32 Teilnehmer springen bei der achten Arschbomben-Meisterschaft im Freibad Blumenthal um die Wette Wasserklatscher von Weltklasse

Blumenthal. Ausgelassene Stimmung im Freibad Blumenthal. An einem der heißesten Tage dieses Sommers war die Anlage bestens besucht.
22.07.2016, 00:00
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Von Doris Friedrichs

Blumenthal. Ausgelassene Stimmung im Freibad Blumenthal. An einem der heißesten Tage dieses Sommers war die Anlage bestens besucht. Wobei das schöne Wetter nicht der einzige Grund dafür gewesen sein dürfte. Denn es fand, kurzfristig angesetzt, die achte Ausgabe der Arschbomben-Meisterschaft im Freibad statt. 32 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kämpften um Urkunden, Freikarten und Beifall des zahlreich erschienenen Publikums für die besten Körperklatscher mit der sichtbar meisten ­Wasserverdrängung.

Und Beifall wie auch fröhlichen Jubel gab es durchaus reichlich für die eine oder andere gelungene Aktion. Bewertet wurden von der dreiköpfigen Jury – Jürgen Linke, Vorsitzender des Kreissportbundes Bremen-Nord, Svenja Moors vom Kulturbüro Bremen-Nord und Karl-Hermann Lösken vom Bremer Judo-Verband – die figürliche Darbietung der Teilnehmer wie auch die Menge des aufspritzenden Wassers beim Eintauchen ins kühle Nass.

Anders als beim Turmspringen in sportlichen Wettkämpfen lautete hier die Devise: Je mehr es spritzt, desto besser. Obgleich der sportliche Ehrgeiz einiger Protagonisten durchaus auch bei der Arschbomben-Meisterschaft zu erkennen war. Naturgemäß waren die schwergewichtigeren Kandidaten in Hinblick auf die Wasserverdrängung bei dem Wettbewerb im Vorteil, aber die Jurymitglieder ließen Fairness gegenüber den Leichtgewichten walten.

Benotet wurde in drei Altersklassen: Kinder bis zwölf Jahre, Jugendliche bis 17 Jahre und Erwachsene. Jeder Teilnehmer hatte drei Sprünge zur Verfügung und konnte dabei frei wählen, ob er vom Einer- oder Dreier-Brett oder vom Fünfer-Turm springen wollte. Und wie in der Schule wurden Noten von eins bis sechs vergeben, aber anders als in der Schule war eins „ganz schön beknackt“ und sechs Weltklasse.

Vor allem die Jüngeren wollten sich diesen Spaß nicht entgehen lassen. Unter den Erwachsenen wagten sich nur zwei Teilnehmer auf die Bretter und unter die kritischen Augen von Jury und Publikum. Laut Volker Beringer vom Verein zur Förderung des Sport- und Freizeitbades Blumenthal, dem Organisator der Arschbomben-Meisterschaft, hatten sich am Mittwochmorgen insgesamt aber wesentlich mehr Interessierte in die Warteschlange zur Anmeldung gestellt, als letztendlich angenommen wurden. „Sonst würde der Wettbewerb zu lange dauern“, argumentierte Beringer. Mit den Worten „Gestern war Fußball-Europameisterschaft, morgen ist Olympia und mittendrin die Arschbomben-Meisterschaft“ startete er pünktlich um 14 Uhr das Spektakel.

Dabei ließen die Aussagen einiger Kandidaten schnell erahnen, dass das Vergnügen nicht immer auf ihrer Seite, sondern vor allem auf der des Publikums war. Sätze wie „Ah, mein Arsch“ fielen gelegentlich. Wer mit Haltung punkten wollte, zog schön die Knie an und umschlang die noch mit den Händen. Wem es mehr auf schäumende Gischt ankam, nahm einfach Anlauf und sauste mit dem Hinterteil zuerst in die Tiefe – und manchmal waren auch echte Bauchklatscher dabei, sehr zur Freude der Besucher am Rande des Springerbeckens.

Die elfjährige Liliana hatte sich erstmals zum Wettbewerb angemeldet, gemeinsam mit ihrer Freundin Ronja. „Wir wollten eigentlich nur zum Spaß hierher“, sagte sie nach ihrem ersten Sprung. „Aber meine Eltern haben uns überredet. Das ist aber total cool.“ Auch der elfjährige John-Tyler nahm erstmals teil. „Mein Freund hat mich gefragt, ob wir mitmachen wollen.“ Wehgetan habe der Klatscher vom Fünf-Meter-Turm nicht, obwohl er mit dem Hinterteil zuerst aufgekommen war. Die Jury indes mochte nach dem zweiten Durchgang noch keine Zwischenbilanz ziehen. „Es gibt zwar Favoriten, aber natürlich noch kein endgültiges Urteil“, hielt sich Jürgen Linke bedeckt.

So waren beim Blick auf die Bewertungsunterlagen schon erste Anwärter auf den Sieg auszumachen. Und auch die Kinder zog es immer wieder zu den Jurymitgliedern, um zwischendurch einen Blick zu erhaschen, ob sie möglicherweise unter den Erstplatzierten waren. Bevor es zum letzten Durchgang kam, forderte Volker Beringer die „Athleten“ noch einmal auf, alles zu geben. Darüber hinaus gab es immer wieder viel Lob vom Organisator für formvollendetes Eintauchen in die Fluten.

Timo Siggelkow, Teilnehmer bei den Erwachsenen, warf sich mit Schwung bäuchlings ins Wasser – und verursachte gekonnt eine Wasserfontäne. Marvin Nohl, Starter bei den Jugendlichen, brachte ebenfalls sein ganzes Gewicht ins Spiel, sodass das Wasser beim Eintauchen bis hoch zum Fünf-Meter-Turm spritzte. Philipp Neumann wollte es zum Abschluss besonders gut machen. Er lief im Handstand bis zum Rand des Fünf-Meter-Turms und ließ sich dann ins Wasser fallen. Sein Einsatz wurde belohnt: Er siegte bei den Kindern bis zwölf Jahre. Ebenso wie die beiden erstgenannten Teilnehmer in ihrer Kategorie den Sieg davontrugen.

„Der Klatscher vom Fünf-Meter-Turm hat nicht wehgetan.“ John-Tyler, Teilnehmer
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