In Bremen und Bremerhaven

Hafenumschlag nimmt wieder zu

Das Land Bremen konnte in seinen Häfen im ersten Halbjahr an Umschlag wieder zulegen. Dazu trugen der Autoumschlag bei und Schiffe, die wegen der Engpässe im Hamburger Hafen nach Bremerhaven umgeleitet wurden.
03.08.2021, 19:24
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Hafenumschlag nimmt wieder zu
Von Florian Schwiegershausen
Hafenumschlag nimmt wieder zu

Am Auto-Terminal der BLG in Bremerhaven haben sich die Zahlen im ersten Halbjahr gegenüber 2020 positiv entwickelt.

Florian Schwiegershausen

Nach dem ersten Pandemiejahr hat der Umschlag in den Bremischen Häfen von Januar bis Juni wieder deutlich zugenommen. Laut Angaben des Häfenressorts wurden im ersten Halbjahr mehr als 35 Millionen Tonnen umgeschlagen. Das sind 7,8 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. So wurden knapp 2,6 Millionen Standardcontainer (TEU) umgeschlagen. Das entspricht gegenüber Januar bis Juni 2020 einem Zuwachs von 11,1 Prozent. Der Umschlag liegt insgesamt über dem Vorkrisenniveau.

Zu einem Teil trugen die von Hamburg umgeleiteten Schiffslinien zu diesem Ergebnis bei. Aufgrund der Kapazitätsengpässe im Hamburger Hafen wichen die dänische Reederei Maersk und die französische Reederei CMA CGM ab Juni mit einigen Schiffen auf Bremerhaven und Wilhelmshaven aus. Entsprechend lag der Containerumschlag in Bremerhaven allein im Juni bei 440.000 TEU. Von dieser Entwicklung wird die Seestadt wohl auch in den kommenden Monaten profitieren. Denn wegen der aus dem Takt geratenen Schiffe aus Asien ist im Hamburger Hafen weiter mit Kapazitätsengpässen zu rechnen. Davon wird auch der Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven Nutzen haben.

Auch die Nachfrage nach Autos – sowohl in Deutschland als auch weltweit – hat zum Ergebnis beigetragen. Demnach wurden im ersten Halbjahr 934.000 Fahrzeuge in den bremischen Häfen umgeschlagen. Verglichen mit dem wegen Corona gebeutelten Vorjahreszeitraum entspricht das einem Plus von mehr als 34 Prozent. 2020 war in der Zeit bis Juni der Fahrzeugumschlag regelrecht eingebrochen.

Auf die zwei Städte des kleinsten Bundeslandes verteilte sich die Ladung wie folgt: In Bremerhaven wurden im ersten Halbjahr dieses Jahres 29,2 Millionen Tonnen umgeschlagen, in Bremen 6,035 Millionen Tonnen. Hier sei der Zuwachs mit 26,5 Prozent besonders deutlich ausgefallen. Häfensenatorin Claudia Schilling (SPD) zeigt sich mit dieser Bilanz zufrieden: „Die bremischen Häfen haben also trotz massiv gestörter Lieferketten und den daraus resultierenden Problemen für den weltweiten Seeverkehr ihre Position nicht nur halten, sondern sogar ausbauen können." Sie lobte den Service und die Flexibilität der Unternehmen vor Ort.

Einen Schrecken verursachte jedoch die Havarie der Drehbrücke in Bremerhaven. Dies sah Bremenports-Geschäftsführer Robert Howe auch als größte Herausforderung des ersten Halbjahres: „Wir arbeiten derzeit mit Hochdruck daran, dass die Columbusinsel auch ohne Brücke erreichbar bleibt." Geplant ist eine Art Fährverbindung als vorübergehender Ersatz für die Brücke. Die Fähre soll die auf der Columbusinsel ansässigen Firmen mit dem Festland verbinden. "Parallel zum Aufbau dieser Übergangslösung werden wir erste Planungen für einen Brücken-Neubau vorlegen“, ergänzte Howe.

Alle anderen Projekte seien im Fluss: Der Neubau der Kaje 66 stehe kurz vor der Fertigstellung, im Bremerhavener Fischereihafen laufe die Modernisierung der Schleuse sowie der Neubau der einen Kaje, und der Neubau der Columbuskaje sei in Planung. Schließlich gehe es auch darum, den Reiseveranstaltern für die kommenden Jahre ein zukunftssicheres Kreuzfahrt-Terminal in Bremerhaven zu bieten. Ansonsten bastelt Bremenports daran, wie man sich mit dem Hafen in Zukunft positionieren will. Verschiedene Studien und Analysen laufen dazu.

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