Verbraucherzentrale Bremen klärt auf

Was die Senkung der Mehrwertsteuer für den Kleidungskauf bedeutet

Am 1. Juli wurde die Mehrwertsteuer gesenkt. Doch sparen die Verbraucher tatsächlich? Die Verbraucherzentrale Bremen erklärt, ob auch Kleidung auch günstiger geworden ist und gibt weitere Spartipps.
25.07.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Annabel Oelmann
Was die Senkung der Mehrwertsteuer für den Kleidungskauf bedeutet

Mehrwertsteuersenkung dank Corona-Krise. Doch kann man beim Kleidungskauf wirklich Geld sparen?

Felix Kästle/dpa

Die angekündigte Mehrwertsteuersenkung von 19 auf 16 Prozent wurde in unserer Stichprobe im Onlinehandel umgesetzt. Wer aktuell in der Innenstadt unterwegs ist, sieht häufiger die großen Werbeaufkleber auf den Geschäftsfenstern – 16 Prozent statt 19 Prozent. Aber macht es sich wirklich bemerkbar?

Die schlechte Nachricht zuerst: Eigentlich macht es sich nicht bemerkbar, denn die Senkung um tatsächlich 2,5 Prozent macht bei einem T-Shirt, das um die 40 Euro kostet, gerade mal einen Euro aus. Wer aber schon lange plant, einen neuen Anzug oder gar ein Ball- oder Hochzeitskleid zu kaufen, der kann tatsächlich merklich etwas sparen. Wenn der Händler die Mehrwertsteuersenkung an die Kundinnen und Kunden auch weitergibt.

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Bei Kleidung lohnt es sich zudem, neben der Langlebigkeit, auch auf die Labels zu achten. Die geben detaillierter Auskunft über das Produkt: Wo wurde es hergestellt? Welche Stoffe wurden verwendet? Einige Labels, die hier Orientierung bieten, sind: der „Grüne Knopf“, „Blaue Engel Textilien“ oder auch „IVN Best“ oder „GOTS“ – und immer häufiger sind sie bei Textilien nicht nur in Spezialgeschäften zu finden.

Wie aber im Alltag bei Kleidung Geld sparen? Gebrauchte Kleidung ist eine gute Alternative. Und die Angebotspalette von Baby- bis Erwachsenengrößen ist groß, im Internet und vor Ort gibt es Secondhand-Kleidung in unterschiedlichen Qualitäten und Preisen oder bei Kleidertauschpartys gegen das aussortierte alte Kleidungsstück. Hat ein Kleidungsstück ein kleines Loch, oder fehlt ein Knopf, kann eine Schneiderei oder vielleicht eine begabte Nachbarin helfen, das ist meist günstiger, als ein neues Stück zu kaufen.

Kleidung möglichst lange tragen

Und zusätzlich ist es gut für die Umwelt und für sich selbst, Kleidung möglichst lange zu tragen beziehungsweise gebrauchte Kleidung zu kaufen. Ein normales T-Shirt setzt rund elf Kilogramm CO2 bei seiner Produktion frei, bei einer Jeansfertigung werden 8000 Liter Wasser benötigt, und eventuell enthaltene Schadstoffe sind durch das häufige Waschen seitens der Vorbesitzer bereits entfernt.

Auch im Gebrauch der Kleidung kann Geld gespart werden. Häufiges Waschen verursacht hohe Strom- und Wasserkosten. Nicht jedes Kleidungsstück muss nach jedem Tragen in die Wäsche, oftmals reicht es auch, es im Freien auszulüften und kleinere Flecken mit der Hand auszuwaschen. Zudem reichen oftmals auch die niedrigeren Temperaturen, um die Wäsche sauber aus der Maschine zu holen. Der Einsatz des Trockners ist im Sommer häufig auch überflüssig, und das spart ebenfalls bares Geld.

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Wer nun im Sommer Lust auf neue Kleidung hat, dem empfiehlt es sich, erst mal den Kleidungsschrank zu sortieren. Bei so manchen dürften dort vergessene Schätze zum Vorschein kommen – und die fühlen sich dann wie neu an. Was nicht mehr passt, schlechte Erinnerungen auslöst oder einfach so gar nicht mehr gefällt, kann auch weiterverkauft werden, in etwas Neues verwandelt werden (sogenanntes Upcycling) oder auch bei diversen karitativen Einrichtungen gespendet werden.

Wo gebrauchte und getragene Kleidung wirklich nicht hingehört, ist der Restmüll. Dieser wird verbrannt, und das ist für die Kleidungsstücke zu schade!

Weitere Informationen

In mehreren Teilen beleuchtet die Verbraucherzentrale Bremen einzelne Produktkategorien und schaut, ob die Mehrwertsteuersenkung hier an die Kunden weitergegeben wird. Die Autorin Annabel Oelmann ist Vorständin der Verbraucherzentrale.

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