Tiefkühllager Kühlhaus auf Temperatur

Vor 14 Tagen wurde das neue 35000 Palettenstellplätze große Nordfrost-Kühlhaus im Seehafen-Terminal in Wilhelmshaven unter Kälte gesetzt. Inzwischen ist es mit 23 Grad minus auf Betriebstemperatur.
25.01.2018, 19:03
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Kühlhaus auf Temperatur
Von Peter Hanuschke

Wilhelmshaven. 14 Tage dauert es, bis ein neues Tiefkühlhaus mit einer Kapazität von 35 000 Palettenstellplätzen auf Betriebstemperatur ist. Genau die wurde in dieser Woche im neuen Gebäude am Nordfrost-Seehafen-Terminal am Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven erreicht: Bei minus 23 Grad wurden die ersten Containerladungen mit Frostware im Kühlhaus eingelagert, das in einer Bauzeit von nur zehn Monaten entstanden ist. Die Container wurden über den Hafen Wilhelmshaven angelandet und das Trucking vom direkt angrenzenden Containerterminal zum Kühlhaus durch Nordfrost-eigene Fahrzeuge vorgenommen.

Und die nächsten Paletten kommen: So seien Frischfleisch in Kartons und Geflügelprodukte zur Schockfrostung, Bearbeitung und Zwischenlagerung im Zulauf, teilt das Unternehmen mit, das nach eigenen Angaben in Deutschland mit 35 Tiefkühllagerstandorten führender Dienstleister in der Tiefkühllogistik ist. Beim Fisch werde die Rohware über den Containerhafen Wilhelmshaven importiert, und bei Fleisch beziehungsweise Geflügel handele es sich um Produkte, die hauptsächlich über Wilhelmshaven exportiert werden. Tiefgefrorenes Gemüse aus China werde voraussichtlich ab März in Wilhelmshaven angelandet. Horst Bartels, Chef des 1975 gegründeten familiengeführten Unternehmens, geht davon aus, dass das Tiefkühlhaus bereits in drei Monaten eine Auslastung von 80 Prozent erreicht haben wird, wobei sich die tiefgefrorenen Waren durchschnittlich alle zwei bis drei Wochen drehen werden. Laut Unternehmensangaben hat Nordfrost bis heute 72 Millionen Euro ins Areal am Jade-Weser-Port investiert. Bis Ende 2019 sollen nochmals etwa 100 Millionen Euro dazukommen. In die geschäftlichen Abläufe voll eingebunden sei bereits das seit gut fünf Jahren bestehende Lager für Frische und Stückgut, das derzeit mit Käse und Schokoladenartikeln sowie Trockenwaren nahezu komplett ausgelastet sei. Da der Bedarf an Lagerkapazitäten aufgrund von zunehmenden Hafenumschlagaktivitäten steige, laufen die Bauarbeiten für ein 20 000 Quadratmeter großes weiteres Verteillager. Die Inbetriebnahme wird im Herbst dieses Jahres erfolgen.

Außerdem will das Unternehmen, das seinen Stammsitz in Schortens hat, noch in diesem Jahr mit dem Bau eines 35 Meter hohen vollautomatischen Hochregallagers beginnen, das sich direkt an das jetzt in Betrieb genommene Kühlhaus anschließt. Durch alle Maßnahmen wird die gesamte Kapazität des Nordfrost-Seehafen-Terminals für temperaturgeführte Produkte ab Ende nächsten Jahres 100 000 Palettenstellplätze umfassen.

Eine große Herausforderung sieht Nordfrost darin, bis Ende 2019 mindestens 500 Arbeitskräfte für die neuen Aufgaben im Hafen zu bekommen. Um das zu erreichen, startet unter anderem ab Februar eine Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen. Zudem kommt in der ersten Zeit Unterstützung durch Personal aus anderen Nordfrost-Standorten, an denen derzeit insgesamt 2500 Arbeitnehmer beschäftigt sind.

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