Drei Promi-Schauspieler im Gefängnis

Etliche Aufkleber prangen auf dem Paket des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Hamburg. So recht verstehen kann ein Laie sie nicht.
03.03.2018, 00:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Mona Adams

Etliche Aufkleber prangen auf dem Paket des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Hamburg. So recht verstehen kann ein Laie sie nicht. Nur so viel: Die Postsendung konnte seinen Adressaten nicht erreichen. „Unzureichende Adresse“ wurde als Retour-Grund vermerkt. Warum? Das weiß keiner so recht. Im Oktober 2017 verschickte der Verband ein Paket mit einer Broschüre („Herzlich willkommen in unserer Kita“), die geflüchteten Familien in sechs Sprachen erklärt, wie eine Kita-Eingewöhnung abläuft. Blöd nur, dass die Kinder mittlerweile schon eingewöhnt sind. Denn: Das Paket brauchte satte vier Monate, von Eilbeck nach Harburg. Kein Wunder, führte sein Weg ja auch über Bangkok, Thailand, ein kleiner, aber feiner Umweg von 9000 Kilometern. Und weil vier Monate Thailand-Urlaub nicht umsonst sein können – auch nicht für ein Paket, schließlich müssen Hin- und Rückflug bezahlt werden – , prangt nun ein weiterer Aufkleber auf dem Paket: Internationale Rücksendung, zehn Euro Gebühr. Immerhin hat DHL nach Ermahnung die Rückerstattung der Kosten zugesagt. Doch eins ist damit mal wieder klar: Der Süden Hamburgs ist für viele Städter immer noch ganz weit weg.

Die Justizvollzugsanstalt Hahnöfersand der Freien und Hansestadt Hamburg hat insgesamt 176 Haftplätze. Die dürften aktuell nicht ausgelastet sein, denn Platz gab es dort noch für Charly Hübner, Ralph Herforth und Torsten Michaelis. Die drei Schauspieler sitzen aktuell für den Norddeutschen Rundfunk ein. Alles natürlich nur, so lange die Kamera läuft. Das Hamburger Gefängnis wird zum Schauplatz eines NDR-Thrillers. Gedreht wird bis zum 27. März in der JVA sowie in Altona, Wellingsbüttel, Wilhelmsburg und Rendsburg. Die ARD zeigt den Film wohl im kommenden Jahr. Wie er heißen soll? Es gibt kaum etwas, was naheliegender wär: „Gefangen“.

Zum siebten Mal fand drei Tage lang die Digital-Konferenz Social Media Week in Hamburg statt. Mit dabei war auch ein Fußballer. Ex-Nationalspieler Marcell Jansen hatte vor mittlerweile zweieinhalb Jahren seine Profikarriere beendet, weil er sich als Jung-Unternehmer betätigen wollte. Nach einigen Start-ups, die er unterstützt, wurde am Mittwochmorgen parallel zur Eröffnungsveranstaltung seine in­ter­ak­ti­ve Foto- und Vi­deo-App vorgestellt. Doch viele bekamen das nicht mit. Im Altonaer Museum herrschte Chaos, lange Schlangen bildeten sich und sorgten dafür, dass Besucher nicht rechtzeitig zu ihren Veranstaltungen kamen. Die Besucher befanden: Gleichzeitig eine neue Location zu erproben, sehr großzügig mit der Kapazität zu planen und zudem die Kostenpflicht einzuführen sei nicht sehr schlau. Immerhin kosteten die Konferenz-Tickets bis zu 249 Euro. Die Veranstalter baten um Einsicht – und die Zuhörer sich einen Kaffee zu holen, um auch anderen eine Chance zu geben. Was für ein Erfolg, ließe sich über den Besucherandrang sagen. Zynisch wäre es zu behaupten, dass die Organisatoren sich wohl nur im Virtuellen auskennen und nicht mit echten Menschen umgehen können.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+