Zahl der offenen Stellen steigt

Arbeitslosenquote in Bremen bleibt auf gleichem hohen Niveau

In Bremen und Bremerhaven bleibt die Arbeitslosenquote verglichen mit dem Bundesdurchschnitt auf hohem Niveau. Die Zahl der offenen Stellen steigt aber stetig, was die Arbeitsagentur als klares Zeichen deutet.
31.08.2021, 19:58
Lesedauer: 2 Min
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Arbeitslosenquote in Bremen bleibt auf gleichem hohen Niveau
Von Florian Schwiegershausen
Arbeitslosenquote in Bremen bleibt auf gleichem hohen Niveau

Im August ist die Arbeitslosenquote im Bundesland Bremen gegenüber Juli leicht gestiegen. Unter den Gemeldeten sind laut Arbeitsagentur viele Menschen zwischen 15 und 25 Jahren. Sie haben gerade ihre Ausbildung beendet und wurden nicht übernommen oder haben ihr Studium abgeschlossen und suchen noch eine Arbeit.

Felix Kästle/DPA

Die Arbeitslosenquote im Bundesland Bremen ist im Unterschied zum deutschlandweiten Trend leicht gestiegen. Sie stieg von Juli zu August um 0,2 Punkte auf 10,7 Prozent. Damit waren hier 39.032 Personen ohne Arbeit. Das geht aus den am Dienstag vorgelegten Zahlen der Arbeitsagentur hervor. Bundesweit dagegen blieb die Arbeitslosenquote gegenüber dem Juli unverändert bei 5,6 Prozent. In Niedersachsen blieb sie ebenfalls unverändert bei 5,5 Prozent. Dort waren im August 242.119 Menschen arbeitslos gemeldet.

Den leichten Anstieg im kleinsten Bundesland begründete der Chef der Arbeitsagentur für Bremen und Bremerhaven, Joachim Ossmann, mit dem Ausbildungsende vieler junger Menschen: "Gerade unter den 15- bis 25-Jährigen hat sich eine ganze Reihe arbeitslos gemeldet." Die einen hätten gerade ihre Ausbildung oder ihr Studium beendet und direkt im Anschluss keine Arbeit, andere seien mit der Schule fertig. Sie alle meldeten sich im Sommer für die Übergangszeit arbeitslos. Abhängig vom Termin der Sommerferien wirke sich dieser "Sondereffekt" mal auf die Zahlen im Juli, mal auf die im August aus. Ossmann sieht in den ausgelernten Azubis, die nicht übernommen wurden, durchaus ein interessantes Potenzial für andere Unternehmen.

Die Entwicklung bei der Kurzarbeit zeigt laut dem Agenturchef, dass sie geholfen hat, die durch die Pandemie bedingte Schwächephase zu überwinden. Sie gehe langsam auf ein Normalmaß zurück. Im Bezirk der Arbeitsagentur, zu dem Bremen, Bremerhaven und der Landkreis Osterholz gehören, kamen von 37 Betrieben Neuanzeigen für Kurzarbeit hinzu. "Das ist sehr wenig. Wir hatten im letzten Jahr noch 104 Anzeigen", stellte Ossmann fest.

Er geht davon aus, dass die Pandemie kaum noch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt hat. Seit April unterschreite die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk die Zahl vom April 2020. Außerdem wurden der Agentur im August 7801 offene Stellen gemeldet. Im August 2019, also vor der Pandemie, gab es 8208 offene Stellen. "Das ist ein Unterschied von 400 Stellen. Damit sind wir dabei, den Corona-Effekt zu überwinden." Zu den fünf Branchen, in denen momentan die meisten Arbeitskräfte gesucht werden, gehören laut Ossmann die Zeitarbeit, das Baugewerbe, die Gastronomie, die Logistik sowie der Bereich Erziehung und Unterricht. Der Chef der Bremer Arbeitsagentur rechnet vor: "Wir haben gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg von offenen Stellen um 60 Prozent."

Auch auf dem Ausbildungsmarkt gebe es noch Bewegung. "Wir sprechen hier traditionell von der fünften Jahreszeit, die jetzt beginnt", erläuterte Ossmann. Bis August wurden der Agentur für Arbeit in ihrem Bezirk mit insgesamt 5442 Ausbildungsplätzen 320 Stellen mehr als im Vorjahr gemeldet. Das entspricht einem Plus von 6,2 Prozent. Die Zahl der gemeldeten Bewerber sei um weitere 200 Personen auf 5108 gestiegen. "Obwohl die ersten Ausbildungen im August bereits angefangen haben, bestehen immer noch gute Möglichkeiten, in diesem Jahr mit einer Ausbildung zu beginnen", ermuntert Ossmann die Jugendlichen. Wer für dieses Jahr noch einen Platz sucht, solle sich unter der Rufnummer 0800 4555500 mit der Jugendberufsagentur in Verbindung setzen. Derzeit gebe es noch mehr als 1000 offene Ausbildungsplätze, darunter zum Beispiel für Kfz-Mechatroniker.

Die Bremer Handwerkskammer meldete zum 31. August 820 geschlossene Ausbildungsverträge. Das seien drei Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Handelskammer Bremen meldet in ihrem Bereich 683 unbesetzte Ausbildungsplätze, 2646 Ausbildungsverträge wurden bisher geschlossen. Das sind 6,1 Prozent weniger als im August 2020. Michael Zeimet, Geschäftsführer Ausbildung bei der Handelskammer Bremen, gibt dabei zu bedenken: "Insgesamt liegen wir eindeutig über dem Bundestrend."

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