Nach Vorfall in Tostedt Bahn will Notfallpläne optimieren

Nachdem vergangenen Donnerstag zeitweise 2000 Fahrgäste auf dem Bahnhof in Tostedt strandeten, äußert sich nun Niedersachsens Verkehrsministerium mit Blick auf die Gesamtlage nach dem Gewitter.
09.08.2022, 19:13
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Bahn will Notfallpläne optimieren
Von Florian Schwiegershausen

Nach dem Sommergewitter am vergangenen Donnerstag waren zeitweise 2000 Fahrgäste von Bahn und Metronom auf dem Weg von Hamburg nach Bremen auf dem Bahnhof von Tostedt gestrandet. Bei Rotenburg/Wümme und bei Buchholz waren Bäume auf die Oberleitungen gefallen. Vor Ort warteten die Passagiere stundenlang auf Informationen und richteten sich darauf ein, die Nacht im Zug zu verbringen. Die Bundespolizei kritisierte, dass sie mit sechs Stunden Verspätung zum ersten Mal informiert wurde. Gegen drei Uhr konnten die Passagiere doch noch die Fahrt fortsetzen.

Niedersachsens Verkehrsministerium hat sich auch mit dem Vorfall beschäftigt, Sprecher Florian Mosig verweist auf die Situation von Donnerstagabend: "Nach hier vorliegenden Erkenntnissen waren in der Region zeitgleich ein Sattelzugunfall auf der A1, Blitzeinschläge an Bäumen und ein Gefahrguteinsatz wegen ausgelaufenen Dieselkraftstoffes zu bewältigen. Insgesamt waren in dem Bereich Buchholz, Jesteburg und Tostedt 44 Feuerwehren im Einsatz, was auf den großen Umfang der zeitlich zusammengefallenen Schadensereignisse hindeutet."

So hatten die Feuerwehren des Landkreises Harburg in einem Zeitfenster von zwei Stunden über 150 Einsätze. Mosig ergänzt: "Das Manko an allen Notfallplänen ist natürlich, dass nicht vorherbestimmt werden kann, wann und wo ein Ereignis eintritt, welchen Umfang es hat und wie die Rettungskräfte zu dem Zeitpunkt auch durch andere Schadensereignisse eingebunden sind." Das Ministerium ließ sich die Abfolgen vom besagten Abend von Deutscher Bahn und Metronom genauso schildern, wie es auch dem WESER-KURIER von den Unternehmen mitgeteilt wurde. Das Verkehrsministerium hat hier keine Rechtsaufsicht. Doch Mosig sagte abschließend: "Die Deutsche Bahn und das Eisenbahnunternehmen werden diesen Vorfall zum Anlass nehmen, die Ablaufpläne zu optimieren und möglicherweise ihre betrieblichen Notfallpläne anpassen."

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