Sportwagen-Produktion setzt Maßstäbe im Leichtbau Daimler lobt Technologie-Standort Bremen

Bremen. Am Wochenende wird das neue Spitzenmodell des Mercedes-Werks Bremen an die Händler ausgeliefert – der Sportwagen SL. Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen die Produktion besucht und großes Lob vom Daimler-Manager für den Standort bekommen.
27.03.2012, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Günther Hörbst

Bremen. Jens Böhrnsen ist Daimler-Fahrer. Zumindest dienstlich. Sein Chauffeur bringt ihn den Bremer Bürgermeister einer E-Klasse-Limousine von Termin zu Termin. Gestern parkte der dunkelblaue Wagen vor dem Mercedes-Benz-Kundenzentrum in Sebaldsbrück. Der SPD-Politiker ist wenige Tage vor der Markteinführung des neuen Roadsters SL einer Einladung von Mercedes-Werkleiter Andreas Kellermann gefolgt.

Böhrnsen besichtigte die neue Rohbauhalle im Gewerbepark Hansalinie. Dort bauen 120 Mitarbeiter und 166 Roboter die 190 verschiedenen Teile für die Rohkarosserie zusammen. Der Bürgermeister war sichtlich beeindruckt. "Das ist eine großartige Ingenieurleistung, die hier vollbracht wird", sagte er. "Ich freue mich sehr, dass diese Hochtechnologie mit dem Standort Bremen verbunden ist und durch Mercedes Arbeitsplätze sichert."

Wie hochtechnologisch es in dieser Halle im Gewerbepark Hansalinie zugeht, ist auf den ersten Blick nicht zu sehen. Denn zu sehen sind überwiegend Roboter, die Schweißnähte setzen, Klebestreifen auftragen oder Nieten in Karosserieteile eindrücken. So lange eben, bis am Ende des Montagebandes das blecherne Gerüst dessen erkennbar wird, was nach Lackierung und Endmontage in den Werkshallen zu dem wird, was der Bürgermeister eine "Automobil-Ikone" nennt.

Das Besondere am dem neuen Auto aus Bremen ist, dass es nahezu komplett aus Aluminium gefertigt ist – damit ist es 140 Kilo leichter als das Vorgängermodell, spart somit Kraftstoff und stößt weniger Schadstoffe aus. "Im Bereich Leichtbau haben wir mit dem Auto technologische Maßstäbe gesetzt", sagt Werkleiter Kellermann. Maßstäbe, die nicht zuletzt durch die hohe Kompetenz am Standort Bremen erst möglich wurden.

"Die Forschung und Lehre, die im Bereich Technologie betrieben wird, ist beispielhaft", lobt der Daimler-Manager. "Das kommt nicht nur Mercedes und dem Autobau zugute, sondern auch den übrigens Hochtechnologie-Branchen Luft- und Raumfahrt sowie den Offshore-Windenergie-Unternehmen." Derzeit würden sich eine Reihe von Firmen in der Region ansiedeln, die auf Leichtbau spezialisiert seien. "Dieses Potenzial kann weitere Firmen anziehen und noch mehr Jobs schaffen."

Den Bürgermeister freut’s. Kellermann lobt Böhrnsen und die Bremer Politik, wo er kann. "Dass sich der Bremer Bürgermeister zwei Stunden Zeit für einen solchen Termin nimmt, beweist das starke Bekenntnis der Stadt zu Daimler und zu diesem Standort", sagte Kellermann. Und der SPD-Politiker tut es ihm umgekehrt gleich. "Wir wissen, was wir in Bremen an dem größten privaten Arbeitgeber haben", sagte Böhrnsen in seinem Grußwort zu Beginn der Veranstaltung. "Bremen wird immer an der Seite von Mercedes stehen, um für die nötigen Rahmenbedingungen zu sorgen."

Lange Zeit hatte es zwischen der Stadt und seinem größten privaten Arbeitgeber mit 12800 Mitarbeitern ja ein leicht gestörte Verhältnis gegeben. Der Stuttgarter Konzern nahm übel, dass Bremen plötzlich anfing, statt Mercedes auch VW und BMW bei der Polizei zu fahren – und dann auch noch statt Mercedes-Bussen für die BSAG Konkurrenzprodukte aus Polen (Solaris) und Bayern (MAN) zu bestellen. Den Bremern wiederum stieß auf, dass einige von Kellermanns Vorgängern als Werk-Leiter den Standort Bremen nur als Karrieresprungbrett ansahen und sich kaum in der Stadt engagierten.

Das ist nun seit einiger Zeit anders. Seit einigen Monaten bemüht sich die Abteilung für strategische Kommunikation bei Daimler, einen regelmäßigen Kontakt zur Politik und der Wirtschaft in Bremen zu pflegen. Und Bremen freut sich, dass Mercedes bei Marketing-Aktionen im Sinne der Hansestadt bereitwillig mitmacht. "Mercedes-Modelle aus Bremen, wie der SL, der SLK oder der GLK, sind beim Tag der Deutschen Einheit in Bonn im vergangenen Jahr in einem eigenen Zelt auf der Länder-Meile ausgestellt worden", sagt Senatssprecher Hermann Kleen. "Die Leute haben den Stand regelrecht umlagert."

Das Rathaus habe auch für den diesjährigen 3. Oktober angefragt, ob sich Mercedes als Teil Bremens präsentieren wolle, sagte eine Daimler-Sprecherin. "Der Erfolg im letzten Jahr war wirklich durchschlagend", sagte sie. Was Senatssprecher Kleen besonders freut: "Wir werden dieses Jahr den SL mitbringen. Und da die Einheitsfeier dieses Jahr in Bayern stattfindet, werden wir als Bremer dann mit einem Mercedes mitten auf der Ludwigstraße stehen."

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