Ausmaß wird immer größer Greensill beantragt auch in den USA Insolvenz

Die Insolvenz von Greensill Capital nimmt immer größere Formen an. Immer mehr Privatkunden der Bremer Greensill Bank erhalten inzwischen Entschädigungszahlungen. Warum das auch eine Bank aus der Region trifft.
27.03.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Greensill beantragt auch in den USA Insolvenz
Von Florian Schwiegershausen

Greensill hat nun auch für sein US-Geschäft Insolvenz angemeldet. Die Tochter Greensill Capital Inc. stellte am Donnerstag in New York einen Antrag auf Gläubigerschutz, wie aus Gerichtsunterlagen hervorging. Im Vergleich zur britischen Mutter sowie der australischen Holding und der ebenfalls zum Konglomerat gehörenden Bremer Greensill Bank, bei deren Insolvenzen es um Milliarden geht, sind in den USA relativ geringe Summen betroffen. Greensill gab im Insolvenzantrag Vermögenswerte zwischen zehn Millionen und 50 Millionen Dollar und Schulden zwischen 50 Millionen und 100 Millionen an.

Die Summe, die der Einlagensicherungsfonds vom Bundesverband deutsche Banken an Kunden der Greensill Bank zahlen muss, liegt bei 3,1 Milliarden Euro. Eine Milliarde Euro davon sei über die gesetzliche Einlagensicherung abgedeckt, zwei Milliarden Euro seien über die freiwillige Einlagensicherung der privaten Banken garantiert. Und zwei Milliarden Euro will sich der Bankenverband laut Medienberichten auch von der britisch-australischen Finanzgruppe Greensill Capital zurückholen. Er hat zumindest seine Forderungen geltend gemacht.

Damit die Privatkunden der Greensill Bank ihr angelegtes Geld zurückerhalten, gibt es die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken. Sie ist eine Tochter des Bundesverbands deutscher Banken. Wieviel Geld für Entschädigungen dieser Art im „Topf“ ist, darüber gibt die Einrichtung keine Auskunft. Nach Angaben des Portals finanz-szene.de liegt die Höhe bei 3,5 Milliarden Euro.

Wenn also die Kunden der Greensill Bank entschädigt sind, muss der Fonds wieder aufgefüllt werden. Das bedeutet, dass die mehr als 100 Privatbanken die Insolvenz der Greensill Bank mittragen müssen, indem sie wieder Gelder in den Fonds einzahlen. Als Geldinstitut aus der Region ist davon auch die Oldenburgische Landesbank betroffen. Aufgrund ihrer Größe werden es wohl die Commerzbank und die Deutsche Bank sein, die einen erheblichen Teil dazu beisteuern müssen. Gerade die Commerzbank trifft es zu einem Zeitpunkt, zu dem sie bereits für das abgelaufene Geschäftsjahr ein Minus von 2,9 Milliarden Euro verbucht hat und für 2021 auch mit einem Minus rechnet. Ebenso muss auch die Mercedes-Benz Bank als Mitglied des Einlagensicherungsfonds einen Teil mittragen. Sparkassen und Volksbanken haben jeweils ihren eigenen Einlagensicherungsfonds.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+