Streik der IG Metall

Airbus lässt das Bremer Werk am Freitag zu

Die 24-Stunden-Streiks in der Metall- und Elektroindustrie gehen weiter. Am Freitag ist Airbus dran. Doch der Flugzeugbauer will dann eh keinen Mitarbeiter auf das Werksgelände lassen.
01.02.2018, 18:26
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Airbus lässt das Bremer Werk am Freitag zu
Von Florian Schwiegershausen
Airbus lässt das Bremer Werk am Freitag zu

Streiken bundesweit für höhere Löhne: Die Mitglieder der IG Metall, hier vor dem Bosch-Betriebsgelände in Waiblingen.

dpa

Als Reaktion auf den bevorstehenden 24-Stunden-Warnstreik den ganzen Freitag hat Airbus eine suspendierende Betriebsstilllegung ausgesprochen. Das bedeutet, dass der Flugzeugbauer keinen Mitarbeiter auf das Werksgelände lassen will. Außerdem erhalten die Mitarbeiter für diesen Tag auch kein Geld. Beim ersten 24-Stunden-Streik in Bremen bei Gestra von Mittwoch- bis Donnerstagabend ist faktisch kein Mitarbeiter auf das Werksgelände gekommen, weil die Warnstreikenden an den Eingängen standen und niemanden reingelassen haben.

Eine suspendierende Betriebsstilllegung ist aber nicht gleichzusetzen mit dem klassischen Aussperren, wie Nordmetall-Sprecher Alexander Luckow erläutert: „Eine Aussperrung müsste vom Arbeitgeberverband beschlossen werden. Außerdem muss der Betrieb im Falle des Aussperrens seinen Mitarbeitern trotzdem eine Mindestsumme zahlen.“ So kann also jeder Betrieb selbst entscheiden, ob er eine solche vorübergehende Stilllegung ausspricht oder nicht – als Grund dafür könnten beispielsweise Sicherheits-Bedenken dienen.

Bei mehreren Bremer Airbus-Mitarbeitern habe das im Laufe des Donnerstagnachmittag für etwas Verunsicherung gesorgt, weil sie davon bisher auch noch nicht gehört hatten. Am 24-Stunden-Streik ändere das jedoch nichts, wie die Bremer IG-Metall-Geschäftsführerin Ute Buggeln dem WESER-KURIER sagte: „Es bleibt dabei wie geplant. Und am Freitagmorgen um 8.30 Uhr wird auch nach Plan bei Airbus die Kundgebung stattfinden.“ Dorthin wird auch die zweite Bundesvorsitzende der IG Metall, Christiane Benner, extra aus Frankfurt anreisen, um an der Kundgebung teilzunehmen.

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Nach Gewerkschaftsangaben legte bei Daimler in Bremen bis zum Abend 12000 Kollegen die Arbeit nieder. Bei den Tarifverhandlungen im Bezirk Küste geht es auch um ihre Schichtzulagen. Hier fordert die IG Metall die Angleichung an die Schichtzulagen der Kollegen in Baden-Württemberg, die teils das Doppelte erhalten wie die Bremer. Ebenso war in Bremen der Autozulieferer Lear von den Streiks betroffen.

Neben Airbus Operations sind am Freitag auch die Mitarbeiter von Premium Aerotec und Airbus Defence and Space A400M zum Streik aufgerufen. Ebenso sollen den ganzen Freitag im Betrieb von Deutschlands Arbeitgeberpräsidenten Ingo Kramer in Bremerhaven die Mitarbeiter in den Ausstand treten. In den vergangenen Wochen gab es bereits einen Ausstand beim Anlagenbauer J.H. Kramer.

Dann soll noch bei Premium Aerotec in Nordenham und in Varel alles stillstehen in der Zeit von Freitag, sechs Uhr, bis Samstag, sechs Uhr. Und bei der Meyer Werft in Papenburg soll am Freitag auch keine einzige Schraube gedreht werden. Dort ruft die IG Metall zur gleichen Zeit zum Warnstreik auf wie bei Premium Aerotec.

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Die IG Metall in Baden-Württemberg hat bereits einen neuen Termin für weitere Gespräche mit den Arbeitgebern ins Spiel gebracht. Am Montag könne man sich treffen. Dem Arbeitgeberverband Nordmetall sei bisher kein Gesprächstermin bekannt, wie ihr Sprecher Alexander Luckow sagte: „Wenn sie sich wieder dazu herablassen, mit uns zu reden, wäre das ja schon. All diese Streiks dienen der Gewerkschaft ja letztlich der Mitgliederwerbung – allerdings mit einem großen volkswirtschaftlichen Schaden.“

In einigen Tarifbezirken drängt die Zeit. Denn in der Zeit von Weiberfastnacht bis Aschermittwoch, wenn also Karneval oder Fasching ist, lassen sich im Rheinland bis nach Süddeutschland die Gewerkschaftsmitglieder nicht so leicht für einen Streik mobilisieren.

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