Kommentar zu Bremens Cannabis-Idee Weg mit dem Thema

Mit der angekündigten kontrollierten Abgabe von Cannabis hat sich Bremen ins Gespräch gebracht. Jetzt ist es an der Zeit, das Thema zu beenden und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Ein Kommentar.
07.10.2015, 00:00
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Weg mit dem Thema
Von Moritz Döbler

Es gibt nicht viele Vorhaben, mit denen Bremens neue rot-grüne Koalition bisher bundesweit Aufsehen erregt hat. Die angekündigte kontrollierte Abgabe von Cannabis gehört dazu. Genau 19 Zeilen des 139-seitigen Koalitionsvertrags drehen sich darum. Doch die Passage reichte, um Bremen ins Gespräch zu bringen.

Gut gemeint ist der Ansatz ja auch: niedrigschwellige Prävention, Entkriminalisierung, Gesundheitsschutz. Und noch dazu stiege auch das Steueraufkommen leicht. Aber viel besser wäre es doch, wenn Bremen auf anderen, relevanteren Politikfeldern von sich reden ließe. Wenn Bremen für einen ebenso guten wie geordneten Umgang mit den Flüchtlingen stünde, für herausragende Schulen, erfolgreiche Konzepte gegen die Arbeitslosigkeit und solide Finanzen.

Die Entscheidung des Bundesinstituts für Arzneimittel gegen Coffeeshops in Berlin bietet Bremen die Chance, das Thema vorerst vom Tisch zu nehmen. Der Koalitionsvertrag steht dem nicht im Wege, denn in ihm ist nur ein Prüfauftrag formuliert. Der Senat sollte sich auf Wesentliches konzentrieren, statt Bremen als Kiffermetropole etablieren zu wollen.

moritz.doebler@weser-kurier.de

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