Darlehen für „Alexander von Humboldt II“ Rechtsstreit bei Kieserling

Die Kieserling-Stiftung hat wegen eines Darlehens gegen ihren ehemaligen Vorstand und den Vorsitzenden des Stiftungsrats geklagt. Nun hat das Landgericht Bremen die Klage abgewiesen.
16.07.2019, 05:01
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Rechtsstreit bei Kieserling
Von Lisa Schröder

Das Landgericht Bremen hat die Klage der Kieserling-Stiftung gegen ihren ehemaligen Vorstand und den Vorsitzenden des Stiftungsrats zurückgewiesen. Wie das Landgericht am Montag mitteilte, konnte nicht festgestellt werden, dass die Beklagten eine Pflicht verletzt hätten. Im Streitfall ging es um eine 2011 vereinbarte Darlehensgewährung an die Deutsche Stiftung Sail Training, um den Bau des Segelschiffs „Alexander von Humboldt II“ zu finanzieren.

Die Stiftung stellte dafür 250 000 Euro zur Verfügung. Weil dann die Auslastung des Schiffs geringer ausfiel und ebenso die Erlöse aus dem Verkauf der „Alexander von Humboldt I“, wurden der Zinssatz des Darlehens jedoch gesenkt und die Rückzahlung gestundet. Die Stiftung warf dem für den Kredit verantwortlichen Vorstand und dem Vorsitzenden des Stiftungsrats vor, dass das Darlehen zu risikobehaftet gewesen sei sowie nur unzureichend gesichert und klagte deshalb auf Schadensersatz.

Die zuständige Vierte Zivilkammer kam jedoch zum Schluss, dass den Beklagten bei der Vornahme und Beurteilung von Stiftungsgeschäften ein weiter Ermessensspielraum zuzubilligen sei. Das Eingehen von Risikogeschäften sowie die Hinnahme des Risikos von Fehlbeurteilungen und Fehleinschätzungen, heißt es in der Mitteilung des Landgerichts, „stellt keine Pflichtwidrigkeit dar, wenn die Übernahme der Risiken nicht unvertretbar“ erscheint. Das Urteil, gefallen ist es am vergangenen Freitag, ist nicht rechtskräftig. Die Kieserling-Stiftung kann noch Berufung dagegen einlegen. In diesem Fall ginge der Rechtsstreit vor dem Oberlandesgericht weiter.

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