Luftverkehr

Flüge ab Bremen besonders pünktlich

Am Hans-Koschnick-Airport starten mehr als 80 Prozent aller Maschinen zur geplanten Abflugzeit. Nur ein einziger Flughafen in Deutschland kann mit einem noch besseren Wert punkten.
26.02.2018, 18:00
Lesedauer: 3 Min
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Flüge ab Bremen besonders pünktlich
Von Helge Hommers
Flüge ab Bremen besonders pünktlich

Take-off vom Bremer Hans-Koschnick-Airport. In Deutschland sind nur die Flüge ab Hannover noch pünktlicher.

Christian Walter

Bremen. Wer am Flughafen Bremen in ein Flugzeug steigt, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit sein Ziel pünktlich erreichen. Das hat eine Analyse des Fluggastrechte-Portals Air Help ergeben. Demnach haben im Jahr 2017 mehr als vier von fünf Passagierflügen den Hans-Koschnick-Airport zur geplanten Abflugzeit verlassen. Im deutschlandweiten Vergleich schnitt nur der Flughafen Hannover-Langenhagen noch besser ab.

Für seine Studie hat Air Help den Verkehr an den 13 größten Flughäfen Deutschlands analysiert. "Insgesamt verzeichneten alle untersuchten Flughäfen im Gesamtjahr 2017 schlechtere Pünktlichkeitswerte im Vergleich zu unserer Analyse im ersten Halbjahr 2017", sagt Fluggastexperte Dirk Busse von Air Help. "Eine Ursache dafür können natürlich auch unvorhersehbare Ursachen wie Unwetter sein, denn im Herbst und Winter haben die Flughäfen in der Regel häufiger mit schlechtem Wetter zu kämpfen als im Frühling oder Sommer."

Dabei lässt sich erkennen, dass Maschinen umso seltener pünktlich abheben, desto größer das Flugaufkommen an einem Flughafen ist. Entsprechend belegen die fünf deutschen Flughäfen mit dem höchsten Flugaufkommen die fünf hintersten Plätze in der Rangliste.

Fast 10 000 Flüge aus Bremen

Für den Flughafen Bremen wertete Air Help insgesamt 9795 Flüge aus. Davon starteten 1569 Flüge mit einer Verspätung von bis zu 15 Minuten. 143 Flüge fielen aus. Damit kommt der Flughafen Bremen auf eine Pünktlichkeitsquote von 82,52 Prozent. Von Hannover-Langenhagen hoben 84,77 Prozent aller Flüge wie geplant ab.

Zwar fielen in Hannover im Vergleich zu Bremen mehr Flüge aus (238) oder flogen verspätet los (2886), doch da das Flugaufkommen mit 20 508 Flügen doppelt so hoch ist, fällt die Pünktlichkeitsquote dementsprechend besser aus. Mit den Flughäfen Dresden und Leipzig/Halle führt die Studie zwei Airports auf, deren Flugaufkommen im Vergleich zu Bremen jeweils um mehr als 1200 Flüge geringer ist und die dennoch niedrigere Pünktlichkeitswerte als Bremen vorzuweisen haben.

Den prozentual höchsten Anteil an außerplanmäßigen Abflugzeiten verzeichnete der Flughafen Berlin-Tegel, von wo 29,01 Prozent der Flieger verspätet oder gar nicht starteten. Auch in Frankfurt am Main (26,65 Prozent) und Düsseldorf (25,62 Prozent) hatte mehr als jeder vierte Flug Verspätung oder fiel aus. Nur unwesentlich häufiger erreichten Passagiere vom Flughafen Hamburg zur vorgesehen Ankunftszeit ihr Ziel: Von 64 125 Flügen hoben im vergangenen Jahr nur 76,48 Prozent pünktlich ab.

Insgesamt starteten 2017 deutschlandweit mehr als 500 Passagierflüge pro Tag nicht zur vorgesehenen Abflugzeit oder fielen aus. Wer davon betroffen ist, hat das Recht auf eine Entschädigungszahlung. Diese kann bis zu 600 Euro betragen. Wie hoch die Zahlung liegt, wird anhand der Länge der Flugstrecke berechnet.

"Wer von Flugverspätungen oder -ausfällen betroffen ist, sollte unbedingt prüfen, ob er Anspruch auf eine Ausgleichszahlung durch die verantwortliche Airline hat", sagt Busse von Air Help. Ob der Entschädigungsanspruch rechtmäßig ist, hängt von der genauen Verspätungsdauer am Zielflughafen und dem Grund für die verspätete Abflugzeit ab. Betroffene haben auch noch nach drei Jahren die Möglichkeit, eine Entschädigung zu erhalten.

430 Millionen Euro Entschädigungen

Nach Schätzung von Air Help stehen Fluggästen für 2017 finanzielle Entschädigungen in Höhe von 430 Millionen Euro zu. Auch hier gilt: Je größer der Flughafen, desto höher die Summe. Allein für den Flughafen Frankfurt am Main liege der Entschädigungsanspruch bei fast 150 Millionen Euro. Fluggäste aus Bremen hätten für verspätete oder ausgefallene Flüge das Recht auf Entschädigungen in Höhe von 2,836 Millionen Euro, so das Portal. Dies ist der drittniedrigste Wert aller untersuchten Flughäfen.

Wer von Verspätungen oder einem Flugausfall betroffen ist, sollte im Idealfall noch direkt am Gate klären, ob sein Anspruch rechtens ist. Hilfe bietet dabei unter anderem die kostenlose App von Air Help, in die ein Scanner integriert ist. Mit dieser kann der Nutzer sein Bordticket überprüfen. Ist sein Anspruch gewährleistet, kann das Fluggastrechte-Portal, gegen Zahlung einer Gebühr, die Entschädigung auf Wunsch des Passagiers bei der entsprechenden Gesellschaft durchsetzen – und, sofern nötig, für ihn sogar vor Gericht ziehen.

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