Investitionen in Holz, Oldtimer und Diamanten

Anlagemöglichkeiten abseits von Aktien

Die Deutsche Börse hat turbulente Wochen hinter sich. Wäre statt dieses Auf und Abs eine Investition in Oldtimer, Uhren, Diamanten oder auch Wald eine gute Alternative? Was der Anleger dazu wissen muss.
08.04.2020, 05:30
Lesedauer: 4 Min
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Anlagemöglichkeiten abseits von Aktien
Von Florian Schwiegershausen
Anlagemöglichkeiten abseits von Aktien

Bäume statt Aktien – auch hier können Anleger investieren. Sie müssen sich aber darüber klar sein, dass das kein kurzfristiges Engagement ist.

Jens Büttner/dpa

Es gibt tatsächlich Anleger, die über ihr Investment sagen können: „Ich seh’ mein Geld vor lauter Bäumen nicht.“ So sollte es auch sein, wenn sie einen Teil ihres Vermögens in Wald investiert haben. Der Anleger selbst muss dazu keine Försterqualitäten besitzen. Denn wie auch in anderen Bereichen investiert er sein Geld in einen Fonds. Der kauft damit Wälder, die über Jahre bewirtschaftet werden. Dass es hier aber nicht unbedingt um Nachhaltigkeit geht, darauf macht das Sparkassen-Finanzportal aufmerksam. Vor allem sind solche Investments nichts für kurzfristige Anleger, handelt es sich doch zum größten Teil um geschlossene Fonds, weshalb das Geld über viele Jahre gebunden ist.

Wie bei allen geschlossenen Fonds, bei denen es sich ja um unternehmerische Beteiligungen handelt, wird Geld für ein bestimmtes Projekt gesammelt. Ist die Summe erreicht, die als Fondsvolumen angegeben wurde, kann niemand mehr nachträglich Anteile erwerben, und der Fonds wird geschlossen. Ein Waldfonds ist also nichts für diejenigen, die nur für etwa zwei Jahre investieren wollen.

Mehr Stürme durch Klimaveränderung

Die Überlegung, Holz werde ja immer gebraucht, sei zwar grundsätzlich richtig, heißt es beim Sparkassen-Finanzportal. Die Kehrseite sei aber die zunehmende Klimaveränderung mit immer stärker werdenden Stürmen. Dem fallen immer häufiger viele Bäume zum Opfer – mit der Folge sinkender Holzpreise. Zudem müssen bei einem solchen Fonds generell immer auch die Gebühren ins Investment eingepreist werden.

Da könnte der Kauf eines Oldtimers schon eher eine Alternative sein. Zumindest schwört André Weißmann darauf. Kein Wunder – der Besitzer der Oldtimer-Galerie in der Bremer Überseestadt verdient damit sein Geld, aber er sagt auch: „In den vergangenen Jahren sind die Preise für Oldtimer gestiegen.“ Bei dem Argument, dass es ja bei Oldtimern auch keine Negativzinsen gebe, muss er lachen. Auf alle Fälle könne er bei vielen Modellen keinen Wertverlust feststellen – auch nicht, wenn man die Kosten für einen Stellplatz hinzurechnen würde. „Und Sie können sich jederzeit an dem Auto erfreuen und damit auch mal eine Tour machen.“ Denn wer sich einen Oldtimer anschafft, dem sollte auch klar sein: „Der Wagen muss immer mal wieder bewegt werden.“

Doch auch bei den Youngtimern steigen die Preise, wie Weißmann feststellt. Gemeint sind Autos, die jünger sind als 30 Jahre. Der Autoliebhaber nennt als Beispiele den BMW M3 oder den Mercedes 190 Evolution. Ein kurzer Blick in die Inserate zeigt, dass es etwa bei Letzterem um Summen von 100.000 Euro und mehr gehen kann. Egal, ob Youngtimer oder Oldtimer – laut Weißmann bemisst sich der Wert nicht unbedingt daran, ob es sich um seltene Modelle handelt. Als Beispiel führt er hier den Ford Mustang an, der seit 1964 produziert wird: „Davon wurden und werden zwar große Zahlen hergestellt. Gleichzeitig gibt es aber auch umso mehr Menschen, die sich für ein solches Auto begeistern können.“ Ahnung vom Schrauben müsse man dabei nicht unbedingt haben, wie Weißmann erläutert: „Ich habe sowohl Kunden, die selbst reparieren, als auch Kunden, die den Service bei uns machen lassen.“ Was die Oldtimer und Youngtimer am Ende von den heutigen Modellen unterscheidet: Bei den älteren Fahrzeugen sucht der Mechaniker noch selbst den Fehler, statt das Notebook analysieren zu lassen: „Und wegen der Freude am Schrauben machen wir das doch letztlich auch“, sagt der Geschäftsführer der Oldtimer-Galerie. Ob die Freude nachhaltig ist, liege natürlich mit am Können des Mechanikers.

Bei Armbanduhren kommt es auf die Marke an

Wer es lieber handlicher mag: Eine lohnende Anlage können bei der richtigen Auswahl auch Armbanduhren sein. Allerdings erfordern solche Investitionen erst recht ein bestimmtes Wissen über die Materie. Denn nicht alle Marken eignen sich als Kapitalanlage, wie ein Uhrenexperte des Wiener Auktionshauses Dorotheum im Wirtschaftsmagazin „Impulse“ ausführte: Wie andere Experten auch ist er der Ansicht, dass 80 Prozent aller Marken-Armbanduhren nicht als Kapitalanlage taugen. Nach den Worten des Wiener Experten muss die Marke vor allem attraktiv sein. „Uhren unbekannter oder weniger gefragter Marken werden nicht im Preis steigen.“ Um zumindest den Wert des Geldes zu erhalten, könnten von bekannten Uhrenmarken bei Neuauflagen limitierte Editionen interessant sein. Kleine Auflagen würden sich auch bei gebrauchten Uhren positiv auf die Wertentwicklung auswirken. Als wertstabile Marken sieht der Wiener Experte: A. Lange & Söhne, Audemars Piguet, IWC, Patek Philippe, Rolex oder auch Vacheron Constantin. Wer sein Geld zum Funkeln bringen will, kann auch in Diamanten investieren. Wie Gold und die genannten Wertobjekte bringen sie weder Zinsen noch andere Erträge. Es kommt also auf die Wertsteigerung an. Laut „Manager Magazin“ ist der Wert von Diamanten in den vergangenen 20 Jahren im Durchschnitt um 1,6 Prozent jährlich gestiegen. Im Unterschied zu Gold geht es bei den wertvollen Steinen auch noch um Gewicht, Schliff, Farbe und Reinheit. Laien können da nur auf das Wissen von Experten vertrauen. Deswegen, so warnen Experten, seien Diamanten nichts für den privaten Durchschnittsanleger.

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Die Vorständin der Verbraucherzentrale Bremen, Annabel Oelmann, sieht es so: „Es handelt sich hier um spekulative Anlagen. Deshalb sind sie als Liebhabereien oder als Beimischung denkbar.“ Damit spricht Oelmann zum Ende dieser Serie erneut die Grundregel an: Das Geld immer breit streuen und nie zu 100 Prozent auf nur eine Anlagemöglichkeit setzen. Immerhin sind Uhren, Diamanten und Oldtimer Anlagen zum Anfassen– und obendrein auch in der Regel noch schön anzusehen.

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