Betrugsvorwürfe

Verbraucherzentrale Bremen warnt: Pflegedienst-Rechnung genau prüfen

Die Verbraucherzentrale Bremen warnt vor ambulanten Pflegediensten, die mehr Leistungen abrechnen als sie erbracht haben. Warum sich auch die Kunden zumindest unbewusst dabei strafbar machen können.
29.01.2018, 17:57
Lesedauer: 2 Min
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Verbraucherzentrale Bremen warnt: Pflegedienst-Rechnung genau prüfen
Von Florian Schwiegershausen
Verbraucherzentrale Bremen warnt: Pflegedienst-Rechnung genau prüfen

Die Verbraucherzentrale Bremen warnt vor ambulanten Pflegediensten, die mehr Leistungen abrechnen als sie erbracht haben.

Angelika Warmuth, dpa

Die meisten Pflegeanbieter arbeiten ehrlich und korrekt. Doch es gibt auch einige, die durch illegale Methoden mehr Geld erwirtschaften wollen, wie die Verbraucherzentrale Bremen feststellt. Die Unternehmen rechnen Leistungen ab, die sie nicht erbracht haben. Pflegebedürftige oder Angehörige sind deshalb verpflichtet, Abrechnungen, die sie quittieren sollen, genau zu prüfen. Wenn beispielsweise drei Besuche am Tag auf dem Nachweis stehen, der Pflegedienst aber nur zweimal da war, dürfen sie die Abrechnung nicht unterschreiben. Wer dennoch unterschreibt, dem drohen sogar juristische Konsequenzen, weil er gegen geltendes Recht verstößt.

Angehörige können einiges tun

Beim Abrechnungsbetrug geht es vor allem um illegale Methoden, die mehr Geld in die Kasse bringen sollen. Falsche Abrechnungen für nicht erbrachte Leistungen können sich lohnen. So kann die Pflegekraft auch anstelle der aufgeführten „großen Morgentoilette“ nur die „kleine“ durchführen. Die Pflegekraft könnte Pflegebedürftige auch dazu drängen, einen Leistungsnachweis blanko zu unterschreiben. „Pflegedürftige, beziehungsweise die Angehörigen müssen deshalb genau kontrollieren, bevor sie einen Nachweis unterschreiben. Ist die Abrechnung falsch, machen auch sie sich mit ihrer Unterschrift strafbar“, erläutert Annabel Oelmann, Vorstand der Verbraucherzentrale Bremen.

Angehörige können einiges dafür tun, damit es nicht zu solchen Betrugsfällen kommt. Annabel Oelmann gibt dazu folgende Tipps: „So können Sie zum Beispiel unangemeldete Besuche machen, während das Pflegepersonal vor Ort ist. Erkundigen Sie sich, sofern das möglich ist, bei der/dem Gepflegten nach den geleisteten Arbeiten. Halten Sie Unstimmigkeiten schriftlich fest. Achten Sie darauf, dass Sie keinen 'Untervertrag', zum Beispiel einen 450-Euro-Job, abschießen."

Kostenloses Infoblatt zum Thema

Zum Thema „Abrechnungsbetrug in der Pflege“ ist bei der Verbraucherzentrale ein kostenloses Blatt mit weiteren Informationen erhältlich. Der Flyer wurde vom Bündnis gegen Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen erarbeitet. Dem Bündnis gehören unter anderem auch die Polizei Bremen sowie der Medizinische Dienst der Krankenversicherung Bremen an. Das Infoblatt ist erhältlich bei der Verbraucherzentrale Bremen im Faulenviertel im Altenweg 4, und auch in der Beratungsstelle Bremerhaven in der Barkhausenstraße 16. Der Flyer kann auch kostenlos von der Internetseite der Verbraucherzentrale Bremen unter www.verbraucherzentrale-bremen.de heruntergeladen werden.

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