Business-Sitze im Dreierpack

Air Berlin ist Geschichte. Die letzte Maschine der insolventen Fluggesellschaft landete vor zweieinhalb Monaten.
06.01.2018, 00:00
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Von Mona Adams

Air Berlin ist Geschichte. Die letzte Maschine der insolventen Fluggesellschaft landete vor zweieinhalb Monaten. Trotzdem wirbt jetzt ein Hamburger Unternehmen mit den Zeilen: „Air Berlin landet bald bei Dechow“. Dazu schöne Impressionen der rot-weißen Flotte: am Flughafen, in der Luft, im Hangar. Landen wird Air Berlin sicherlich nirgends mehr, wohl aber das Inventar. Denn das kommt ab dem 15. Januar in Hamburg unter den Hammer. Es gibt den Kleinkram: Snack- und Servierwagen (ab 100 Euro), Business- und Economyclass-Sitze im Dreierpack (ab 100 Euro), Geschirr aus der Business Class, rote Decken, Kinderkoffer mit Spielzeug und die gleichermaßen berühmt-berüchtigten wie nostalgischen Schokoherzen, mit denen die Passagiere früher an Bord glücklich gemacht wurden – und die ehrlicherweise oft einfach in den Handtaschen verschwanden. Jetzt aber, jetzt sind sie gefragt, wie nie zuvor. So gut: Herzförmig, rot verpackt, 20 Gramm schwer, mit einem zarten Relief an der Oberfläche, intensiv schokoladig im Geschmack. Eine Tonne der cremigen Verführung kann in Paketen von je zwei und vier Kilogramm ersteigert werden. Doch wer sich schon auf den abendlichen Genuss gefreut hat, könnte leer ausgehen. Ein Käufer will alle Herzen haben und reichte ein Angebot ein. Darüber muss nun der Insolvenzverwalter entscheiden. Was der anonyme Bieter mit 50 000 Herzen will, ist unbekannt. Essen wäre keine gute Variante, bei 113,6 Kalorien pro Stück …

Der Hamburger Presseball ist mit seiner fast 70-jährigen Tradition eines der wichtigsten gesellschaftlichen Ereignisse der Hansestadt und ein exklusiver Treffpunkt für Journalisten und Medienmacher zum Tanzen, Feiern, Sehen und Gesehen werden. Auch die 69. Ausgabe am 27. Januar verspricht ein rauschendes Fest im Hotel Atlantic Kempinski zu werden: Prominente aus Politik, Kultur und Wirtschaft, ein hochkarätiges Unterhaltungsprogramm, beste Stimmung. Doch so ganz geklärt, ob das Fest rauschend und voller bester Stimmung sein wird, ist es noch nicht. Denn der Termin fällt in diesem Jahr auf den Holocaust-Gedenktag. Der erinnert an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. Die Jüdische Gemeinde ist – um es vorsichtig zu formulieren – erbost. An diesem Tag das Tanzbein zu schwingen, sei für Hamburg und seine Stellung in der Welt verheerend. Ungewiss, ob Bürgermeister Olaf Scholz und seine Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit kommen würden, lenkte der Veranstalter ein, dass er die Bedeutung dieses Tages erkannt habe und er ihn für die Zukunft als Balltermin ausschließen würde. Prompt kam daraufhin die Teilnahmebestätigung Veits und Scholz’ aus dem Rathaus. So geht Politik.

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