erfolgsweg und hätte beim Tabellenzweiten Tura Bremen antreten müssen.

„Dass jetzt möglicherweise Woche für Woche abgesagt wird, halte ich jedoch für Blödsinn“, blickt Kemal Kök mit einiger Verwunderung auf die Verbandsentscheidung. Kök hätte sich gewünscht, dass man die Spiele gleich für einen längeren Zeitraum, beispielsweise bis Dezember, ausgesetzt hätte.

Wohl wissend, dass bei solch einem Szenario die Saison wohl kaum noch regulär zu beenden wäre. Bezüglich der Fortführung des Trainingsbetriebes wartet man beim SV Türkspor auf weitere offizielle Anordnungen, ansonsten will Kemal Kök reduziert und wieder mit der Abstandsregel aus dem Frühsommer trainieren lassen.

1. FC Burg: Die Burger hätten am Sonntag beim starken Aufsteiger SC Weyhe ran gemusst, ihr Trainer Sascha Steinbusch findet den Ausfall des Spitzenduells zwar schade, bezeichnet den Schritt des Verbandes aber „aufgrund der Entwicklung als grundsätzlich richtige Entscheidung. Die Gesundheit geht vor, und wir alle wollen nicht wieder das erleben, was wir im Frühjahr hatten. Wir wollen unter guten Bedingungen schnellstmöglich wieder spielen“, sagt Sascha Steinbusch.

Insofern wird beim 1. FC Burg auch der Trainingsbetrieb aufrechterhalten, aufgrund des guten Hygiene-Konzeptes für die Anlage an der Grambker Geest zunächst ohne Einschränkungen. „Wir bereiten uns vor, als würden wir am nächsten Sonnabend gegen Surheide spielen und geben den Spielern an diesem Wochenende ein bisschen Erholung“, so Sascha Steinbusch weiter.

DJK Germania Blumenthal: „Ich finde es gut und gehe davon aus, dass die Pause mindestens drei Wochen dauern wird“, sagt DJK-Trainer Wolfgang Stedtnitz. Er vermutet, dass wohl in jedem Verein momentan eine Berührung mit dem Corona-Virus vorliegt, bei der DJK hat sich beispielsweise Trainerkollege Mahmud Alsaid Hassan einem Test unterzogen – Ergebnis und Konsequenzen sind noch offen. Wolfgang Stedtnitz will auch nicht verhehlen, dass die Spielpause seiner Truppe gerade gut zu Gesicht steht. „Es passt für uns ganz gut. Da können wir in Ruhe arbeiten und unsere Defizite aufholen“, so Wolfgang Stedtnitz. Bei den „Germanen“ will man also weiter trainieren und bald hoffentlich auch wieder spielen, trotz der engen Gegebenheiten am Blumenthaler Burgwall. „Wir sind schon dran, noch ein paar Spiele in den kommenden Wochen zu verlegen“, kündigt Wolfgang Stedtnitz entsprechende Maßnahmen an.

SV Grohn: Die „Husaren“ müssen nun auf das Ortsderby gegen den SV Lemwerder und das Pokalspiel gegen den SC Borgfeld verzichten. Und doch sagt SVG-Spielertrainer Jan-Philipp Heine: „Es ist die komplett richtige Entscheidung, und es ist die einzig vernünftige Entscheidung.“ Der Grohner hofft, den Spielbetrieb in ein oder zwei Wochen wieder aufnehmen zu können, ist aber auch Realist und rechnet mit Schlimmerem.

So geistern auch schon Befürchtungen durch die Szene, dass es im Fall eines kompletten Saisonabbruchs eine Regelung mit Auf- und Absteigern geben würde, nach den nur wenigen bisher absolvierten Partien. Das befürwortet Jan-Philipp Heine aber keineswegs. Momentan sei die festgelegte Pause jedoch „sehr erleichternd für alle Beteiligten“, so der SVG-Coach. „Das Schöne an unserem Sport und die Freude am Fußball kommen gerade jetzt überhaupt nicht zur Geltung“, sagt Jan-Philipp Heine.

SV Lemwerder: Der Grohner Derby-Gegner ist nun bereits das dritte Mal in Folge wegen einer Spielabsage zur Untätigkeit verdammt, und wird nun auch im Pokal nicht gegen den Bremen-Ligisten ESC Geestemünde auflaufen dürfen. „Ich finde, das ist die richtige Entscheidung“, äußert sich der SVL-Trainer Fabian Wilshusen. „Ich gehe mal davon aus, dass danach auch noch weitere Spieltage abgesagt werden, wenn nicht sogar die gesamte Hinserie“, fügt er hinzu. Wilshusen blickt nun mit großer Spannung auf die weiteren Entscheidungen.

In der südlichen Wesermarsch ist aufgrund gesunkener Infektionszahlen Sport ja wieder möglich, darum klärt man beim SV Lemwerder jetzt, ob und wie der Trainingsbetrieb aufrechterhalten werden kann. „Wenn wir trainieren, dann aber mit weiteren Einschränkungen. Das heißt, wieder umgezogen zum Training und kein duschen“, so die Planspiele von Fabian Wilshusen.

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