Firmensitz der Sparkasse Bremen

Ohne Schalterhalle in die Zukunft

Der Sparkassen-Vorstandsvorsitzende Tim Nesemann und der neue Firmenvorstand Klaus Windheuser haben am neuen Firmensitz bei einem Rundgang erläutert, wo das Unternehmen hin will.
01.07.2021, 19:02
Lesedauer: 2 Min
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Ohne Schalterhalle in die Zukunft
Von Florian Schwiegershausen
Ohne Schalterhalle in die Zukunft

Klaus Windheuser, Firmenkundenvorstand der Sparkasse Bremen, erläutert, wie man in Zukunft auch Unternehmen bei der Digitalisierung helfen wolle.

Christina Kuhaupt

Alles neu und anders soll es bei der Sparkasse Bremen sein. Um das zu erläutern, führt der Vorstandsvorsitzende Tim Nesemann zusammen mit dem noch relativ neuen Vorstand Klaus Windheuser an diesem Vormittag durch das neue Gebäude bei der Uni.

Nesemann und Windheuser wollen der Öffentlichkeit zeigen, wie sie ihr Geschäft in Zukunft denken wollen. Der gebürtige Rheinländer Windheuser aus Düsseldorf war viele Jahre für die Commerzbank tätig. Von dort hat ihn die Sparkasse Bremen abgeworben – er fing mitten im ersten Lockdown im April 2020 an. Viele Kollegen hat er so daher nur über den Bildschirm kennengelernt.

Warum er den Schritt nach Bremen gegangen ist? "Die Stadt hat eine spannende Unternehmerlandschaft", sagt Windheuser. Und beim Blick in die eigene Branche ergänzt er: "Andere reden von der Digitalisierung, und die Sparkasse Bremen setzt es um." Das neue Gebäude im Technologiepark an der Uni soll ein wichtiger Baustein dazu sein.

Die Zeiten von Schalterhallen sind vorbei. Im Foyer stehen Sessel, an der Seite eine Kaffeebar. Hier sollen die Berater in Zukunft die Kunden abholen, mit denen sie zuvor einen Termin gemacht haben. Danach geht es in einen der Beratungsräume mit meterhohen Decken. Die haben Namen mit Bremer Bezügen, zum Beispiel "Gute Stube". An der Wand hängen Kunstwerke, die auf die Raumnamen anspielen. In einem anderen Raum finden sich Gräser und Moos, die aus dem Bürgerpark stammen und an den  alten Sparkassen-Werbeslogan "Ohne Moos nichts los" erinnern.

Die Konferenzräume an der Rückseite lassen sich zu einem großen Versammlungssaal zusammenschließen. Zusammen mit dem Grün im Innenhof könnte hier nach der Pandemie zum Beispiel das traditionelle Mahl des Handwerks stattfinden. Kommende Woche haben die Azubis hier eine Fortbildung und können die Räume testen. Feste Plätze sollen die Mitarbeiter in diesem Gebäude nicht mehr haben, aber es soll Ecken geben, an denen sie sich mit ihren Teamkollegen austauschen –  Netzwerken statt starrer Büros. Über einen bisher rustikal gehaltenen Raum zur Straßenseite hin in Konferenzgröße sagt Firmenvorstand Windheuser: "Den wollen wir auch Firmenkunden zur Verfügung stellen, damit sie hier innerhalb einer Woche eine Idee entwickeln können." Start-ups sollen sich dort ebenfalls austoben können.

Da ist Windheuser bei einem seiner Anliegen: "Auf diese Weise wollen wir Start-ups unterstützen." Ebenso betont Vorstandschef Nesemann an diesem Vormittag mehrmals, wie wichtig ihm für die Zukunft des Unternehmens die Nähe zur Uni sei – künftig gehe es im Geschäft mehr darum, in Dimensionen eines Technologieunternehmens als in denen eines Finanzunternehmens zu denken: "Wenn ich ehrlich bin, vollziehen wir hier unheimlich schnell einen riesigen Transformationsprozess – auch zusammen mit dem neuen Gebäude." Jedoch sei die Sparkasse noch lange nicht da, wo Nesemann sie haben möchte – auch was die kulturelle Veränderung mancher Mitarbeiter angehe. "Aber wir sind weit gekommen", stellt er fest.

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