Covid-19 Corona-Pandemie: Was erhöht das Risiko für einen schweren Verlauf?

Das Coronavirus Sars-CoV-2 löst nicht bei allen Menschen das gleiche Krankheitsbild aus. Wir zeigen, welche Faktoren das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf erhöhen.
16.02.2021, 09:15
Lesedauer: 3 Min
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Von Frieda Ahrens und Bastian Angenendt

Auch rund ein Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie gibt das Coronavirus Sars-CoV-2 Forschern immer noch reichlich Rätsel auf. Vor allem herrscht immer noch keine Gewissheit darüber, warum viele Infizierte so gut wie symptomfrei durch eine Erkrankungszeit kommen, während andere mit einem schweren Verlauf kämpfen müssen.

Erwiesen ist allerdings, dass bestimmte Personengruppen anfälliger sind für einen schweren Verlauf der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. Diese werden seit gut einem Jahr als „Risikogruppen“ bezeichnet. Wir fassen zusammen, wer dazu gehört.

Corona-Risikofaktor Alter

Fest steht, dass ältere Menschen deutlich öfter von schweren Covid-19-Verläufen betroffen sind als junge. „Das Risiko einer schweren Erkrankung steigt ab 50 bis 60 Jahren stetig mit dem Alter an“, heißt es etwa auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts (RKI). Bis zum Februar 2021 waren fast neun von zehn Verstorbenen, deren Tod in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion stand, älter als 70 Jahre.

Dass ältere Menschen öfter einen schweren Krankheitsverlauf haben, liegt vor allem daran, dass ihr Immunsystem weniger gut reagiert. Das nennt man Immunseneszenz. Ein negativer Nebeneffekt dessen ist auch, dass Erkrankungen zum Teil erst spät wahrgenommen werden, weil Immunreaktionen wie etwa Fieber schwächer ausfallen oder ganz ausbleiben. Das kann unter Umständen dazu führen, dass Erkrankte erst spät ärztliche Hilfe suchen. Ebenso leiden ältere Menschen tendenziell öfter an Grunderkrankungen, die wiederum einen Risikofaktor darstellen können.

Corona-Risikofaktor Vorerkrankung

Wie bei vielen Infektionskrankheiten erhöhen Vorerkrankungen auch bei Covid-19 das Risiko, dass es zu einem schweren Krankheitsverlauf kommt, weil der Körper an entscheidenden Stellen bereits geschwächt ist.

Die Covid-19-Risikogruppe-Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums listet die medizinischen Gründe (Indikationen) für die Zugehörigkeit einer Person zur Covid-19-Risikogruppe auf. Folgende Vorerkrankungen werden darin als Risikofaktoren genannt:

  • Lungenkrankheiten wie pulmonale Hypertonien, Mucoviscidosen/zystische Fibrosen sowie COPD im fortgeschrittenen Stadium.
  • Herzerkrankungen wie ischämische Herzerkrankungen sowie Herzinsuffizienzen.
  • Krebserkrankungen: Aktive Krebserkrankungen mit einer jeweils innerhalb der letzten sechs Monate erfolgten onkologischen Pharmakotherapie (Chemotherapie, Biologika) oder Strahlentherapie sowie metastasierende Krebserkrankungen auch ohne laufende Therapie.
  • Geschwächtes Immunsystem, etwa in Folge einer Knochenmarkstransplantation innerhalb der letzten zwei Jahre oder nach einer Organtransplantation, die nicht länger als ein Jahr zurückliegt. In beiden Fällen wird das Immunsystem zeitweise mit Medikamenten unterdrückt, um Abstoßungsreaktionen zu verhindern. Auch eine HIV-Erkrankung mit hoher Viruslast fällt unter diese Kategorie.
  • Nierenerkrankungen wie chronische Niereninsuffizienz. Auch eine beeinträchtige Nierenfunktion, die von einer Nierenersatztherapie (Dialyse) oder in Folge einer Nierentransplantation hervorgerufen wird, erhöht das Corona-Risiko.
  • Lebererkrankungen wie Leberzirrhose.
  • Adipositas (ab dem Grad III, also einem BMI, der größer als 40 ist.
  • Diabetes mellitus

Corona-Risikofaktoren ohne Bezug zu Risikogruppen

Einige Faktoren, die das Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf erhöhen, machen Betroffene nicht zum Teil einer Risikogruppe, wie sie von den Behörden definiert wurde. Raucherinnen und Raucher beispielsweise setzen sich einem einem erhöhten Corona-Risiko aus, weil der Tabakkonsum Lunge und Herz-Kreislauf-System schädigt.

Außerdem werden schwere Krankheitsverläufe bei Menschen mit Down-Syndrom (Trisomie 21) überdurchschnittlich häufig beobachtet. Ebenso auf der Risiko-Liste des RKI: „das männliche Geschlecht“. Zwar erkranken Frauen und Männer in etwa gleich häufig an Covid-19, Männer sind jedoch deutlich häufiger von schweren und tödlichen Verläufen betroffen.

Was Angehörige der Risikogruppen beachten sollten

Die Bundesregierung rät betroffenen Personen, die Maßnahmen zum Schutz vor Corona-Infektionen „in besonderer Weise“ ernstzunehmen. „Dazu gehört neben entsprechenden Hygienemaßnahmen der Appell, die Kontakte auf ein absolut notwendiges Minimum zu beschränken, möglichst zu Hause zu bleiben und die Abstandsregeln zu beachten“, heißt es auf der Internetseite der Regierung. Es wird zudem dringend empfohlen, im öffentlich Raum eine FFP2-Maske zu tragen.

Wer sich nicht sicher ist, ob er einer Corona-Risikogruppe angehört, sollte sich eine Einschätzung seines Arztes oder seiner Ärztin einholen.

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