Uni-Serie (5) Was steckt hinter "Komplexem Entscheiden"?

Bremen. In einer Reihe stellen wir Studiengänge der Bremer Hochschulen vor, unter deren Namen man sich spontan wenig Konkretes vorstellen kann. Mit was befasst sich beispielsweise der Master Komplexes Entscheiden, welche Karriereaussichten bieten sich?
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Von Ben Binkle

Bremen. In einer Reihe stellen wir Studiengänge der Bremer Hochschulen vor, unter deren Namen man sich spontan wenig Konkretes vorstellen kann. Mit was befasst sich beispielsweise der Master Komplexes Entscheiden, welche Karriereaussichten bieten sich?

Fünf Jahre nach der ersten Idee wurde der Aufbaustudiengang nun realisiert und geht in sein erstes Semester an der Universität Bremen. Rund 20 Studenten haben sich für "Komplexes Entscheiden" eingeschrieben, eine Zulassungsbeschränkung gibt es nicht, sie ist aber für die kommenden Semester angedacht.

Auf die Debütanten wartet in den kommenden zwei Jahren eine anspruchsvolle Aufgabe. Der Aufbaustudiengang speist sich aus den vier "klassischen" Fachrichtungen Wirtschaftswissenschaften, Rechtwissenschaften, Politikwissenschaften und Philosophie. "Wir wollen den Studierenden das Handwerkszeug beibringen, um systematisch, rational und angstfrei entscheiden zu können", beschreibt Dr. Dagmar Borchers das Fach, das zugleich auch ihr Projekt ist.

Zusammen mit Professor Michael Hülsmann, der mittlerweile an der Bremer Jacobs University lehrt, entwickelte Borchers 2005 in Bayreuth die Idee eines kombinierten, interdisziplinären Studiengangs. Fünf Jahre später, in denen das ambitionierte Projekt mehrfach zu scheitern drohte, ist Borchers' Idee zur Realität geworden.

Handwerkszeug für die Praxis

"Komplexes Entscheiden" ist dabei kein geisteswissenschaftliches Fach für Theorie-Freunde, sondern konkret auf den Arbeitsmarkt ausgerichtet. "Wir bilden für die Praxis aus", sagt die gebürtige Bremerin Borchers. Das "Entscheiden" soll als spezielle Fertigkeiten vermittelt werden. Diese Kompetenz kann dann ganz universell eingesetzt werden. Komplexe Entscheider werden in allen Bereichen der modernen Gesellschaft gebraucht. Der Studiengang - das verrät schon der englisch Titel "Professional Public Decision Making" - zielt auf einen speziellen Sektor ab: die öffentliche Verwaltung.

So bietet der Aufbaustudiengang eine konkrete Spezialisierung für Studierende, die bereits einen Hochschulabschluss in Jura, Philosophie, Wirtschafts- oder Politikwissenschaften haben. Mögliche Berufsbilder liegen im Bereich der Verwaltung, und der Medien, aber auch der Politikberatung. Unter den Bewerbern für einen Studienplatz dominierten zwar die Juristen, insgesamt gingen in diesem Sommer aber verschiedenste Anfragen ein. "Die Lebensläufe unserer Bewerben sind sehr unterschiedlich und kommen aus dem ganzen Bundesgebiet", sagt Borchers. Kein Wunder, denn ein vierfach interdiszplinärer Studiengang ist in Deutschland einzigartig.

Eine Promotion ist möglich

Teil des viersemestrigen Studiums mit dem Abschluss "Master of Arts" sind nicht nur Seminare zu Theorie und Praxis des Entscheidens, sondern auch ein berufsnahes achtwöchiges Praktikum. Bei der Wahl eines Praktikumsplatzes hat der Studierende freie Hand. Allerdings bietet die Uni bietet auch Hilfestellung an und kann Kontakte zu Senatstellen und gemeinnützigen Einrichtungen vermitteln.

Auch an die Studenten, die nach dem Aufbaustudium der Wissenschaft treu bleiben wollen, ist gedacht. Dank einer Kooperation mit der Bremer Jacobs University für Wissenschaft, ist auch eine anschließende Promotion im Fachbereich möglich.

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