Gewerkschaft schlägt Alarm Thyssen-Krupp in Bremen droht Stellenabbau

Laut IG Metall könnten bei Thyssen-Krupp System Engineering in Farge 220 Jobs wegfallen. Grund sind offenbar die derzeitigen Umwälzungen in der Autoindustrie.
03.06.2019, 17:39
Lesedauer: 1 Min
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Thyssen-Krupp in Bremen droht Stellenabbau
Von Peter Hanuschke

Beim Bremer Standort des Thyssen-Krupp-Konzerns droht ein empfindlicher Stellenabbau. Insgesamt 220 Stellen könnten nach Angaben der Gewerkschaft IG Metall bei Thyssen-Krupp System Engineering in Bremen-Farge wegfallen. Man bemühe sich darum, die bedrohten Arbeitsplätze durch eine kollektive Arbeitszeitsenkung zu retten, sagte der IG-Metall-Gewerkschaftssekretär Michael Gerdes Buten und Binnen. Derzeit würden hierzu Gespräche geführt.

Es sei noch unklar, ob und wie viele Arbeitsplätze sozialverträglich abgebaut werden müssten. Das Tochterunternehmen fertigt Komponenten für die Autoindustrie, unter anderem für Karosserie und Antriebsstrang. Der Industriekonzern Thyssen-Krupp hatte Anfang Mai nach der geplatzten Stahlfusion mit dem indischen Konkurrenten Tata angekündigt, in den kommenden drei Jahren 6000 Stellen abzubauen.

Davon entfallen etwa 4000 Stellen auf Deutschland. Betriebsbedingte Kündigungen könnten bei einem Abbauprogramm dieser Größenordnung nicht ausgeschlossen werden, hieß es damals. In der Gesamtzahl seien 2000 Stellen enthalten, die auch bei der Stahlfusion mit Tata gestrichen werden sollten. Gewerkschaftssekretär Gerdes sieht die Pläne für Bremen allerdings nicht im Zusammenhang mit dem angekündigten konzernweiten Stellenabbau.

„Das muss man voneinander entkoppeln“, sagte er dem WESER-KURIER. Bislang habe es von Seiten der Konzernleitung immer geheißen, dass Bremen davon nicht betroffen sei. Die Entwicklung in Bremen ist aus sicht von Gerdes vielmehr eine Folge der Transformation bei den Automobilherstellern.

„Die Branche orientiert sich neu. Dabei spielt die Elektromobilität eine große Rolle.“ Thyssen-Krupp System Engineering habe in der Vergangenheit unter anderem Teststände für die Automobilhersteller entwickelt und gefertigt. Und in diesem Bereich seien Aufträge ausgeblieben. Das belaste den Bremer Standort. Bei Thyssen-Krupp System Engineering sind etwa 860 Beschäftigte tätig.

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