Tag des Gedenkens in Bremen Sowjetische NS-Opfer im Fokus

Das Programm für den 27. Januar, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, steht fest. Einige Freiluft-Verstaltungen finden trotz der Pandemie statt.
20.01.2021, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Sowjetische NS-Opfer im Fokus
Von Sigrid Schuer

Bremen. Sie schufteten als Zwangsarbeiter unter unmenschlichen Bedingungen im U-Boot-Bunker Valentin und waren oftmals bereits so sehr entkräftet, dass sie massenhaft starben. Das Schicksal der sowjetischen Kriegsgefangenen steht dieses Mal besonders im Fokus des Programms zum „27. Januar, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“, das in diesem Jahr bereits zum 25. Mal angeboten wird. Und zwar vom 13. Januar bis in den April hinein. So ist für Donnerstag, 4. März, um 19 Uhr, im Kukoon, Buntentorsteinweg 29, ein Vortrag über sowjetische Kriegsgefangene in Bremer Arbeitskommandos 1941 bis 1945 geplant. Und zwar unter dem Titel: „Die mir von der Wehrmacht angebotenen Kriegsgefangenen sind derart entkräftet“. Vor 80 Jahren, am 22. Juni 1941, begann der Überfall des Deutschen Reiches auf die Sowjetunion.

Viele virtuelle Angebote

Der Corona-Pandemie geschuldet müssen die Vielzahl der Veranstalter, federführend koordiniert von der Landeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit dem Verein „Erinnern für die Zukunft“, immer wieder umplanen. Einige Veranstaltungen sind inzwischen ins Netz verlegt worden. Interessierten wird empfohlen, einen Blick unter www.politische-bildung-bremen.de auf den neu eingerichteten Online-Veranstaltungskalender zu werfen, um auf dem aktuellen Stand der Dinge zu sein. Schon im Januar mussten einige Veranstaltungen abgesagt werden. So wollte Norbert Lammert, Bundespräsident a. D., ursprünglich am 28. Januar in der Kulturkirche St. Stephani einen Vortrag zum Thema „Antisemitismus: Erinnerung - Herausforderung - Verantwortung“ halten. Die Veranstaltung musste wegen des Lockdown abgesagt werden.

Zentrale Gedenkveranstaltung

Und auch die zentrale Gedenkveranstaltung des Senats am Mittwoch, 27. Januar, um 19 Uhr, die ursprünglich als Präsenzveranstaltung im Denkort Bunker Valentin organisiert werden sollte, geht nun online (www.landeszentrale-bremen.de). Bürgermeister und Kultursenator Andreas Bovenschulte (SPD) spricht das Grußwort. Natascha Wodin liest aus ihrem mehrfach preisgekrönten, autobiografisch geprägten Roman „Sie kam aus Mariupol“, den sie ihren Eltern gewidmet hat, die an der Zwangsarbeit zerbrachen. Die Einführung übernimmt Thomas Köcher, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Bremen.

Die Gedenkveranstaltung zum 76. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz und Birkenau II durch die Rote Armee am Sonntag, 24. Januar, kann auf dem Jacob-Wolff-Platz in Vegesack nach jetzigen Stand wie geplant stattfinden. Um 10 Uhr wird der Gedenkgottesdienst von Pastor Jan Lammert gehalten. Vermisst werden wird um 11 Uhr bei der Gedenkveranstaltung der am Silvestertag verstorbene Gerd Meyer, der sich in der Erinnerungsarbeit an die Verbrechen des NS-Regimes große Verdienste erworben habe, wie die Veranstalter Internationale Friedensschule Bremen, Evangelische Kirchengemeinde Alt-Aumund sowie Beirat Vegesack betonen.

Freiluft-Veranstaltungen

Zahlreiche weitere Freiluft-Veranstaltungen können voraussichtlich wie geplant stattfinden, etwa der Stadtrundgang „Stolpersteine im Stephaniviertel“ am Sonntag, 31. Januar, um 14 Uhr, mit Joachim Bellgart in Kooperation mit der Volkshochschule (Teilnahmegebühr sechs, ermäßigt vier Euro). Treffpunkt ist Am Brill 10, vor dem Motel One. Für Sonnabend, 6. Februar, um 14 Uhr ist eine zweistündige Radtour zu Denkorten in der Neustadt geplant, Anmeldung unter info@spurensuche-bremen.de, Treffpunkt ist Neusi's Repair-Café, Langemarckstraße 116, Eingang Hochschule Bremen. Für Sonntag, 7. März, um 15 Uhr, ist eine Stolperstein-Putzaktion angesetzt, mit der Regionalgruppe der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste. Am Dienstag, 23. März, um 15 Uhr, begibt sich der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge auf Spurensuche zu den Kriegsgräberstätten des Osterholzer Friedhofs.

Eines von vielen Online-Angeboten ist die Veranstaltung, die am Dienstag, 2. Februar, um 19.30 Uhr unter dem Titel „Decolonizing Auschwitz? Woran postkoloniale Ansätze in der Holocaustforschung scheitern“ im Livestream auf Youtube zu sehen ist. Veranstalter ist unter anderem das Junge Forum der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Bremen. Am Freitag, 19. und Sonnabend, 20. Februar wird es in der Zeit zwischen 16.30 und 19 Uhr einen Zoom-Workshop geben. Titel: „Gedenken, Antisemitismus, Israel: Wo stehe ich?“ Anmeldung unter kontakt@boell-bremen.de.


Das gesamte Programm ist unter www.politische-bildung-bremen.de zu finden.

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