BLG zieht Jahresbilanz

„In stürmischen Zeiten Kurs halten“

Der BLG-Vorsitzende Frank Dreeke präsentiert solides Geschäftsjahr in 2019. Für 2020 geht er für den weltweit agierenden Logistikdienstleister aus Bremen aber von gravierenden Umsatzeinbrüchen aus.
29.04.2020, 13:43
Lesedauer: 3 Min
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„In stürmischen Zeiten Kurs halten“
Von Peter Hanuschke

Die gute Nachricht aus Sicht der BLG Logistics Group: Der weltweit agierende Bremer Logistikdienstleister hat nach eigenen Angaben im Geschäftsjahr 2019 ein solides Ergebnis erwirtschaftet. „Unser Ziel, die Umsatzerlöse auf konstantem Niveau zu halten, haben wir in Summe mehr als erreicht“, sagte Vorstandsvorsitzender Frank Dreeke am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz, die wegen der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie zum ersten Mal digital stattgefunden hat. Die schlechte Nachricht: Wegen Corona rechnet das Unternehmen in vielen Bereichen mit Einbrüchen zwischen 30 bis 40 Prozent.

„Solch eine massive Krise haben wir noch nie erlebt“, so Dreeke. Die Volumen würden gravierend zurückgehen. Das gelte für alle in der Weltwirtschaft agierenden Unternehmen. Dennoch habe die BLG Logistics Group mit Blick auf ein Ende von Corona einen bedeutenden Vorteil: Das Unternehmen biete eine Vielzahl an Dienstleistungen. Dies ermögliche, „dass wir nach der Krise mit Volldampf durchstarten können.“ Dazu trage auch die robuste und solide finanzierte Ausgangsbasis bei, für die die BLG Group im vergangenen Jahr gesorgt habe.

Plus beim Umsatz

Für 2019 weist die BLG-Gruppe insgesamt einen Umsatz von einer Milliarde und 158,6 Millionen Euro aus. Das ist ein Plus von 17,3 Millionen Euro beziehungsweise 1,5 Prozent gegenüber 2018. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) ist mit 37,5 Millionen Euro auf Vorjahresniveau. Die EBT-Marge liegt mit 3,2 Prozent knapp unter Vorjahresniveau (3,3 Prozent).

2019 hat BLG Logistics nach eigenen Angaben die Position als einer der führenden Automobillogistiker Europas erneut bestätigt und das Netzwerk in Europa ausgebaut. Insgesamt 6,3 Millionen Fahrzeuge wurden 2019 umgeschlagen, transportiert oder technisch bearbeitet. Eine sehr gute Umsatzsteigerung von mehr als 50 Millionen Euro habe auch zu einem deutlich verbesserten Ergebnis geführt. Die Umsatzerlöse im Geschäftsbereich Automobile belaufen sich danach auf 603,7 Millionen Euro, eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 9,1 Prozent. Das EBT ist im Vergleich zum Vorjahr mit 19,3 Millionen um mehr als 24 Prozent gestiegen.

Der Geschäftsbereich Contract erzielte laut BLG trotz eines leichten Umsatzrückgangs ein stabiles Ergebnis. Das Geschäftsjahr schloss mit einem Umsatz in Höhe von 563,9 Millionen Euro. Das entspricht einem leichten Rückgang im Vergleich zum Geschäftsjahr 2018 (599,2 Millionen Euro). Parallel sei es gelungen, das Ergebnis vor Steuern (EBT) um 2,5 Prozent auf 7,4 Millionen Euro zu steigern. Auch die EBT Marge stieg um 8,3 Prozent auf 1,3 Prozent an.

Reeder-Allianzen prägen Container-Geschäft

Der Geschäftsbereich Container wird innerhalb der BLG Group durch die Hälfte der Gesellschaftsanteile an Eurogate repräsentiert, der unter anderem Terminals in Bremerhaven und Hamburg betriebt. Im Geschäftsjahr 2019 erwirtschaftete die europäische Terminal-Betreibergruppe laut Finanzbericht einen Jahresüberschuss in Höhe von 45,5 Millionen Euro (2018: 67,3 Millionen Euro). Die Umsatzerlöse lagen danach mit 564,6 Millionen Euro bei insgesamt leicht rückläufigen Umschlagsmengen in Deutschland ebenfalls unter dem Wert des Vorjahres (2018: 604,0 Millionen Euro).

Insgesamt war das Geschäftsjahr von den Auswirkungen der in den Vorjahren erfolgten Konsolidierungswelle innerhalb der Reederei-Allianzen und den damit einhergehenden Veränderungen in den Netzwerken geprägt. Mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr stellte der Vorstandsvorsitzende fest: „Derzeit kann niemand verlässliche Aussagen machen, wie drastisch die Auswirkungen der Corona-Krise sein werden. Die Wirtschaftsforschungsinstitute sagen für das zweite Quartal einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 9,8 Prozent voraus, das wäre ein doppelt so großer Einbruch wie in der Weltfinanzkrise 2009."

Dennoch zeigte sich Dreeke optimistisch: In Bezug auf Volumen, Umsatz und Ergebnis würden die Auswirkungen der Corona-Krise in allen Bereichen massiv und gravierend sein. "Die Zahlen für 2019 belegen aber: Wir sind robust und solide aufgestellt und werden auch in stürmischen Zeiten Kurs halten können.“

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